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Apotheker dürfen jetzt auf Corona testen

Die Alte Apotheke aus Löbau bietet die Möglichkeit an. Doch damit ist sie eine der wenigen im südlichen Landkreis Görlitz. Woran liegt das?

Symbolbild
Symbolbild © Bodo Schackow/dpa

Apotheken dürfen neuerdings bei symptomfreien Patienten Antigentests zur Feststellung einer Corona-Infektion durchführen. Darüber informierte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) zum Wochenanfang. Doch der Aufwand dafür ist groß: Strenge Hygieneauflagen müssen eingehalten, Mitarbeiter geschult werden. Und so schätzt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA ein, dass nur eine geringe Anzahl an Apotheken mitmacht, da diese bereits durch die Pandemie-Maßnahmen stark beansprucht werden.

Zu den wenigen Apotheken, die Schnelltests im Altkreis-Löbau-Zittau durchführen, gehört die Alte Apotheke Löbau. Seit Montag bietet Geschäftsführerin Birgit Schleicher Anti-Gen-Schnelltests in ihrer Apotheke an. "Damit sie sich auf die aktuelle Situation einstellen können und die kommenden Feiertage im Kreise der Familie im Zusammenhang mit den zurzeit geltenden Regelungen genießen können", heißt es dazu auf der Facebook-Seite der Alten Apotheke Löbau. Innerhalb weniger Minuten ist das Test-Ergebnis da und zeigt zumindest eine Momentaufnahme, ob das Covid-19-Virus im Körper vorhanden ist oder nicht. Großflächig zu testen hat Birgit Schleichter nicht vor. Maximal zehn solcher Schnelltests pro Tag in Löbau seien möglich und nur dann, wenn man selber keine Symptome habe. Die Apothekerin hat sich, wie sie sagt, bereits im Oktober von einer Bautzener Ärztin dafür schulen lassen.

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Tests liefern nicht immer sichere Ergebnisse

Die Schnelltests stehen nichtsdestotrotz auch in der Kritik. So warnte der Berufsverband Deutscher Laborärzte davor, dass Antigenschnelltests nicht in jedem Fall sichere Ergebnisse lieferten. Unter anderem berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass die Anti-Gen-Tests weniger empfindlich als die PCR-Labortests sind und eine Infektion im Anfangsstadium und im späteren Verlauf nicht so gut erkennen könnten.

Birgit Schleicher verweist darauf, dass eine sorgfältige Anwendung besonders wichtig ist, um korrekte Ergebnisse zu bekommen. Denn die Tests müssten richtig durchgeführt werden, das Stäbchen weit in die Nase hinein, ohne das Gewebe zu verletzen. Bei einer der bisher acht von Montag bis Dienstag Mittag getesteten Personen in der Alten Apotheke sei das Ergebnis positiv gewesen. In so einem Fall sollte ein PCR-Test durch den Arzt oder das Gesundheitsamt zur Abklärung erfolgen. "Ich sehe die Schnelltests als sichere Ergänzung an", sagt Birgit Schleicher. Sie müssen allerdings selbst bezahlt werden. Kostenpunkt: bis Weihnachten bei ihr in Löbau noch 35 Euro. Die Nachfrage sei hoch. Danach wird sie die Preise wohl anpassen. In Dresden beispielsweise kostet ein solcher Test in der Messehalle 50 Euro.

Wohl die wenigsten Apotheken zwischen Löbau und Zittau führen die Schnelltests durch, wie eine kleine SZ-Umfrage zeigt. "Wir bieten diese Tests nicht an", sagt etwa Nicole Weber, Mitarbeiterin der Stadtapotheke Zittau. Die Antigen-Schnelltests gibt es da - sie werden jedoch ausschließlich an medizinisches Fachpersonal abgegeben.

Auch Sigrid Augustin, Geschäftsführerin der Zittauer Carolus-Apotheke, wird in ihrem Haus nicht testen. "Zwar gab es eine Anfrage der Apothekerkammer dazu, aber wir haben bei uns gar nicht die personellen und räumlichen Voraussetzungen", sagt sie. Ihre Mitarbeiter müssten zu einer entsprechenden Schulung. Doch im Moment hat die Carolus-Apotheke alle Hände voll mit der Maskenausgabe zu tun. Die bekommen über 60-Jährige derzeit kostenfrei.

Bei der Kreuz-Apotheke in Neugersdorf gibt es ebenfalls keine solche Testmöglichkeit vor Ort, ebenso nicht bei der Apotheke Oberland. Da heißt es von einer Mitarbeiterin, dass der Aufwand dafür sehr hoch wäre. Das bestätigt Uwe Hoffmann, der die Herz-Apotheke in Zittau und die Bahnhofsapotheke in Zittau betreibt. "Im Moment bieten wir den Schnelltest nicht an", sagt er, kann sich jedoch durchaus vorstellen, „später und wenn das umsetzbar für uns ist“, Anti-Gen-Tests in seinen Häusern durchzuführen.

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