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Corona: Im Trommelfeuer der Appelle

Wir werden dauerbeschallt mit Appellen. Auch wenn manch einer dem anderen auch widerspricht, hat jeder seine Berechtigung. Ein Kommentar.

Ja, jeder Appell hat seine Berechtigung, meint SZ-Politikchefin Annette Binninger.
Ja, jeder Appell hat seine Berechtigung, meint SZ-Politikchefin Annette Binninger. © dpa/SZ

So allmählich fühlt man sich umzingelt von Appellen aller Art. Bitte nicht verreisen! Bloß nicht weit weg fahren! Feiert nicht so ausgelassen! Kein Grund zur Panik! Macht bloß keine Hamsterkäufe! Bleibt ruhig! Und vor allem vernünftig! Haltet Abstand! Tragt eine Maske! Wascht Euch die Hände! Haltet Euch lieber von Risikogruppen fern! Haltet die Zahlen stabil – derzeit mein persönlicher Lieblingsappell, denn ich wüsste gar nicht, wie ich das allein bewerkstelligen sollte.

Kurzum: Wir werden dauerbeschallt mit Appellen. Alle gut gemeint. Aber jede Minute ein anderer. Immer wieder neu. Und doch immer wieder ähnlich. Während die Zahl der Infektionen beunruhigend rasant steigt und der von Appellen umzingelte „brave“ Bürger, der sich an alles zu halten versucht, verzweifelt fragt, was er noch tun kann, wenn doch alles momentan nichts zu helfen scheint.

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Alles richtig. Ja, jeder Appell hat seine Berechtigung. Auch wenn manch einer dem anderen auch widerspricht. So sollen zwar alle die Corona-Warn-App herunterladen, während sie Bayerns Landesfürst doch gerade als „zahnlosen Tiger“ abqualifiziert und laut nach einem Durchgreifen des Bundes ruft. Ausgerechnet er?!

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Was man nicht erreicht derzeit mit all den Appellen auf Bundes-, Landes- und Kommunal-Ebene ist leider vor allem eines: Gelassenheit, Ruhe und Besonnenheit, die uns bei der ersten „Welle“ den Vorsprung gebracht haben, von dem wir im Grunde heute noch zehren.

E-Mail an Annette Binninger

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