merken
Deutschland & Welt

Attila Hildmann erneut verurteilt

Attila Hildmann musste sich ein weiteres Mal vor dem Berliner Landgericht verantworten. Das deutliche Urteil fiel in seiner Abwesenheit.

Attila Hildmann fiel zigfach durch antisemitische Schmähungen, Gewaltfantasien und Lügen auf. Trotzdem hat er viele "Fans."
Attila Hildmann fiel zigfach durch antisemitische Schmähungen, Gewaltfantasien und Lügen auf. Trotzdem hat er viele "Fans." ©  Archivbild: dpa/Christophe Gateau

Von Sebastian Leber

Der in die Türkei geflüchtete Verschwörungsideologe Attila Hildmann hat am Donnerstag eine weitere juristische Niederlage erlitten. In seiner Abwesenheit verurteilte ihn eine Zivilkammer des Berliner Landgerichts dazu, den Grünen-Politiker Volker Beck künftig nicht mehr zu bedrohen oder zu beleidigen. Andernfalls winkt Hildmann ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro, ersatzweise Ordnungshaft.

Anzeige
Der Meister – höchstes Qualitätssiegel im Handwerk
Der Meister – höchstes Qualitätssiegel im Handwerk

Der Meister im Handwerk bietet alle Voraussetzungen für beruflichen Erfolg. So zählt der Meisterberuf international zu den angesehensten Abschlüssen.

Der inzwischen mehrfach verurteilte Hildmann hatte im Juli vergangenen Jahres bei einer Kundgebung vor dem Olympia-Stadion angekündigt, er wolle Volker Beck durch "Eiereintreten" töten. Unter anderem diese Formulierung darf er nun nicht wiederholen. Zudem muss er die Prozesskosten und Anwaltskosten von Volker Beck tragen. Ob er je zahlen wird, ist unsicher. Nach seinem Abdriften ins Lager der Verschwörungsideologen hat Attila Hildmann innerhalb weniger Monate sein Unternehmen ruiniert und sitzt auf einem ständig wachsenden Schuldenberg.

Zweiter Schlag binnen zwei Wochen

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen Hildmann ausgesprochen und es ihm untersagt, Volker Beck antisemitisch zu beleidigen. In beiden Fällen war Beck von der Organisation HateAid unterstützt worden. "Hildmann hat jetzt vom Landgericht zum zweiten Mal seine Grenzen aufgezeigt bekommen", sagt Volker Beck gegenüber dem Tagesspiegel. "Wo die Staatsanwaltschaft zu lange gezögert hat, konnte ich dank der Hilfe von HateAid Hildmann die Grenzen zeigen."

Man dürfe der Verrohung der Gesellschaft nicht tatenlos zusehen, erklärt Beck weiter. "Deshalb ist das Urteil wichtig."

Attila Hildmann wird seit Monaten mit Haftbefehl gesucht und versteckt sich seit Februar in der Türkei. Zum Prozesstermin am Donnerstag erschien auch kein Anwalt von ihm.

Die Organisation HateAid unterstützt Betroffene von Hassangriffen, hat etwa Renate Künast bei ihrem Prozess gegen den Rechtsextremen Sven Liebich geholfen. Auch bei der Klage, die Künast gegen Facebook wegen übler Nachrede eingereicht hat, wird sie von HateAid unterstützt. Die Betroffenenberatung hofft hierbei auf ein Grundsatzurteil zur Verbreitung von Falschaussagen auf Internetplattformen.

Weiterführende Artikel

Vertrauter von Attila Hildmann packt aus

Vertrauter von Attila Hildmann packt aus

Einer der engsten Vertrauten Attila Hildmanns packt über den Verschwörungsideologen aus und offenbart Überraschendes.

Online-Kanäle von Attila Hildmann gekapert

Online-Kanäle von Attila Hildmann gekapert

Das Kollektiv "Anonymous" hat die Webseite und den Telegram-Kanal von Verschwörungsprediger Attila Hildmann gehackt.

Wer warnte Attila Hildmann?

Wer warnte Attila Hildmann?

Gegen Attila Hildmann wird wegen Volksverhetzung ermittelt - er hat sich in die Türkei abgesetzt. Wurde er von einem Insider in den Behörden gewarnt?

Berlin übernimmt den Fall Attila Hildmann

Berlin übernimmt den Fall Attila Hildmann

Die Berliner Justiz will offenbar alle Anzeigen gegen den Vegankoch zentral an sich ziehen. Akten aus Brandenburg wurden schon übermittelt.

Attila Hildmann sei "eine der prominentesten Figuren in einer Szene, die zu Mord aufruft, krude Verschwörungserzählungen verbreitet und gezielt Verleumdungen über politische Gegner verbreitet", sagt Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin von HateAid, gegenüber dem Berliner Tagesspiegel.

Mehr zum Thema Deutschland & Welt