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Corona-Ausbruch in Ottendorfer Pflegeheim

18 Menschen haben sich in einem Altenpflegeheim in Ottendorf mit dem Coronavirus infiziert. Ab sofort gilt ein Zutrittsverbot für die Einrichtung.

Zwei Wochen lang müssen die Bewohner des Altenpflegeheims in Ottendorf-Okrilla auf Besuch verzichten, nachdem Coronatests bei 18 Menschen positiv ausfielen.
Zwei Wochen lang müssen die Bewohner des Altenpflegeheims in Ottendorf-Okrilla auf Besuch verzichten, nachdem Coronatests bei 18 Menschen positiv ausfielen. © Marion Doering

Ottendorf-Okrilla. Senioren und Pflegebedürftige gehören zu denen, für die eine Ansteckung mit dem Coronavirus besonders bedrohlich ist. Nun hat es im Rödertal ein Altenpflegeheim der Diakonie Dresden besonders schwer erwischt.

In der Ottendorfer Einrichtung haben sich 16 Bewohner und zwei Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Das ergaben Tests, die in den vergangenen Tagen in dem Altenpflegeheim durchgeführt worden waren. Nach einem Besuch eines Angehörigen bei einem Heimbewohner hatten Mitarbeiter eine Infektion festgestellt. 

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Sofort reagierte die Heimleitung: Alle 70 Bewohner sowie die 42 Mitarbeiter mussten sich daraufhin einem Corona-Test unterziehen. Bei 16 Heimbewohnern sowie bei zwei Mitarbeitern fiel dieser positiv aus. Zwei Mitarbeiter, deren Testergebnis zwar negativ war, die aber Erkältungssymptome zeigten, seien daraufhin ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt worden, so Diakonie-Geschäftsführer Thomas Slesazeck.

Alle 70 Bewohner sowie die 42 Mitarbeiter des Heimes mussten sich einem Corona-Test unterziehen.
Alle 70 Bewohner sowie die 42 Mitarbeiter des Heimes mussten sich einem Corona-Test unterziehen. © Marion Doering

Die Belastung für Heimleitung sowie Mitarbeiter ist in diesen Tagen also noch einmal beträchtlich gewachsen. Denn wie der Diakonie-Geschäftsführer weiter erzählt, arbeite die Belegschaft des Ottendorfer Altenpflegeheimes ja bereits seit Beginn der Pandemie im Frühjahr „schon sehr, sehr intensiv“. 

Slesazeck weist darauf hin, dass für dieses Haus ein zweiwöchiges Betretungsverbot angeordnet wurde. Was vor allem für die dort Lebenden besonders unangenehm ist. Keinen Besuch mehr zu bekommen, die fehlende körperliche Nähe zu den Angehörigen, für die Bewohner ist das schmerzhaft.

Betretungsverbot könnte ausgeweitet werden

Nicht auszuschließen sei eine weitere Ausweitung dieses Betretungsverbotes, so der Geschäftsführer weiter. Jetzt gelte es, die Entwicklung im Ottendorfer Altenpflegeheim abzuwarten, so Slesazeck. Die Tests werden dort weitergeführt.

Es ist seit dem Frühjahr, als die Pandemie auch auf Deutschland übergriff, der erste Covid-19-Ausbruch in dieser Ottendorfer Einrichtung. Auch in anderen Pflegeheimen im Rödertal hatte es in den vergangenen Monaten vereinzelt Corona-Erkrankungen gegeben. Doch in diesem großen Ausmaß wie in Ottendorf noch nicht.

Die Mitarbeiter seien aber auf einen solchen Ernstfall vorbereitet, so der Diakonie-Geschäftsführer. Die Erkrankten seien in ihren Wohnbereichen getrennt worden, das Personal arbeite selbstverständlich mit gegebener Vor- und Umsicht. In den Wohnbereichen des Hauses gelten die üblichen Sicherheitsvorkehrungen, wie etwa das ständige Tragen eines Mund-Nase-Schutzes.

„Eine Covid-19-Diagnose ist nicht gleich das Todesurteil“

Grippe und Norovirus, das sei ja auch immer etwas, womit man alljährlich im Herbst und Winter in einem Altenpflegeheim zu tun habe, so der Geschäftsführer weiter. Und nun komme noch Corona hinzu. Aber, darauf weist Slesazeck ebenfalls hin: „Eine Covid-19-Diagnose ist nicht gleich das Todesurteil“, auch für ältere Menschen nicht, wie etwa Bewohner eines Altenpflegeheimes. Die erkrankten Bewohner würden bestens betreut und gepflegt. Wichtig sei vor allem, dass man sich in diesen pandemischen Zeiten an die vorgeschriebenen Regeln halte.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen war in den vergangenen Tagen im Landkreis Bautzen stark gewachsen, so auch im Rödertal. Laut Landratsamt sind hier bisher 66 Menschen an Covid-19 erkrankt. Davon 18 Menschen im Ottendorfer Altenheim.

Balance zwischen Gesundheitsschutz und menschlicher Nähe

Eine Unterstützung des Pflegepersonals durch Freiwillige oder gar durch Mitglieder der Bundeswehr, wie das auch schon bei einigen Pflegeheimen in anderen Bundesländern der Fall war, ist aber für die Ottendorfer Einrichtung überhaupt kein Thema. „Wir verfügen hier über genügend Personal“, erklärt der Geschäftsführer der Diakonie Dresden. Der Betrieb gehe im Ottendorfer Altenheim wie gewohnt weiter.

Für die dortigen Bewohner dürfte es wohl sehr einsam werden in diesem Corona-Herbst, der für die Mitarbeiter des Ottendorfer Altenpflegeheimes zur Herausforderung wird. Denn sie müssen in den kommenden Monaten eine Balance zwischen Gesundheitsschutz und menschlicher Nähe finden. Etwas, was hoffentlich gelingen wird.

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