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Corona: Bangen um den Dresdner Striezelmarkt

In Dresden wird alles versucht, damit der Striezelmarkt trotz Corona stattfinden kann. Aber selbst Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ist skeptisch.

Für den Striezelmarkt gibt es mehr Geld, ob er stattfindet ist jedoch unklar.
Für den Striezelmarkt gibt es mehr Geld, ob er stattfindet ist jedoch unklar. © Sven Ellger

Dresden.  "Andere Städte haben sich anders entschieden, aber wir wollen alles tun, damit Weihnachtsmärkte stattfinden können", erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) den Stadträten am Mittwochabend im Finanzausschuss. Sie musste er überzeugen, der Abteilung Marktwesen zusätzliche 600.000 Euro zu gewähren - für Zusatzkosten, um den Striezelmarkt coronafähig zu machen.

Oder zumindest, es zu versuchen. Die Bühne am Terrassenufer, ein zusätzliches Kulturprogramm an der Stelle, das Einzäunen dort und am Altmarkt, Zugangskontrollen und Kontaktnachverfolgung bedeuten rund 550.000 Euro Extra-Ausgaben. Dazu muss eine Interims-Elektro-Anlage auf dem maroden Altmarkt installiert werden, was weitere 50.000 Euro kostet.

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Die Stadträte waren aufgeschlossen, hinterfragten aber auch. "Wir planen hier einen Striezelmarkt auf Teufel komm raus", so Grünen-Stadtrat Michael Schmelich. "Aber ein Kulturprogramm am Terrassenufer ist ein zusätzlicher Anziehungspunkt, ist das notwendig und sinnvoll?"  

Striezelmarkt öffnen, wenn es geht - aber mit Maske

OB Hilbert erklärte, dass das genau sein Plan sei. Menschenansammlungen am Altmarkt zu vermeiden, indem auch am Terrassenufer neben Bratwurst und Glühwein Attraktionen geboten werden. "Traditionell werden die Besucher den Altmarkt anstreben, wir müssen alles tun, um Ballungen zu vermeiden."

Eine weitere Frage war, ob es denn überhaupt sinnvoll sei, noch mehr Geld auszugeben, wenn doch die Corona-Zahlen eher auf eine Absage hindeuten und das Land sogar plane, ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen Weihnachtsmärkte zu verbieten. Dresden liegt derzeit bei mehr als 38, nach der Statistik des Landes sogar bei 42.

"Das stand so im Entwurf der neuen Richtlinie drin", bestätigt OB Hilbert. "Aber es deutet alles darauf hin, dass der Wert bei 50 liegen wird." Er wolle, wenn es geht, den Striezelmarkt öffnen. Dann müsse aber sehr genau auf Abstände geachtet werden, alle Masken tragen und die Besucher auch damit leben, dass sie weggeschickt werden. Denn es ist eine genaue Vorgabe geplant, wie viele gleichzeitig reindürfen. 

Hilbert: "Eine Garantie kann niemand geben"

Hilbert halte es für sinnvoll, das Geld auszugeben, in der Hoffnung, dass es klappt. "Eine Garantie kann aber niemand geben." Die FDP wollte weitere 400.000 Euro für die in Konzession vergebenen Märkte für genau diese Corona-Kosten. Märkte wie der auf dem Neumarkt, der Prager Straße und der Hauptstraße. 

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Doch so weit kam es nicht. Linke-Fraktionschef André Schollbach wies darauf hin, dass so ein Beschluss rechtswidrig sei. Wie bei der Quote für Sozialwohnungen war dazu nicht geladen, es konnten nur Entscheidungen zum Striezelmarkt getroffen werden. Also stimmten die Stadträte zu und OB Hilbert sagte zu, dass er einen Eilantrag von CDU und FDP zu den anderen Märkten am 10. November im Stadtrat zulassen werde.  

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