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Touristen sind nicht das Problem

Das Beherbergungsverbot hat sich nicht bewährt. Strengere Regeln für private Feiern schon. Ein Kommentar.

Die Beherbergungsverbote für Reisende aus Risikogebieten innerhalb Deutschlands sorgen bei Herbst-Urlaubern für große Verwirrung und auch für Ärger.
Die Beherbergungsverbote für Reisende aus Risikogebieten innerhalb Deutschlands sorgen bei Herbst-Urlaubern für große Verwirrung und auch für Ärger. © dpa/SZ

Dass der Herbsturlaub nun einfacher wird, ist leider falsch. In einigen Bundesländern müssen Reisende aus Risikogebieten noch immer in Hotels negative Corona-Tests vorweisen, in anderen nicht. Das wird auch so bleiben, bis die Herbstferien in allen Bundesländern vorbei sind. Sachsen hat sich dafür entschieden, das Beherbergungsverbot aus dem Beschränkungskatalog zu streichen. Es hat sich in der Praxis nicht bewährt.

Aufenthalte von Touristen zählen bisher nicht zu den Treibern der Pandemie – vorausgesetzt, sie sind gesund und in Hotels und Pensionen werden die Hygieneregeln streng befolgt. Familienfeiern und Partys sind derzeit deutschlandweit der Hauptgrund für die Ausbreitung des Virus. Im Freundes- und Familienkreis gelten oft keine Abstands- und Hygieneregeln.

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Jetzt ist es wichtig, sich auf diese Problemzonen zu konzentrieren. Die Begrenzungen der Teilnehmerzahlen für private Feiern sind der richtige Weg. In manchen Bars und Restaurants hat der Sommer mit geringen Infektionszahlen zu einem leichtfertigen Umgang mit den Hygienekonzepten geführt. In diesen Bereichen müssen dringend die Kontrollen verstärkt werden.

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