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Corona: Bereits 535 Tote im Kreis Görlitz

Allein seit Anfang Dezember starben 360 Personen an dem Coronavirus. In Sachsen liegt die Übersterblichkeit im Dezember enorm hoch.

Symbolfoto
Symbolfoto © Symbolfoto: Emrah Gurel/AP/dpa

Über die Feiertage wurde weniger getestet, auch wurden weniger neue Fälle und Todesfälle gemeldet. Jetzt werden dem Gesundheitsamt diese Daten nachgemeldet. Das schlägt sich auch in der Statistik nieder.

Demnach wurden für den Zeitraum vom 14. Dezember bis 5. Januar weitere 26 Personen gezählt, die im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorben sind. Das teilt das Gesundheitsamt am Freitag mit. Es handelt sich dabei um zehn Frauen und 16 Männer im Alter von 56 bis 99 Jahren. Sie stammen aus Weißwasser (4 Personen), Görlitz, Löbau, Bad Muskau und Oybin (je drei), Krauschwitz (2) sowie Jonsdorf, Kottmar, Niesky, Olbersdorf, Schönau-Berzdorf, Schöpstal und Zittau (je 1).

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Da nun auch aus Dürrhennersdorf ein Corona-Toter vermeldet wurde, hat jede der 52 Gemeinden mindestens einen Todesfall im Zusammenhang mit dem neuen Virus zu beklagen. Insgesamt sind im Landkreis Görlitz am oder mit dem Coronavirus 535 Menschen bislang gestorben, allein zwischen 1. Dezember und 8. Januar waren es rund 360 - durch Nachmeldungen ist die genaue Abgrenzung schwierig.

88 Prozent mehr Sterbefälle Mitte Dezember in Sachsen

Die Daten aus dem Landkreis korrespondieren auch mit Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Die Behörde veröffentlichte am Freitag eine Sonderauswertung der vorläufigen Sterbefallzahlen bis zum 13. Dezember. Demnach lag in Deutschland die Übersterblichkeit in der Woche vom 7. bis 13. Dezember bei 23 Prozent. Das wird auf Corona zurückgeführt.

Noch auffälliger ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen in Sachsen. Die Differenz zum Durchschnitt der vier Vorjahre nimmt dort seit Oktober von Woche zu Woche deutlich zu, teilt das Bundesamt mit. In der 41. Kalenderwoche (5. bis 11. Oktober 2020) lag die Zahl der Sterbefälle noch unter dem Durchschnitt; in der 50. Kalenderwoche (7. bis 13. Dezember) lag sie 88 Prozent beziehungsweise 970 Fälle darüber.

Bilden die Daten verlässlich die Situation ab?

Ungeachtet der Todesfälle wurden dem Gesundheitsamt in Görlitz binnen 24 Stunden bis Freitagmittag auch 165 neue Infektionen, darunter sieben Kinder, gemeldet. Am Freitag vor einer Woche waren es feiertagsbedingt nur 106 Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 414, weit entfernt von den 50, die Bund und Land mit den Corona-Einschränkungen mindestens erreichen wollen, weil bei einem solchen Infektionsverlauf die Ansteckungsketten nachvollzogen werden können.

Die 165 Neuinfektionen liegen aber nicht so hoch wie bei den erwarteten Nachmeldungen zu befürchten gewesen wären. Das Robert-Koch-Institut warnt im Moment davor, zu viel in die Zahlen hineinzudeuten. Es ist nicht ganz klar, wie zuverlässig sie im Moment das Infektionsgeschehen wiedergeben.

Verlässlichere Angaben wird es frühestens Ende nächster Woche geben, wenn dann zehn "normale" Arbeitstage nach dem Jahreswechsel in den Praxen und Laboren in die Statistik eingeflossen sind.

Kliniken sind weiter hoch belastet

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In den Kliniken des Landkreises werden 230 Menschen derzeit stationär behandelt, 25 davon benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Nach Angaben des Intensivregisters divi mussten 14 Patienten auf den Intensivstationen beatmet werden.

Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich im Landkreis Görlitz nachweislich 12.321 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 7.483 Personen sind zum heutigen Zeitpunkt genesen.

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