merken
PLUS Radeberg

Corona: Bundeswehr hilft im Arnsdorfer Heim

Sechs Soldaten werden nun im Haus am Karswald in Arnsdorf eingesetzt. Die Zahl der Corona-Fälle in der Einrichtung ist auf insgesamt 41 gestiegen.

Zahlreiche Soldaten der Bundeswehr helfen im Kampf gegen das Coronavirus. Sechs von ihnen sind im Haus am Karswald in Arnsdorf im Einsatz.
Zahlreiche Soldaten der Bundeswehr helfen im Kampf gegen das Coronavirus. Sechs von ihnen sind im Haus am Karswald in Arnsdorf im Einsatz. © Julian Stratenschulte/dpa

Arnsdorf. Im Haus am Karswald in Arnsdorf ist bei weiteren Bewohnern das Coronavirus festgestellt worden. Nach Angaben des Leiters Thomas Fink-Schurig sind 22 Frauen und Männer positiv getestet worden. Das sind vier mehr als bisher bekannt. Bei den Mitarbeitern blieb die Zahl konstant bei 19.

Um die Betreuung der Bewohner bestmöglich zu sichern, arbeiten jetzt sechs Soldaten der Bundeswehr im Heim. „Sie helfen beispielsweise bei hauswirtschaftlichen Aufgaben, sie bereiten Essen vor und stellen die Mahlzeiten für die Bewohner bereit. Außerdem sichern sie die Verteilung von Wäsche“, sagt Fink-Schurig. 

Anzeige
Pflegestudium: Bachelor & Berufsabschluss
Pflegestudium: Bachelor & Berufsabschluss

Studium und Pflegepraxis vereinen? Bewerben Sie sich bis zum 1. April 2021 an der ehs Dresden für den Bachelor-Studiengang Pflege!

Darüber hinaus desinfizieren sie Gegenstände wie Türklinken, Geländer oder Tische, lüften Räume und füllen Hygieneartikel auf. „Die Soldaten stehen für Gespräche zur Verfügung oder machen bei Spielrunden mit. Wichtig ist auch die Begleitung der Bewohner bei Spaziergängen. Außerdem überwachen sie die Kontakte der Bewohner untereinander, um so die Infektionsrisiken zu minimieren.“ 

Meistgelesen zum Coronavirus:

Die Soldaten wurden durch das Gesundheitsamt des Landkreises vermittelt, nachdem das Heim um Unterstützung gebeten hatte. Sie sollen zunächst bis Ende November in der Einrichtung arbeiten. Ob es dann eine Verlängerung gibt, ist unklar. 

Weitere Unterstützung erhält das Haus am Karswald vom benachbarten Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf. „Diese Mitarbeiter konzentrieren sich auf pflegerische Fachleistungen“, sagt Fink-Schurig. Nach seinen Angaben haben seine Mitarbeiter durch ihre hohe Einsatzbereitschaft die Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht. 

Mittels Schnelltests sollen jetzt mögliche weitere Infizierte ermittelt und eine Ausbreitung des Virus verhindert werden. „Wir haben ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Das wird dem Gesundheitsamt jetzt zur Bestätigung vorgelegt. Wenn die Genehmigung erfolgt ist, können wir die Schnelltests besorgen und Testungen für Bewohner, Besucher und Mitarbeiter anbieten“, sagt der Leiter.

Schon in der vergangenen Woche hatte die Heimleitung umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um die Ausbreitung zu verhindern. So wurden die betroffenen Wohngruppen unter Quarantäne gestellt und ein Besuchsverbot verhängt. Auch das Personal dieser Wohnbereiche wurde streng von anderen Mitarbeitern getrennt. Die Betreuer werden nur in den betroffenen Gruppen eingesetzt. Sie haben keinen Kontakt zu anderen Bereichen des Heims. Besuche von Bewohnern anderer Gruppen sind weiter möglich. Sie können sich mit Verwandten und Bekannten in separaten Räumen oder im Freien treffen. Mund-Nasen-Schutz, Mindestabstand und häufige Desinfektion sind Pflicht.

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Im Haus am Karswald werden geistig behinderte Menschen und psychisch Kranke betreut. Insgesamt gehören zu der Wohnstätte „Haus am Karswald“ in Arnsdorf fünf Häuser mit 166 Bewohnern. Sie werden in den Wohnbereichen von 134 Mitarbeitern betreut. Nach dem Alten- und Pflegeheim in Radeberg im Frühjahr und dem Pflegeheim der Diakonie Mitte Oktober ist das der dritte Ausbruch in einem solchen Heim.

Im Epilepsiezentrum Kleinwachau hat sich die Zahl der positiv Getesteten leicht erhöht. Aktuell sind drei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne. Außerdem sind drei weitere Personen infiziert. Aus Gründen des Datenschutzes teilt das Epilepsiezentrum nicht mit, ob es sich um Bewohner, Patienten oder Schüler handelt. Vergangene Woche meldete die Einrichtung zwei infizierte Mitarbeiter und eine weitere infizierte Person.

Weiterführende Artikel

Erster Krankenhaus-Neubau seit 108 Jahren

Erster Krankenhaus-Neubau seit 108 Jahren

Das Arnsdorfer Krankenhaus wurde um ein Gebäude erweitert. Dort ist jetzt die Erwachsenenpsychiatrie untergebracht.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Mehr Nachrichten aus Radeberg und dem Rödertal lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radeberg