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Wann gibt es wieder Badespaß?

Bis sich Badelustige wieder in den Freibädern der Region Döbeln tummeln können, dauert es noch etwas. Daran ist nicht nur Corona schuld. Ein Überblick.

Das Freibad in Leisnig ist erst vor ein paar Jahren modernisiert worden. Neben Angeboten für die gesamte Familie genießen Besucher dort besonders gern das exotische Palmenflair.
Das Freibad in Leisnig ist erst vor ein paar Jahren modernisiert worden. Neben Angeboten für die gesamte Familie genießen Besucher dort besonders gern das exotische Palmenflair. © Archiv/Lutz Weidler

Region Döbeln. Badewetter sieht anders aus. Derzeit sehnen höchstens ganz Hartgesottene die Freibadsaison herbei. Noch ist aber auch unklar, welche Corona-Regelungen für den Betrieb der Freizeiteinrichtungen gelten werden.

„Mit einer Entscheidung darüber rechnen wir in den nächsten Tagen“, sagt Lutz Iwan, einer der Geschäftsführer des WelWel Freizeitzentrums Döbeln, das das Freibad in Gebersbach betreibt.

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Dort laufen die Vorbereitungen für die neue Saison schon seit Anfang März. „Wir benötigen etwa sechs bis sieben Wochen Vorlauf. Eigentlich hatten wir die Eröffnung für Pfingsten geplant“, sagt Lutz Iwan. Das hätte aber schon allein wegen des Wetters nichts gebracht.

Warten auf die Eröffnung im Freibad Gebersbach

„Da hätten wir nach der Eröffnung gleich wieder schließen können“, so Iwan. Wer geht schon bei 16 Grad Wassertemperatur baden? Davon abgesehen sind sonnige Momente derzeit eher selten. Es ist kalt, windig und immer wieder regnet es.

„Ich muss ganz ehrlich sagen, dass uns das Wetter zumindest bislang in die Karten spielt. Wir hätten uns geärgert, wenn es jetzt schön gewesen wäre und das Freibad hätte wegen Corona geschlossen bleiben müssen“, sagt Iwan.

Geduld ist also gefragt, nicht nur hinsichtlich des Wetters. „Die technischen Voraussetzungen sind alle erfüllt. Nun kommt am 4. Juni das Gesundheitsamt und entnimmt die Wasserproben. Dann dauert es nochmals ein bis zwei Wochen, bis die Ergebnisse vorliegen und wir dann zumindest aus dieser Sicht grünes Licht geben können“, erklärt der Badleiter.

Aber auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Regelungen sind noch Fragen offen. „Am Mittwoch hat der Landkreis erstmals eine Inzidenz unter 100 gehabt. Bleibt das so, dürfen die Bäder mit strengen Auflagen öffnen“, erklärt Lutz Iwan. Eingereicht werde zunächst das Hygienekonzept, das so aussieht, wie das aus dem vergangenen Jahr.

Preise für Gebersbacher Bad bleiben konstant

Während der Freibadsaison 2020 durften maximal 300 Gäste gleichzeitig im Bad sein. Die Besucher mussten sich beim Einlass für die Kontaktnachverfolgung registrieren lassen, Gemeinschaftsduschen und -Umkleiden blieben geschlossen und auch das Kinderplanschbecken musste wegen seiner Größe von nur 36 Quadratmetern abgesperrt bleiben.

Überdies musste das Personal mehr desinfizieren als es vor der Corona-Pandemie notwendig war. Mittlerweile hat es einige Änderungen gegeben, unter anderem, was die Testpflicht betrifft. Derzeit ist Lutz Iwan mit dem Rasenmäher beinahe im Dauereinsatz.

„Das Wetter lässt das Gras auf den Liegewiesen so schnell wachsen, dass wir es schon dreimal mähen mussten. Bis zur Eröffnung wird es sicher noch ein viertes Mal werden“, sagt Iwan. Auch das Unkraut sprießt in bislang ungekanntem Ausmaß.

Eine Besonderheit des vor 25 Jahren restaurierten Roßweiner Freibades im Wolfstal ist die Lage im Wald. Eine andere, dass es an heißen Tagen eine beachtliche Zahl an Leihsonnenschirmen gibt.
Eine Besonderheit des vor 25 Jahren restaurierten Roßweiner Freibades im Wolfstal ist die Lage im Wald. Eine andere, dass es an heißen Tagen eine beachtliche Zahl an Leihsonnenschirmen gibt. © Archiv/Lutz Weidler
Die Vorbereitungen auf die Freibadsaison in Gebersbach laufen seit März. Bleiben die Inzidenzzahlen im niedrigen Bereich und wird das Hygienekonzept bestätigt, könnte der Badespaß Mitte Juni starten. Nun muss nur das Wetter noch mitspielen.
Die Vorbereitungen auf die Freibadsaison in Gebersbach laufen seit März. Bleiben die Inzidenzzahlen im niedrigen Bereich und wird das Hygienekonzept bestätigt, könnte der Badespaß Mitte Juni starten. Nun muss nur das Wetter noch mitspielen. © Archiv/Dietmar Thomas

Iwan freut sich, dass derzeit im Bereich des Spielplatzes einiges passiert. „Dort sind einige Nadelbäume gefällt worden. Es war einfach ungünstig, dass die Nadeln immer wieder im Sandkasten lagen und auf dem Spielplatz lagen. „Die meisten Leute sind im Freibad ja nun mal barfuß unterwegs“, so Iwan.

Neue Laubbäume sind bereits gepflanzt worden. „Aber bis die Schatten spenden dauert es noch ein paar Jahre“, so der Badleiter. Überdies werden durch den Waldheimer Bauhof derzeit einige neue Spielgeräte aufgebaut. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Iwan, der trotz der Widrigkeiten optimistisch ist.

Was die Badbesucher besonders freuen wird: Die Preise bleiben gegenüber dem Vorjahr konstant. Für unter Vierjährige ist das Badevergnügen kostenlos, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kostet eine Tageskarte 2 Euro und für Erwachsene drei Euro. Ermäßigungen sind mit dem Erwerb von Zehnerkarten möglich. Diese kosten für Kinder und Jugendliche 18 Euro und für Erwachsene 27 Euro.

Freibad Wolfstal bei Roßwein öffnet frühestens Mitte Juni

Roßweins Bäderchef Jens Göhler und sein Team haben routinemäßig alles auf die Freibaderöffnung vorbereitet. Er rechnet allerdings nicht damit, dass er vor Mitte Juni die ersten Gäste empfangen kann.

Bis dahin muss dann auch ein Konzept stehen, wie zum Beispiel die Daten erfasst werden können oder wie es Kinder möglich sein kann, einen tagesaktuellen Corona-Test vorzulegen, „zumal übers Wochenende die Testmöglichkeiten eingeschränkt sind“, sagt Jens Göhler.

Trotzdem: Eine Kontrollmöglichkeit gibt es in Roßwein schon: Der Einlass ist zu Stoßzeiten nahezu immer besetzt, sodass Kontrollen und Erfassungen praktikabel sein dürften. Ob und wie das permanent gewährleistet werden kann, darüber muss es Göhler zufolge noch Abstimmungen mit der Kommune geben, die Träger von Frei- und Hallenbad in Roßwein ist.

Darüber hinaus geht der Badchef davon aus, dass die Mitarbeiter die Pandemie-Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr nutzen und beispielsweise wieder mit Desinfektionen in großem Umfang arbeiten oder die Zahl der Gäste, die sich gleichzeitig auf dem Freibadgelände aufhalten dürfen, beschränkt wird.

Leisnig braucht zusätzlich Personal im Freibad

Leisnig arbeitet im Moment an der Aktualisierung des Hygienekonzeptes. Findet das Zustimmung, ist eine Freibaderöffnung für Mitte bis Ende nächster Woche geplant. Bis dahin gebe es einige Details abzustimmen, sagt Bauamtsleiter Thomas Schröder.

In Leisnig könnte es insofern schwierig sein, die Daten von Besuchern zu erfassen und Corona-Test zu kontrollieren, weil der Badeintritt über einen Automaten geregelt ist.

„Ich könnte mir vorstellen, dass wir jemanden hinsetzen müssen, der die Aufgaben übernimmt“, so Schröder. Überdies glaube er, dass es sinnvoll wäre, dann am Eingang auch Selbsttests zum Kauf anzubieten.

Ansonsten müssten Badewillige zunächst ins Beratungszentrum Lebenszeit oder an die Teststation am Rewe-Markt am Stadtrand fahren. Sonntags allerdings hat das bisher nicht geöffnet.

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