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Weihnachten: Übernachtung im Hotel möglich

Verwandte dürfen beim Besuch der Familie in einem sächsischen Hotel übernachten. Darüber informiert das sächsische Sozialministerium.

Übernachtungen in sächsischen Hotels zum Besuch von Verwandten sowie von Angehörigen in Kliniken und Alten- und Pflegeheimen sind mit der neuen Corona-Schutzverordnung erlaubt.
Übernachtungen in sächsischen Hotels zum Besuch von Verwandten sowie von Angehörigen in Kliniken und Alten- und Pflegeheimen sind mit der neuen Corona-Schutzverordnung erlaubt. © Christoph Schmidt/dpa

Dresden. Wer zu Weihnachten seine Familie besuchen will und bei ihr jedoch nicht unterkommt, kann zu den Feiertagen im Hotel übernachten. Das teilt das sächsische Sozialministerium auf Anfrage der Sächsischen Zeitung mit und bestätigt damit einen Bericht der Leipziger Volkszeitung vom Montag.

Demnach sei in der neuen Corona-Schutz-Verordnung, die ab 1. Dezember gelte, folgendes geregelt: „Untersagt ist der Betrieb von Übernachtungsangeboten, mit Ausnahme von Übernachtungen aus notwendigen beruflichen, sozialen oder medizinischen Anlässen.“

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Einer Ministeriumssprecherin zufolge, sei der soziale Anlass ebenfalls mit einem „Familienbesuch zu Weihnachten im Rahmen der zulässigen Kontakte“ gedeckt oder aber um Angehörige in Alten- und Pflegeheimen oder im Krankenhaus zu besuchen.

Ein positiver Vorstoß, der der Hotelier-Branche in Sachsen zumindest über die Feiertage einige Gäste bringt. Doch dies bereitet dem Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Sachsen noch keine große Freude, wie Hauptgeschäftsführer Axel Klein sagt.

„Wir gehen nicht davon aus, dass die Gästezahlen zu den Feiertagen signifikant ansteigen werden. Es ist eine Möglichkeit, die von Verwandten genutzt werden kann, wenn sie nicht anderweitig unterkommen.“ Doch mit diesem Angebot müsse „maßvoll“ umgegangen werden, denn der Schutz vor dem Coronavirus stehe weiterhin an erster Stelle.

Bundeskanzlerin Merkel kritisiert Hotelöffnungen

Der sächsischen Entscheidung vorausgegangen sind die Regelungen aus mehreren anderen Bundesländern wie Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein sowie Niedersachsen, die Hotelübernachtungen zu den Festtagen im Rahmen des Familienbesuches ebenfalls gestattet haben.

Der Nachbar Brandenburg lehnte hingegen diese Regelung ab und stellte sich auf die Seite der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die diese Hotelöffnungen in der vergangenen Woche kritisiert haben soll. In einer virtuellen Sitzung des CDU-Präsidiums am Montag habe sich die Regierungschefin zwar zu dem Beschluss von Bund und Ländern bekannt, die strengen Corona-Kontaktbeschränkungen über die Festtage zu lockern.

Doch es habe ihr die Fantasie gefehlt, zu ahnen, dass besonders betroffene Länder die Hotels öffnen wollten, wurde sie in der dpa zitiert. Es sei nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwandte in der Region besuchten.

Familienbesuch sind "keine touristischen Übernachtungen"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält eine Hotelübernachtung für Weihnachtsbesuche für vertretbar. Altmaier sagte, wenn es zugelassen sei, dass Zusammenkünfte über Weihnachten in einem engen Rahmen stattfinden, dann sei es aus seiner Sicht auch „vertretbar“, dass dafür dann „Hotelübernachtungs-Kapazitäten“ zur Verfügung gestellt werden.

„Denn nicht jeder hat zu Hause die Möglichkeiten, um seinen Gästen dann eine Übernachtung mit ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen“, sagte Altmaier. Das müsse aber im Einzelfall von den Bundesländern entschieden werden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): "Das familiäre Beisammensein über Weihnachten ist ein ganz zentraler Bestandteil unserer Alltagskultur."
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): "Das familiäre Beisammensein über Weihnachten ist ein ganz zentraler Bestandteil unserer Alltagskultur." © Odd Andersen/AFP Pool/dpa

„Wenn es jetzt um die Frage der Weihnachtstage geht, will ich nur darauf hinweisen, dass nach meiner festen Überzeugung Weihnachtszusammenkünfte im engen, überschaubaren familiären Kreis, so wie das von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen worden ist, keine touristischen Übernachtungen sind, sondern das ist eine Kategorie, die wir ausdrücklich erlauben und ermöglichen wollen, weil das familiäre Beisammensein über Weihnachten ein ganz zentraler Bestandteil unserer Alltagskultur ist,“ sagte Altmaier weiter.

Hotels in Sachsen hoffen auf den Januar

Sachsen hat derzeit bundesweit die höchste Rate an Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner. Von den zehn am stärksten betroffenen Landkreisen bundesweit liegen fünf in Sachsen. Dennoch hat der Freistaat die Hotelregelung für die Weihnachtsfeiertage getroffen.

Die Dehoga Sachsen warnt jedoch vor der Missachtung der geltenden Corona-Regeln: „Jeder einzelne Bereich der Gesellschaft, also auch wir privat, müssen uns konsequent daran halten, damit es im kommenden Jahr Lockerungen geben kann. Wir haben die Hoffnung im Januar oder Februar wieder allgemein für Gäste öffnen zu können“, so Hauptgeschäftsführer Axel Klein.

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Auch in der Gaststättenbranche erhofft sich der Verband während der Feiertage mehr Kunden, die ihre Speisen abholen und zu Hause in „gewohnter Qualität“ verspeisen. In den letzten Monaten wurde für die Corona-Überbrückung die Initiative „Lokalhelden Sachsen“ gegründet, die auf der gleichnamigen Homepage eine Übersicht der Gaststätten mit Abholservice anbietet. (mit dpa)

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