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Impfzentren in Sachsen sollen im Dezember starten

Die ersten Corona-Impfzentren sollen in Dresden, Chemnitz und Leipzig entstehen, dann folgen die Landkreise. Was das mit Messegeländen zu tun hat.

Corona-Impfzentren sollen ab dem 15. Dezember an den Start gehen. Nun gibt es die ersten öffentlichen Informationen.
Corona-Impfzentren sollen ab dem 15. Dezember an den Start gehen. Nun gibt es die ersten öffentlichen Informationen. © Felix Kästle/dpa (Symbolbild)

Dresden. Der Freistaat bereitet sich auf die Corona-Impfungen vor. Bis Mitte Dezember sollen die Einrichtungen in den drei sächsischen Großstädten und in jedem Landkreis öffnen, teilte das Staatsministerium für Gesundheit und Soziales am Donnerstag mit. In Dresden, Leipzig und Chemnitz sollen die örtlichen Messehallen zu Impfzentren umfunktioniert werden. Derzeit werden noch die Verträge verhandelt.

Ein erster Testlauf, ob die geplante Logistik funktioniert, soll nach SZ-Informationen Ende kommender Woche in einer der Großstädte stattfinden. Dort sollen Abläufe erprobt und das Personal geschult werden, heißt es. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bezeichnete die Impfungen als logistische Mammutaufgabe. Das Ministerium hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) damit beauftragt, den Betrieb der Einrichtungen landesweit zu koordinieren. Dazu wurde ein Arbeitsstab aus DRK, Technischem Hilfswerk und Bundeswehr eingerichtet. Auf Ebene der Landkreise soll dieses Gremium durch lokale Einsatzstäbe ergänzt werden, so eine Ministeriumssprecherin. „Einbezogen sind zudem die Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter Unfallhilfe und die Malteser sowie die kommunale Ebene.“ Bis zum 15. Dezember soll nach den Anforderungen des Bundes in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt jeweils ein Impfzentrum sowie ein mobiles Impfteam eingerichtet werden.

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Impfzentren: Sachsen liegt im "Zeitplan des Bundes"

Im Landkreis Görlitz etwa ist die Messehalle Löbau als Standort für das Impfzentrum im Gespräch. Infrage kommen grundsätzlich vor allem größere Mehrzweckhallen. Die Impfzentren sollen in festen Gebäuden eingerichtet werden, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Dazu gehören räumliche Unterteilungsmöglichkeiten, um separate Stationen einzurichten, Räume für Anmeldung und Wartebereich sowie gesicherte Lagerräume.

Außerdem sollen die Impfzentren über ausreichend Parkplätze und eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr verfügen. Außerdem soll es ausreichend Toiletten und genügend Platz auf Fluren, in Funktions- und in Warteräumen geben, damit der Infektionsschutz eingehalten werden kann. Ob zusätzliche Außenstellen der Impfzentren errichtet werden, hängt nach Ministeriumsangaben von den Entfernungen zu den Bevölkerungsgruppen ab, die geimpft werden müssen. Mobile Teams sollen Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime aufsuchen und an kurzzeitig eingerichteten Impfstellen eingesetzt werden.

Anders als in zahlreichen Bundesländern, in denen die Pläne bereits feststehen, sind in Sachsen noch viele Faktoren ungeklärt. Wie die Sprecherin des Sozialministeriums mitteilt, sei der Freistaat „im Zeitplan des Bundes“. Die Landesregierung orientiert sich nach SZ-Informationen an ersten Planungskonzepten zu Impfstandorten aus Baden-Württemberg und Bayern.

Am Anfang werden es vor allem ehrenamtliche Helfer der Rettungsorganisationen sein, die zum Einsatz kommen. Viele müssen aber erst für Aufklärungsgespräche zu Risiken geschult werden.

Unklar ist, wie Termine an Impfwillige vergeben werden sollen. Bei Krankenkassen und Ärzteverbänden gibt es bereits bestehende Systeme, um per Telefon oder Internet einen Termin zu vereinbaren. Das muss aber medizin- und datenschutzmäßig geprüft werden. Und: Es muss innerhalb innerhalb von 28 Tagen ein zweites Mal geimpft werden. „Das können spannende Weihnachtstage werden“, sagt ein Experte.

Geheimer Ort für Anlieferung des Impfstoffs in Sachsen

Für Beschaffung und Lieferung des Corona-Impfstoffs an die Bundesländer ist der Bund verantwortlich. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht von einer deutschen Impfstoff-Zulassung im ersten Quartal 2021 aus. Wo der Impfstoff gelagert wird, will das Ministerium aus Sicherheitsgründen nicht mitteilen.

Sichergestellt sei jedoch, dass der Lagerort die besonderen Anforderungen erfüllt, vor allem in Bezug auf die nötige Kühlung. „Die Impfstofflieferung erfolgt in Teil-Chargen. Abhängig davon, wann die Lieferung über den Bund eintrifft, wird die Verteilung der Impfdosen auf die Zentren erfolgen“, so eine Sprecherin.

1,2 Millionen Spritzen und Kanülen für die Injektion des Impfstoffes sind größtenteils bereits Anfang November im Freistaat angekommen. Zur Beschaffung dieser Verbrauchsmaterialien sowie zu den Kosten wollte sich das Sozialministerium auf Anfrage nicht äußern.

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Sachsen erhält einen Anteil von etwa einer Million Impfdosen. Das reicht für 500.000 Menschen. Bevorzugt geimpft werden sollen zunächst ältere Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen, außerdem Mitarbeiter von Gesundheitsämtern und Sicherheitsbehörden, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher.

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