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Die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Ministerpräsident Kretschmer denkt an strengere Regeln, Landkreis Bautzen stark betroffen, Protest gegen neue Corona-Regeln. Der Überblick.

In vielen Städten in Sachsen gibt es strengere Ausgangsbeschränkungen. Auch die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit wurde erweitert.
In vielen Städten in Sachsen gibt es strengere Ausgangsbeschränkungen. Auch die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit wurde erweitert. © dpa/Lino Mirgeler

Dresden. Bei 2.114 Menschen in Sachsen wurde innerhalb der letzten 24 Stunden eine Corona-Infektion festgestellt. Etwa ein Sechstel der Neuinfektionen, also rund 330 positiv Getestete, wurden im Landkreis Bautzen gezählt. Mit etwa 300 Neu-Infizierten ist die Landeshauptstadt Dresden an zweiter Stelle. Danach folgt der Landkreis Zwickau mit 238 Personen, die sich von Dienstag auf Mittag mit Covid-19 angesteckt haben.

Sachsens Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch insgesamt 60.720 Corona-Infektionen seit Anfang der Pandemie im Frühjahr. 1.075 Menschen sind nach Ministeriumsangaben an oder mit einer solchen Infektion gestorben, das sind 69 mehr als noch am Vortag. Inzwischen gelten geschätzt 38.210 Menschen als genesen.

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Wegen einer Corona-Infektion befinden sich derzeit 2.266 Menschen in sächsischen Krankenhäusern zur Behandlung. 422 Patienten davon sind auf der Intensivstation, 28 Personen mehr als noch am Dienstag. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat ist am Mittwoch erneut auf 261 gestiegen. Sachsen verzeichnet laut Robert Koch-Institut derzeit bundesweit die höchste Rate an Neuinfektionen binnen 7 Tagen je 100.000 Einwohner. In den meisten der 13 Regionen im Land gelten Ausgangsbeschränkungen.

Kretschmer denkt an noch härtere Corona-Regeln

"Es war richtig, dass wir im Sommer die Möglichkeiten des niedrigen Infektionsgeschehen genutzt haben. Wir hatten damals sehr niedrige Zahlen. Aber wir haben die Kraft des Virus mit Beginn der Herbst- und Winterzeit, in der man sich wieder mehr in Innenräumen aufhält, unterschätzt. Darum mussten wir jetzt handeln", sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Mittwoch.

Sollten die Infektionszahlen in den nächsten zwei Wochen nicht sinken, will er noch schärfere Maßnahmen, erklärt er im Interview mit Sächsische.de.

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) erwägt härtere Corona-Schritte.
Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) erwägt härtere Corona-Schritte. © Archiv/Matthias Rietschel

So ist die aktuelle Lage in den sächsischen Kreisen

Die Zahlen der Corona-Infizierten steigt trotz des Teil-Lockdowns in den sächsischen Kreisen weiter an. Hier ein Überblick:

  • Landeshauptstadt Dresden: Neun weitere Corona-Patienten sind von Dienstag auf Mittwoch verstorben. Die Corona-Ampel steht jetzt bei 187,9. Dieser Wert ist niedriger als am Dienstag. Das sind die neuesten Entwicklungen zu Corona-Pandemie in der Landeshauptstadt.

  • Landkreis Görlitz: Die Corona-Pandemie hat weitere vier Menschenleben im Landkreis Görlitz gekostet. Zwei 95-jährige Männer, ein 74-Jähriger sowie eine 83-jährige Frau sind am oder mit dem Virus gestorben. Der Landkreis hält seine neueste Allgemeinverfügung für rechtssicher, auch wenn er nicht, wie vom Freistaat in seiner Corona-Verordnung festgelegt, die Zahlen vom RKI, sondern die vom eigenen Gesundheitsamt nimmt. Der Überblick vom Landkreis an der Neiße.

  • Landkreis Bautzen: Im Landkreis Bautzen sind am Mittwoch insgesamt 334 Coronavirus-Neuinfektionen festgestellt worden. Dies ist der höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie. Zwei Patienten sind verstorben. Wie das Landratsamt Bautzen mitteilt, werden in Abstimmung mit mit dem Freistaat am kommenden Freitag die Einwohner in der stärker betroffenen Gemeinde Räckelwitz mit einem Corona-Schnelltest auf eine Infektion untersucht.

  • Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge: Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist die Zahl der derzeit mit Corona infizierten Personen auf 1.347 gesunken, teilt das Landratsamt am Abend mit. Das sind 95 weiniger als am Vortag. Die Gesamtzahl der an oder mit Covid-19 verstorbenen Personen ist um eins auf 87 gestiegen. In Rathmannsdorf in der Sächsischen Schweiz läuft am Freitag eine große Testaktion. Alle der knapp 1.000 Einwohner der Gemeinde können sich dabei kostenfrei auf das Coronavirus testen lassen.

  • Landkreis Meißen: Der hohe Tageszuwachs an neuen Corona-Fällen hält im Landkreis Meißen unvermindert an. Im Landkreis Meißen gibt es seit dem Vortag 152 neue Corona-Infizerte. Ab sofort stellt der Landkreis Meißen die bisherige Information über den Inzidenzwert des Landkreises ein, so dass für Mittwoch keine eigenen Meißner Daten vorliegen. "Bislang gab es drei Werte, das führte zur Verwirrung", so der Meißner Landrat Hänsel.

  • Landkreis Mittelsachsen: Weitere vier Menschen, bei denen das Coronavirus nachgewiesen worden ist, sind verstorben. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus ist in Mittelsachsen auf 24 gestiegen. Nahezu unverändert ist die Situation in den Kliniken. 112 Patienten, die an dem Virus erkrankt sind, werden stationär behandelt, elf der Betroffenen werden beatmet.

  • Chemnitz: Für die drittgrößte Stadt in Sachsen Chemnitz gelten von Mittwoch an ebenfalls strengere Corona-Regeln. Dazu zählen etwa eine Ausweitung der Maskenpflicht in der Innenstadt und ein teilweises Alkoholverbot. In Chemnitz greifen zudem Kontakt - und Ausgangsbeschränkungen. Die Wohnung darf dann nur noch aus "triftigen Gründen" verlassen werden - etwa für den Weg zur Arbeit, Schule und Kita, dem Arzt oder für Sport. Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) appellierte an die Bürger: "Meine Bitte: Wägen Sie ab, ob Sie wirklich einen triftigen Grund haben, die Wohnung zu verlassen."

  • Landkreis Leipzig: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat nun auch der letzte Landkreis in Sachsen seine Regeln verschärft. Wie der Landkreis Leipzig am Mittwoch mitteilte, gilt von Donnerstag (3. Dezember) an eine Allgemeinverfügung. Laut Robert Koch-Institut lag der Landkreis bisher bei einem Inzidenzwert 199 und somit noch unter dem Grenzwert von 200. Dennoch hat das Landratsamt strengere Regelungen verkündet.

Bautzen: Sportler protestieren gegen Corona-Maßnahmen

Mit Abstand stehen vier Männer auf dem Kornmarkt in Bautzen. Einer hat ein Rad dabei, einer trägt einen Trainingsanzug, einer einen Badmintonschläger: Die Utensilien, die sie dabeihaben, stehen symbolisch für ihr Anliegen. Sie rufen zum Protest gegen die Schließung der Sportstätten wegen der Corona-Pandemie auf.

Dabei wollen sie aber nicht dicht an dicht nebeneinander stehen wie bei den "Querdenken"-Protesten. Stattdessen wollen sie ihren Protest online abhalten. Was ihre ungewöhnliche Idee direkt mit Sport zu tun hat und wie sie sie vorbereiten.

Die Fußball-Übungsleiter bei Budissa, Swen Fromelius und André Domsch, der Bautzener Triathlet Maik Petzold und Stadtrat Mike Hauschild (von links) rufen zum Protest gegen die coronabedingte Schließung von Sportstätten auf.
Die Fußball-Übungsleiter bei Budissa, Swen Fromelius und André Domsch, der Bautzener Triathlet Maik Petzold und Stadtrat Mike Hauschild (von links) rufen zum Protest gegen die coronabedingte Schließung von Sportstätten auf. © SZ/Uwe Soeder

Finanzstreit: Kretschmer weist Brinkhaus-Forderung zurück

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Forderung des Unionsfraktionschefs im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU), nach mehr Corona-Hilfen der Länder zurückgewiesen. "Dieser Streit ist aus meiner Sicht völlig an den Haaren herbeigezogen. Es gibt ihn so nicht", sagte er am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin".

"Ich glaube, dass wir gerade in der jetzigen Zeit Menschen brauchen, die mit Ruhe, Sachlichkeit und Verstand am Werk sind. Ein Streit jetzt auch ums Geld ist das letzte, was wir brauchen." Brinkhaus hatte mit seinem Vorstoß für einen größeren Länderbeitrag zu den Corona-Hilfen eine breite Länderfront auch aus den eigenen Reihen gegen sich aufgebracht, aber auch Rückendeckung von Unions-Haushalts- und Wirtschaftsexperten bekommen.

Rund 200 Menschen protestieren gegen Maßnahmen

Eine nicht angemeldete Versammlung auf dem Markt in Annaberg-Buchholz hat am Dienstagabend die Polizei auf den Plan gerufen. Schätzungsweise seien bis zu 200 Menschen vor Ort gewesen, informierte eine Polizeisprecherin am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sie hätten sich nur teilweise an die Vorgaben zum Mindestabstand gehalten. Offensichtlich sei das Ziel gewesen, Corona-Schutzmaßnahmen bewusst zu unterlaufen.

Der Erzgebirgskreis ist einer der Hotspots der Corona-Pandemie in Sachsen und bundesweit. Im Internet hatte ein "Karl Stülpner Kommando" dazu aufgerufen, um 19 Uhr auf den Markt zu kommen, dort Lieder zu singen und "kollektiven Ungehorsam" angesichts der aktuellen Corona-Beschränkungen zu zeigen. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit etwa 25 Polizisten vor Ort. Es wurden Anzeigen erstattet wegen Beleidigung eines Beamten und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Außerdem habe ein Mann falsche Angaben zu seiner Person gemacht, hieß es.

Datenschutzbeauftragter für Verbesserung von Corona-App

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) hat sich hinter Forderungen nach einer Verbesserungen der Corona-Warn-App gestellt. "Wir sind der festen Überzeugung, dass man die Corona-Warn-App um Funktionen ergänzen kann, ohne Datenschutzprobleme zu bekommen", sagte Kelber laut "Welt".

So könne etwa eine automatische Cluster-Erkennung integriert werden. "Außerdem könnte man die Zettelwirtschaft in der Gastronomie beenden, indem man eine entsprechende Registrierungsmöglichkeit in der App integriert", zitierte die Zeitung den Datenschutzbeauftragten. Denkbar sei auch, dass die Nutzer negative Testergebnisse freiwillig teilten, um die Pandemie-Forschung zu unterstützen.

Städtebund fordert mehr verkaufsoffene Sonntage

Angesichts der Umsatzeinbrüche bei vielen Einzelhändlern in der Corona-Krise fordert nun auch der Städte- und Gemeindebund, mehr verkaufsoffene Sonntage zu gestatten. Die Geschäfte in den Innenstädten gerieten "zunehmend in die Krise und können sich kaum gegen einen Online-Handel behaupten, der sieben Tage die Woche 24 Stunden offen ist", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "Handelsblatt". "Da wäre es richtig und wichtig, jedenfalls in dieser Krisensituation zusätzliche verkaufsoffene Sonntage zu ermöglichen."

Dresden: Ski-Weltcup ohne Schweden und Norweger

Nach Norwegen zieht auch Schweden seine Teilnahme an den Weltcup-Rennen im Skilanglauf in Davos und Dresden zurück. Die Sportler fürchten, mit dem Coronavirus infiziert zu werden. Damit bleiben zwei der erfolgreichsten Skinationen dem Wettbewerb fern.

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Der Arzt der schwedischen Mannschaft sagte am Mittwoch laut einer Mitteilung des Schwedischen Skiverbandes, man könne zurzeit keine sichere Hin- und Rückreise von und nach Dresden und Davos garantieren. "Wenn etwas schief geht, kann die Krankheit möglicherweise schwerwiegende Folgen für die infizierte Person haben. Keiner von uns ist bereit, dieses Risiko einzugehen", sagt Per Andersson.

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