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Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Neue Regeln in Supermärkten, Steigende Übersterblichkeit, Corona-Schnelltests vor Weihnachten und Arzt unter Verdacht. Ein Überblick.

Symbolfoto: Menschen im Freistaat können sich freiwillig per Schnelltest auf Corona testen lassen. Beispielsweise in Dresden.
Symbolfoto: Menschen im Freistaat können sich freiwillig per Schnelltest auf Corona testen lassen. Beispielsweise in Dresden. © Herbert Neubauer/APA/dpa

Dresden. Die Zahl der bestätigten Corona-Fällen in Sachsen steigt trotz des härteren Lockdowns weiter an. Dem Gesundheitsministerium sind seit Freitag 7.039 neue Infektionsfälle gemeldet worden (Am Wochenende werden keine neuen Gesamtzahlen veröffentlicht). Damit hat sich die Zahl der mit Covid-19 infizierten Menschen im Freistaat seit dem ersten bekannten Corona-Fall am 2. März 2020 in Sachsen auf insgesamt 109.229 erhöht. Nach Ministeriumsangaben sind allein in den vergangenen 24 Stunden, also von Sonntag auf Montag, 2.126 neue laborbestätigte Fälle gemeldet worden. Die geschätzte Zahl der inzwischen Genesenen liegt derzeit bei 70.000.

Ebenfalls weiter gestiegen ist die Zahl der Menschen, die mit oder wegen des Virus' Sars-Cov-2 gestorben sind, ist deutlich gestiegen. Am Montagnachmittag wurden 158 neue Todesfälle gemeldet, damit wurden bisher 2.286 Corona-Tote verzeichnet. Der Inzidenzwert für den Freistaat liegt laut dem Staatsministerium inzwischen bei 444 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - am Freitag lag er noch bei 415. Bundesweit, wo die 7-Zage-Inzidenz bei 197,1 liegt, weist der Freistaat die mit Abstand höchsten Werte auf.

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Supermärkte in Sachsen dürfen doch alle Waren verkaufen

Supermärkte müssen doch nicht die Abteilungen schließen, in denen keine Lebensmittel verkauft werden. Hartmut Mangold, Staatssekretär und Amtschef im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, erläuterte am Montag bei einem Pressebriefing die Regeln für Supermärkte. Dort gelte das sogenannte „Schwerpunktprinzip“.

Wenn Mischbetriebe mehr als die Hälfte im Lockdown erlaubte Waren des täglichen Bedarfs anbiete, könnten sie auch andere Waren mit verkaufen, um die Betriebsabläufe nicht zu stören, so Mangold. Geschäfte, die ihr Hauptaugenmerk jedoch nicht auf Lebensmittel haben, dürften ausschließlich die erlaubten Waren verkaufen.

In den vergangenen Tagen hatte es vermehrt Beschwerden gegeben, weil einige Supermärkte davon ausgegangen waren, Waren die nicht dem täglichen Bedarf dienen, nicht verkaufen zu dürfen. Deshalb waren mehrere Bereiche in Märkten abgesperrt worden. Das ist nach den Aussagen der Landesregierung allerdings nicht nötig.

Im Edeka Pirna wurden noch am Wochenende einzelne Regale, wie das von Tchibo, mit Folien abgetrennt. Damit ist es nun vorbei. Die Artikel darf man wieder kaufen.
Im Edeka Pirna wurden noch am Wochenende einzelne Regale, wie das von Tchibo, mit Folien abgetrennt. Damit ist es nun vorbei. Die Artikel darf man wieder kaufen. © Marko Förster

Steigende Übersterblichkeit in Sachsen

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hat am Montag ihr tägliches Corona-Briefing für Pressevertreter wieder aufgenommen. Derzeit werden 3.332 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 616 davon auf Intensivstationen. Noch 63 Intensivbetten seien in Sachsen frei. „Wir sind sehr stark ausgelastet“, so die Ministerin. Doch: Aus heutiger Sicht gebe es das Signal, dass die Kapazitäten ausreichen.

Darüber hinaus sei die Lage in den Krematorien zwar angespannt, aber händelbar. Viele Bestatter arbeiteten im Schichtbetrieb, aber noch händelbar. Am Rande erwähnte Köpping, dass das Statistische Bundesamt eine wachsende Übersterblichkeit in Sachsen sehe.

Köpping erläuterte auch das sogenannte „Kleeblattsystem“, nach dem Patienten aus Sachsen auf andere Bundesländer verteilt werden, sollten die Kapazitäten im Freistaat nicht ausreichen. 30 Patienten können demnach nach Thüringen, 28 nach Sachsen-Anhalt und 10 weitere nach Rostock gebracht werden. Es laufen laut Köpping auch weitere Verhandlungen, um diese Reserven zu erhöhen. Rund 30 Patienten seien nach Halle verlegt worden.

Keltereien im Landkreis Görlitz setzen viel Glühwein ab

Die Lage der Keltereien im Süden des Landkreises Görlitz ist nicht so schlecht wie die Corona-Situation vermuten lässt. Das trifft auf die Kelterei Linke in Neugersdorf ebenso zu wie auf die Kelterei Mitschke in Ebersbach. Die Grundlage legten die Geschäftsinhaber René Linke und Gunter Mitschke bereits im Frühjahr.

Während des ersten Lockdowns stellten sich die Unternehmer auf die mögliche corona-bedingte Situation im Herbst und Winter ein. Normalerweise setzen die Keltereien dann besonders viel Glühwein ab.

Für Glühweinverkäufer auf den Weihnachtsmärkten wird das Getränk in Kanistern abgefüllt. Doch darauf wurde verzichtet. Umso mehr Glühwein wurde an private Kunden verkauft – bei Mitschkes war das Getränk zwischenzeitlich sogar mal knapp und wurde noch einmal angesetzt. Im Online-Shop gibt es auch einiges zum Probieren.

Sachsen sucht freiwillige Helfer für Kliniken

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat wegen der angespannten Corona-Lage in vielen Kliniken niedergelassene Mediziner gebeten, ihre Arztpraxen über die bevorstehenden Feiertage geöffnet zu lassen. Zudem rief sie Freiwillige auf, in den Krankenhäusern ihre Mitarbeit anzubieten: "Bitte melden Sie sich, wenn Sie Essen austeilen oder anders helfen können in den Kliniken oder Heimen. Das Personal freut sich über jede Entlastung, wenn die Leute auch mal ein, zwei Tage frei machen können", sagte die Ministerin der "Leipziger Volkszeitung".

Mit Blick auf die Praxis-Ärzte sagte Köpping: "Ich bitte wirklich die niedergelassenen Ärzte aller Fachrichtungen, auf ihren wohlverdienten Weihnachtsurlaub zu verzichten und uns zu unterstützen." Mit diesem solidarischen Beitrag könnten die Notfallzentren und Kliniken unterstützt werden.

"Nicht jeder, der Beschwerden hat, die vielleicht gar nichts mit Corona zu tun haben, soll die Notfallzentren um die Feiertage herum aufsuchen. Wer kein Notfall ist, muss da nicht hin, sondern soll in die Arztpraxis gehen", so Köpping weiter. Auch für die Impfteams in Sachsen werde noch zusätzliches Personal benötigt. Neben den Ärzten brauche es weitere Mitarbeiter, die die Daten erfassen, und jede einzelne Impfung vorbereiten.

Corona: Was beim 15-Kilometer-Radius gilt

Sachsen dürfen derzeit nur im Umkreis von 15 Kilometern um ihren Wohnort Sport machen oder Einkaufen. Auf Nachfrage von Sächsische.de stellt die Polizei klar, dass die Luftlinie maßgeblich sei. Auch wenn der Weg bis in einen anderen Ort zwanzig Kilometer weit sei, zählt die direkte Distanz.

Außerdem gilt die eigenen Adresse als Ausgangspunkt der Messung, nicht etwa eine Stadtgrenze oder ein Ortskern. Derzeit führt die Polizei keine separaten Kontrollen der 15 Kilometer Regel durch. Wer in eine allgemeine Verkehrskontrolle gerät oder in einen Unfall verwickelt ist, wird sich jedoch rechtfertigen müssen, wenn er in dem Moment weiter als 15 Kilometer von zu Hause weg ist.

Hier können Sie sich vorm Fest in Dresden testen lassen

Schnelltests vor Weihnachten sind aktuell sehr gefragt. Sie sollen zumindest etwas Sicherheit geben, die eigene Familie über die Festtage zu schützen. Wenngleich die Testergebnisse nur für kurze Zeit Aussagekraft haben und eine Infektion mitunter nicht erkennen. Kurz vor Weihnachten öffnet in Dresden ein Schnelltest-Zentrum.

Am Dienstag und Mittwoch kann jeder, der sich vor Weihnachten noch testen lassen will, dies in der Messehalle 1 tun. Die Firma Hectas bietet jeweils von 9 Uhr bis 15 Uhr Corona-Schnelltests an. Was das kostet und wo noch schnelle Tests möglich sind, erfahren Sie hier.

Test vorm Fest? In Dresden ist das möglich.
Test vorm Fest? In Dresden ist das möglich. ©  dpa/Sebastian Gallnow (Symbolbild)

Görlitzer Arzt unter Verdacht

Ein Vorfall in einem Görlitzer Pflegeheim ruft nun die Behörden auf den Plan. Ein Görlitzer Allgemeinmediziner soll in der Einrichtung Corona-Schutzmaßnahmen ignoriert und Personal eingeschüchtert haben. Ein Bewohner des Heimes war gestorben. Zuvor war er positiv auf das Coronavirus getestet worden und soll an der Krankheit gelitten haben. Die Infektion soll nicht im Totenschein benannt worden sein, die der Arzt ausstellte.

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