merken
PLUS Sachsen

Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Nächtliche Ausgangssperren ab Montag, dramatischer Appell von Dresdner Klinik, Impfstart im Januar, Polizei will strengere Kontrollen. Ein Überblick zur Corona-Lage.

Ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) geht durch eine Halle der Leipziger Messe. Dort entsteht ein künftiges Impfzentrum zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ab Januar soll es losgehen.
Ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) geht durch eine Halle der Leipziger Messe. Dort entsteht ein künftiges Impfzentrum zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ab Januar soll es losgehen. © Sebastian Willnow/dpa

Dresden. Bei 2.694 Menschen in Sachsen wurde innerhalb der letzten 24 Stunden eine Corona-Infektion festgestellt. 422 der Neuinfektionen wurden im Landkreis Görlitz gezählt. 366 sind es im Landkreis Bautzen. Der Landkreis Meißen meldet mit 293 die drittgrößte Zahl an Neuinfektionen mit Covid-19, die von Dienstag auf Mittwoch dazu kamen.

Sachsens Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch insgesamt 75.893 Corona-Infektionen seit Anfang der Pandemie im Frühjahr. 1.864 Menschen sind nach Ministeriumsangaben an oder mit einer solchen Infektion gestorben, das sind 66 mehr als noch am Vortag. Inzwischen gelten geschätzt 47.800 Menschen als genesen.

Anzeige
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA

Ab dem 18. Januar gibt es bei NORMA wieder zahlreiche Rabattaktionen. Hier finden Sie die besten Angebote und Aktionsprodukte aus dem aktuellen Prospekt.

Wegen einer Corona-Infektion befinden sich derzeit 2.697 Menschen in sächsischen Krankenhäusern zur Behandlung. 476 Patienten davon sind auf der Intensivstation. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat ist am Mittwoch erneut auf 315 gestiegen. Im Vergleich zu vergangener Woche mit 261 ein massiver Anstieg.

Nächtliche Ausgangssperre für ganz Sachsen geplant

Der geplante harte Lockdown in Sachsen ist formal noch nicht beschlossen, da sickern erste Details aus der neuen Corona-Verordnung durch. Demnach soll es überall in Sachsen zwischen 22 und 6 Uhr eine nächtliche Ausgangssperre geben, wie Sächsische.de erfuhr.

Auch Details zu Einkaufsregeln und Demo-Verboten sind in der Diskussion. Im Landtag soll am Donnerstag darüber beraten werden.

Kommt eine nächtliche Ausgangssperre in Sachsen? Dann bleibt die Kneipenmeile auf der Karl-Liebknecht-Straße in Leipzig nicht nur wegen der geschlossenen Bars nachts menschenleer.
Kommt eine nächtliche Ausgangssperre in Sachsen? Dann bleibt die Kneipenmeile auf der Karl-Liebknecht-Straße in Leipzig nicht nur wegen der geschlossenen Bars nachts menschenleer. © Sebastian Willnow/dpa

Bautzen: Schon Donnerstag schärfere Corona-Regeln

Im Landkreis Bautzen sollen schon ab Donnerstag schärfere Corona-Regeln gelten – also bereits vor dem sachsenweiten Lockdown. Diese betreffen zum Beispiel ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit und eine Maskenpflicht auf allen öffentlichen Straßen und Plätzen. Die frühere Schließung von Schulen und Kitas ist nicht vorgesehen.

Grund für den Schritt sei die Lage in den Krankenhäusern, sagte Landrat Michael Harig (CDU) auf Anfrage von Sächsische.de. Im Landkreis Bautzen war am Dienstag nur noch ein Corona-Intensivbett frei. Nach Angaben der Klinikleitstelle Ostsachsen wurden in den Krankenhäusern des Kreises 211 Covid-19-Patienten behandelt, davon 34 auf einer Intensivstation.

Viele Sachsen für härtere Corona-Regeln

Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte bleiben ab kommendem Montag geschlossen - wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen zieht Sachsens Landesregierung die Notbremse und verordnet dem Bundesland ab kommendem Montag einen harten Lockdown.

Dieser Kurs wird von vielen Sachsen mitgetragen, wie eine repräsentative Exklusiv-Umfrage zeigt, die Sächsische.de zusammen mit den Meinungsforschern von Civey gestartet hat.

Dramatischer Appell von Dresdner Kliniken

Mit einem dramatischen Appell richten sich die Dresdner Krankenhäuser an die Menschen in der Region, um auf die zugespitzte Lage bei der Versorgung von Corona-Patienten aufmerksam zu machen.

Inzwischen habe der massive Anstieg der schwer erkrankten Infizierten auch die Kliniken in Dresden an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht, heißt es in einem Brief, den die Häuser am Mittwochvormittag gemeinsam veröffentlicht haben.

Corona bringt Dresdner Kliniken ans Limit. Nun wenden sie sich an die Bevölkerung.
Corona bringt Dresdner Kliniken ans Limit. Nun wenden sie sich an die Bevölkerung. © dpa

Corona-Impfungen in Sachsen starten nach Anfang 2021

In den künftigen sächsischen Corona-Impfzentren des Freistaats sollen täglich bis zu 13.000 Menschen geimpft werden. Der Freistaat bekommt bis Mitte Dezember insgesamt 13 Impfzentren sowie 13 mobile Impfeinrichtungen, das Deutsche Rote Kreuz Sachsen (DRK) ist mit der Koordinierung in den zehn Landkreisen und den drei kreisfreien Städten beauftragt.

Sachsens DRK-Chef Rüdiger Unger geht davon aus, dass man unmittelbar nach dem Jahreswechsel beginnen könne. Der genaue Termin hänge aber von der Zulassung der Impfstoffe ab. Termine für die Corona-Schutzimpfung sollen Unger zufolge online erhältlich sein. Einzelheiten erklärt der DRK-Chef im Sächsische.de-Interview.

Wie sicher ist die Corona-Impfung?

Ab Mitte Dezember sollen die Impfzentren in Deutschland einsatzfähig sein. Auch die ersten Impfstoffe sind bereits in der Zulassung. Angesichts dieses Tempos haben nicht wenige Menschen ein mulmiges Gefühl: Sind die Impfstoffe wirklich sicher? Und wie steht es um die Nebenwirkungen?

Viele haben Angst vor Nebenwirkungen. Sächsische.de hat darüber mir Professor Herwig Kollaritsch aus Wien gesprochen. Der Arzt und Wissenschaftler ist Mitglied im nationalen Impfgremium Österreichs und hat in einem Buch Pro und Contra zur Coronaimpfung zusammengetragen. Sein Credo: Die Menschen sollen ihre Impfentscheidung nicht auf emotionaler, sondern auf sachlicher Ebene treffen.

Polizei und Kommunen kündigen verstärkte Kontrollen an

Die Polizei und die Kommunen in Sachsen haben verstärkte Corona-Kontrollen in den nächsten Tagen angekündigt. Ein Schwerpunkt werde in den Bereichen liegen, wo das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend ist, teilte die Stadt Chemnitz am Mittwoch mit. Wenn Menschen keine Einsicht zeigten, würden Bußgelder fällig.

Die Polizei Leipzig erklärte, dass Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung jetzt konsequent geahndet würden. Bisher habe man vielfach auf Kommunikation gesetzt. Auch die Polizeidirektion Zwickau erklärte, ihre Kontrollmaßnahmen "intensiv" fotzsetzen zu wollen.

In der vorigen Wochen seien 151 Verwarnungen und 15 Platzverweise ausgesprochen worden. Dazu kamen 53 Bußgeldverfahren. Angesichts dieser Verstöße gegen die Corona-Regeln seien weitere Maßnahmen nötig.

Gedränge in Dresdner Buslinien

Morgens im Bus zur Arbeit oder abends auf dem Heimweg ist es oft eng. Kein freier Sitzplatz, dicht gedrängt stehen die Menschen in den Fahrzeugen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).

Sicher, die Maske ist Pflicht. Trotzdem bleibt die Sorge: Das Corona-Virus fährt mit, die Gefahr einer Ansteckung ist stets präsent. Daran ändert auch nichts, dass Wissenschaftler erklären, die Maske würde schützen. Was die DVB nun ändern wollen

An den Haltestellen in Dresden steigen zahlreiche Menschen ein und aus zu den Bussen und Bahnen der DVB. In allen Bussen und Bahnen gilt Maskenpflicht.
An den Haltestellen in Dresden steigen zahlreiche Menschen ein und aus zu den Bussen und Bahnen der DVB. In allen Bussen und Bahnen gilt Maskenpflicht. © Archiv/Ronald Bonss

Görlitzer Fitnessstudio öffnet illegal

Für das Fitnessstudio FitInn in Görlitz-Rauschwalde ist die Sache klar. „Gemäß aktuell gültiger Verordnung und Richtlinien zum Individualsport ist ein Training von maximal zwei Personen pro abgegrenztem Bereich möglich“, schreiben die Betreiber bei Facebook.

Das Studio hat drei abgegrenzte Bereiche. Und dort dürfen seit 1. Dezember je zwei Personen gleichzeitig trainieren – also insgesamt sechs. Das gilt für je 50 Minuten, mit telefonischer Anmeldung. Termine sind immer zur vollen Stunde möglich, zwischen zwei Durchgängen bleiben immer zehn Minuten Luft.

Mit anderen Worten: Das FitInn deklariert sich aktuell nicht als Fitnessstudio, sondern als Ort für Individualsport. Der Landkreis Görlitz sieht das allerdings anders - und will die Schließung durchsetzen.

Dresdner Langlauf-Weltcup ohne Rahmenprogramm

Der harte Corona-Lockdown in Sachsen ab kommenden Montag hat auch Auswirkungen auf den Langlauf-Weltcup in Dresden. Zwar können die Sprint-Wettkämpfe am 19. und 20. Dezember als Profisport-Veranstaltung wie geplant auf der mit Kunstschnee präparierten Strecke am Königsufer ausgetragen werden, dafür muss das traditionelle Rahmenprogramm für Schulen, Vereine und den Freizeitsport komplett ausfallen.

Auf Anordnung des Gesundheitsamtes muss zudem der Schnee unmittelbar nach dem Weltcup-Ende zusammengeschoben werden, womit die Strecke auch für die Vereine und zum Abschluss auch dem individuellen Freizeitsport nicht mehr zur Verfügung steht. Zuvor war bereits ein Zuschauerverbot erlassen worden. Auch von den die Strecke einrahmenden Elbebrücken dürfen die Weltcup-Wettkämpfe nicht verfolgt werden.

Staatliche Museen und Theater in Sachsen machen zu

Alle staatlichen Museen und Theater in Sachsen bleiben wegen der Corona-Pandemie bis Ende Februar geschlossen. Mitte Januar wolle sich Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) anhand der aktuellen Entwicklung mit den Einrichtungen verständigen und entscheiden, ob dieser Zeitplan haltbar ist oder angepasst werden muss, gab das Ministerium am Mittwoch bekannt.

Weiterführende Artikel

Weitere Nachweise von Corona-Mutationen

Weitere Nachweise von Corona-Mutationen

Virus-Variante aus Südafrika im Freistaat entdeckt, Corona-Notstand in Tschechien verlängert, 90 weitere Todesopfer in Sachsen - unser Newsblog.

"Die aktuelle Corona- Situation in Sachsen ist sehr ernst. Die staatlichen Einrichtungen brauchen Planungssicherheit", erklärte Klepsch. So bitter diese Entscheidung auch sei, die gebotene Vorsicht verlange sie: "Ich kann nur alle Kulturschaffenden und Besucher um Verständnis bitten, dass wir diese Maßnahmen ergreifen." An die Adresse der kommunalen und privaten Einrichtungen wurde eine entsprechende Empfehlung gerichtet.

Mehr zum Thema Sachsen