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Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Kretschmer kündigt schärfere Regeln an, nur wenige Schulen im Wechselunterricht, Infektionsfälle in Görlitz gehen zurück. Ein Überblick.

In der Fußgängerzone der Hauptstraße in Riesa gilt auch im Freien Maskenpflicht.
In der Fußgängerzone der Hauptstraße in Riesa gilt auch im Freien Maskenpflicht. © Eric Weser

Dresden. Die Infektionszahlen steigen weiterhin an. Am Montag meldeten das sächsische Gesundheitsministerium und das Robert Koch-Institut für den Freistaat eine Sieben-Tage-Inzidenz von 322. Der Wert ist weiterhin so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Bundesweit lag er bei 146,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden seit Freitag 5.810 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung stehenden Todesfälle stieg ebenfalls weiter an - um 86 auf nun 1.298. Allein 20 Verstorbene wurden aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gemeldet. In den Krankenhäusern müssen derzeit 2.492 Covid-19-Patienten behandelt werden, davon 458 auf Intensivstationen.

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Die Lage sei „sehr ernst“, heißt es aus dem Sozialministerium. „Allen muss bewusst werden, in welcher Lage wir uns in Sachsen gerade befinden.“ Im Mittelpunkt müsse die Situation in den Krankenhäusern stehen. Die Kapazitäten sind am Limit.

Kretschmer kündigt schärfere Regeln an

Sachsen wird seine Corona-Regeln verschärfen. „Die Zahlen haben sich anders entwickelt, als es notwendig ist“, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer am Montag. Deshalb müsse man handeln, um die medizinische Versorgung zu sichern. Sachsens Kabinett und der Landtag sollen zusammen mit den Kommunen in dieser Woche über konkrete Schritte wie die Schließung von Schulen und Kitas oder weitere Beschränkungen im Handel beraten.

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hat mehrfach appelliert, dass die Bürgerinnen und Bürger eigenverantwortlich handeln: Es gelte, nicht zu schauen, wo es Regelungslücken gibt oder wo noch etwas möglich ist, sondern konsequent die Regeln umzusetzen, „und zwar auch in den Bereichen, in denen es nicht alles bis ins letzte Detail geregelt ist oder kontrolliert werden kann“

Das Kabinett von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will noch in dieser Woche schärfere Regeln beraten.
Das Kabinett von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will noch in dieser Woche schärfere Regeln beraten. © dpa

Landratsamt Pirna will mehr Tests in Pflegeheimen

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge spitzt sich die Situation in den Kliniken zu. In die Krankenhäuser in Pirna und Freital konnten am Montag keine schweren Fälle mehr eingeliefert werden. Inzwischen sind 54 Prozent aller Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Von den 97 schwer Erkrankten müssen 42 invasiv beatmet werden. Die Zahl steigt trotz Lockdowns seit Tagen stetig an.

Das Landratsamt Pirna hat außerdem flächendeckende Tests in allen Senioren- und Pflegeheimen angekündigt – dort gibt es die meisten Infektionen im Landkreis. Alle Bewohner und Beschäftigten sollen auf das Coronavirus getestet werden. Der Zutritt zu den Einrichtungen ist dann nur noch nach negativem Test möglich. Der Landkreis bleibt deutschlandweit ein Hotspot. Nur im Landkreis Bautzen und im bayrischen Landkreis Regen ist der Wert noch höher.

Nur wenige Schulen im Wechselunterricht

Bisher ist nur an wenigen Schulen der Unterricht in geteilten Klassen möglich, die abwechselnd in der Schule und zu Hause lernen. Bis Montag hat das Kultusministerium den Wechselunterricht nur an 46 Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen in Sachsen genehmigt. Ausgenommen sind jeweils die Abschlussklassen. „Bei der Anordnung der Maßnahmen handelt es sich um eine Einzelfallentscheidung, die auch die jeweilige Lage der Schule innerhalb des Hochinzidenzgebietes sowie die Anzahl von Infektionsfällen an der betreffenden Schule berücksichtigt“, heißt es. In der vergangenen Woche wurden nach Angaben des Kultusministeriums 274 neue Corona-Infektionen bei Lehrerinnen und Lehrern sowie 731 bei Schülerinnen und Schülern gemeldet.

Der Unterricht kann an manchen Schulen wieder zwischen Präsenzzeit und Lernzeit zu Hause aufgeteilt werden.
Der Unterricht kann an manchen Schulen wieder zwischen Präsenzzeit und Lernzeit zu Hause aufgeteilt werden. © dpa/Sebastian Gollnow

Zahl der Neuinfektionen im Landkreis Görlitz sinkt

Die Zahl der Neuinfektionen sinkt zwar, die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Görlitz lag am Montag nach Angaben des Gesundheitsamtes dennoch bei 477 – zu hoch. Das Gesundheitswesen ist bis an seine Kapazitätsgrenzen gefordert. Deswegen fordern die Bündnisgrünen im Landkreis Görlitz nun ein komplettes Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Sachsen. Und das schon ab Mittwoch dieser Woche. Neben einem völligen Lockdown plädiert die grüne Görlitzer Stadträtin Jana Krauß auch dafür, dass zusätzliche Laborkapazitäten organisiert werden, um die Kontaktverfolgung wieder herzustellen.

Leipzig unter dem Grenzwert von 200

In Leipzig ist die Zahl der Infektionen sachsenweit am geringsten. Hier liegt die 7-Tage-Inzidenz nach Angaben des Gesundheitsministeriums derzeit bei 155. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) appellierte in einer Video-Ansprache an alle Leipziger Bürger, Kontakte zu minimieren. Es gilt eine erweiterte Maskenpflicht in der Innenstadt und der Ausschank von Alkohol ist verboten.

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Dresden will seine Regeln erst verschärfen, wenn der Grenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner länger als fünf Tage überschritten ist. Dann werden unter anderem ein Alkoholverbot und Ausgangsbeschränkungen durchgesetzt. Maßgeblich sind die Zahlen des RKI: Dort liegt die Landeshauptstadt am Montag bei 228 und damit erstmals über dem Grenzwert. Nach den Zahlen des Dresdner Gesundheitsamtes hat die Stadt den Grenzwert schon seit mehr als sieben Tagen deutlich überschritten.

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