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Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Lockdown wird wohl verlängert, mehr Todesfälle, Weihnachtsferien werden vorgezogen, Polizei ermittelt nach "Querdenken"-Demo. Ein Überblick.

Nur der geschmückte Weihnachtsbaum steht auf dem Leipziger Marktplatz. Eigentlich würde der Weihnachtsmarkt in diesen Tagen beginnen.
Nur der geschmückte Weihnachtsbaum steht auf dem Leipziger Marktplatz. Eigentlich würde der Weihnachtsmarkt in diesen Tagen beginnen. © dpa-Zentralbild

Dresden. Sachsens Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 1.563 neu nachgewiesene Corona-Infektionen. Nach Ministeriumsangaben sind 706 Menschen an oder mit einer solchen Infektion gestorben, das sind 28 mehr als noch am Vortag. Inzwischen gelten geschätzt 28.820 Menschen als genesen.

1.827 Menschen befinden sich wegen einer Corona-Infektion derzeit in einem Krankenhaus, 344 davon auf einer Intensivstation. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner liegt im gesamten Freistaat am Dienstag bei 219.

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Sachsen krempelt die #ärmelhoch
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Die Corona-Schutzimpfung ist gestartet. Zunächst allerdings nur für Menschen, die zur Gruppe der höchsten Priorität gehören.

Länder einigen sich auf Vorschläge

Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf einheitliche Regeln für das weitere Vorgehen in der Corona-Krise geeinigt. Die Beschlussvorlage dient als Grundlage für die Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch. Geplant ist unter anderem, den aktuellen Teil-Lockdown bis zum 20. Dezember zu verlängern. Die Ministerpräsidenten der Länder plädieren auch für strengere Kontaktbeschränkungen. Ausnahmen soll es für das Weihnachtsfest geben. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte am Dienstag allerdings, an einigen Stellen noch nachzuschärfen und zu ergänzen. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angekündigt, den Spitzen der Länder am Mittwoch eigene Vorschläge zur Kontaktreduzierung zu unterbreiten.

Weitere Unterstützung für Unternehmen

Der Bund plant bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns im Dezember Finanzhilfen für betroffene Unternehmen im Umfang von voraussichtlich 17 Milliarden Euro. Details dazu sind bisher unklar. Die Verhandlungen liefen auf Hochtouren, hieß es vor den Beratungen von Bund und Ländern.

Deutlich mehr Radfahrer

Während der Corona-Krise sind im Freistaat mehr Sachsen aufs Fahrrad umgestiegen. Das zeigt der Fahrrad-Monitor des Bundesministeriums für Verkehr, der am Dienstag vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Sachsen vorgestellt wurde. Demnach nutzten vor allem mehr Menschen in der Landeshauptstadt das Rad. Auf Fahrten mit dem öffentlichen Personennahverkehr hingegen wurde verzichtet. Im deutschlandweiten Vergleich zeigt die repräsentative Bevölkerungsumfrage, dass 25 Prozent der Befragten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum häufiger Fahrrad fahren. Hintergrund sei jedoch nicht nur das steigende Umweltbewusstsein, sondern vor allem die Corona-Verordnungen, so ADFC Sachsen-Geschäftsführer Konrad Krause.

Besonders in Dresden sind mehr Menschen auf das Rad umgestiegen.
Besonders in Dresden sind mehr Menschen auf das Rad umgestiegen. © René Meinig

Landkreis Görlitz bleibt Hotspot

Die Corona-Fallzahlen im Kreis Görlitz stagnieren auf einem hohen Niveau. Nach wie vor liege der Schwerpunkt der Infektionen eher im Süden des Kreises. Bisher hatte die Stadt Görlitz vergleichsweise wenige Coronafälle. Seit einigen Tagen steigen die Zahlen aber auch hier. Der Görlitzer Allgemeinmediziner Leonhard Großmann und der Görlitzer Soziologe Raj Kollmorgen nennen Gründe. Weil auch Altenheime betroffen sind, mehren sich auch die schweren Krankheitsverläufe. Das ist zum einen an den unverändert belegten Intensivbetten für Corona-Patienten in den Kliniken zu sehen, aber auch an den Todesfällen. Das Gesundheitsamt des Kreises berichtet am Dienstag von weiteren vier Menschen, die mit oder an dem Coronavirus gestorben sind.

Auch im Landkreis Bautzen entwickelt sich die Lage im Bereich der Pflegeheime und Wohnstätten für Behinderte zunehmend schwierig. Der Landkreis hat jetzt für weitere Einrichtungen in Bautzen und Panschwitz-Kuckau Unterstützung durch die Bundeswehr beantragt.

Soko Linx ermittelt nach "Querdenken"-Demo

Die Ausschreitungen bei der vergangenen "Querdenken"-Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Leipzig werden Sache der Soko Linx, die auf Straftaten aus dem linksextremen Spektrum spezialisiert ist. Nach Auflösung der Demonstration durch die Polizei sollen sowohl Links- als auch Rechtsextremisten durch Leipzig gezogen und aneinander geraten sein. Die Polizei ermittelt nun wegen versuchten Totschlags an zwei Teilnehmern der "Querdenken"-Demonstration.

Die Polizei sperrte den Weg von Gegnern der Corona-Politik am 21. November in Leipzig in der Innenstadt ab.
Die Polizei sperrte den Weg von Gegnern der Corona-Politik am 21. November in Leipzig in der Innenstadt ab. © dpa-Zentralbild

Unterricht im Wechselmodell weiter umstritten

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz hatte sich am Montag gegen die Halbierung der Schulklassen, das sogenannte "Wechselmodell" zwischen Unterricht in der Schule und digital zu Hause ausgesprochen. Die Lehrkräfte sind jedoch anderer Meinung: Nach einer Umfrage der Bildungsgewerkschaft GEW hält es eine große Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer für den richtigen Weg, die Klassen zu verkleinern. Der sächsische Lehrerverband spricht sich hingegen dafür aus, dass die Schulen auch während der zweiten Welle der Corona-Pandemie geöffnet bleiben. „Ein flächendeckender Schulbetrieb mit halben Klassen findet unter den befragten Lehrkräften keine mehrheitliche Zustimmung“, heißt es vom Verband.

Am Dienstag hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) überraschend vorgezogene Weihnachtsferien für den Freistaat angekündigt.

Überstunden im Labor Ostsachsen

Die rund 300 Mitarbeiter des Medizinischen Labors Ostsachsen schaffen ihr Pensum derzeit nur mit Überstunden. Zu den täglich etwa 100.000 Untersuchungen von Blut und Urin kommen noch rund 2.000 Corona-Abstriche, sagte die stellvertretende Laborleiterin Christine Hofer. Zum 1991 gegründeten Medizinischen Labor Ostsachsen gehören drei Standorte in Bautzen, Görlitz und Dresden. Auf die Befunde verlassen sich Tausende Ärzte und ihre Patienten in der gesamten Oberlausitz und im Raum Dresden.

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