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Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Die Lausitz ist Deutschlands Corona-Hotspot, Test-Kapazitäten in Sachsen aufgestockt, mehr Intensiv-Patienten in Krankenhäusern. Ein Überblick.

Die Lausitz ist Deutschlands Corona-Hotspot. Die 7-Tage-Inzidenz-Wert liegt über 300.
Die Lausitz ist Deutschlands Corona-Hotspot. Die 7-Tage-Inzidenz-Wert liegt über 300. © Steffen Unger

Dresden. Die Landkreise Bautzen und Görlitz gehören zu den am stärksten von Corona betroffenen Regionen in Deutschland. Nach Angaben des Landratsamtes in Bautzen lag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bei 328. Der Landkreis Görlitz berechnete am Donnerstag eine Inzidenz von 305 Fällen. Sachsenweit liegt die Wocheninzidenz bei 131.

Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) sprach von einem „breiten Infektionsgeschehen“, das sich nicht auf eine eindeutige Ursache zurückführen lasse. Nach Einschätzung des Landkreises sind Schulen und Kitas keine Corona-Hotspots. Ein Teil der Fälle lasse sich auf Corona-Ausbrüche in mehreren Pflegeheimen und Wohnstätten für behinderte Menschen zurückführen. In Wittichenau etwa sind mehr als 30 Pfleger und Patienten betroffen.

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Auch im gesamten Freistaat steigt die die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen weiter. Am Donnerstag wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 1.437 Infektionsfälle in 24 Stunden gemeldet, am Vortag waren es 924. Insgesamt sind bisher 375 Menschen an oder mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben, das sind 15 Todesfälle mehr als am Mittwoch.

Zahl an Corona-Fällen in Sachsens Krankenhäusern steigt

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind 1.081 Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung. 236 davon liegen auf Intensivstationen – 17 mehr als am Vortag. 

Nach einer Übersicht der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut sind mehr als 14 Prozent der Intensivbetten in Sachsen derzeit mit Covid-19-Patienten belegt. Im Konkreten heißt das: 240 von 1.685 verfügbaren Intensivbetten im Freistaat. 90 Corona-Patienten, also knapp 38 Prozent, davon müssen invasiv beatmet werden. Knapp 8.000 Intensivbetten sind in Deutschland derzeit noch als verfügbar erfasst.

Ein Patient liegt auf der Intensivstation des Krankenhauses und wird künstlich beatmet.
Ein Patient liegt auf der Intensivstation des Krankenhauses und wird künstlich beatmet. © Claudio Furlan/LaPresse/ZUMA Pre

Besonders betroffen sind die Krankenhäuser im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, die derzeit rund 47 Prozent der verfügbaren Intensivbetten mit Covid-19-Patienten gefüllt haben. Behandelt werden in diesem Zusammenhang 86 Personen, sechs von ihnen werden direkt beatmet. 

Die Landeshauptstadt Dresden meldet derzeit rund sieben Prozent an Corona-Patienten von gesamt 291 Betten in den Krankenhäusern. Die niedrigste Anzahl an Covid-19-Patienten liegt derzeit im Landkreis Leipzig. Dort sind es zwei Patienten in den insgesamt 58 Betten.

Mehr Unterstützung für Gesundheitsämter

Im Zusammenhang mit der Ermittlung von Kontaktpersonen eines Corona-Infizierten brauche die Gesundheitsämter der Kreise sowie kreisfreien Städte immer mehr Hilfe. 

Nach Angaben des Sozialministeriums sei die Auslastung der Gesundheitsämter regional sehr unterschiedlich, „aber aufgrund der derzeitigen Situation überall sehr hoch“. Der Freistaat unterstützt sie mit Landesbediensteten, die sich freiwillig dazu bereiterklärt haben. Der Bund schickt Bundeswehr-Soldaten.

13 Kameradinnen und Kameraden des Stabs- und Unterstützungszugs der Kompanie der Panzergenadier Brigade 37 aus Frankenberg helfen im Gesundheitsamt des Landratsamtes Mittelsachsen aus.
13 Kameradinnen und Kameraden des Stabs- und Unterstützungszugs der Kompanie der Panzergenadier Brigade 37 aus Frankenberg helfen im Gesundheitsamt des Landratsamtes Mittelsachsen aus. © Anne Weinrich

In Dresden werden in den nächsten Wochen 17 Studierende der Verwaltungshochschule Meißen, 25 Beschäftigte der Landeshauptstadt per Abordnung, 40 Beschäftigte des Freistaats sowie 20 Soldaten eingearbeitet und geschult, sodass der Stadt zufolge „nur ein sukzessiver Aufwuchs die gewünschten Effekte bringen wird.“ 

Das ankommende Personal werde dringend benötigt, müsse gleichzeitig aber auch eine „kompetente Fallbearbeitung“ sicherstellen. Ein Spagat, der bei einer „Organisation neben der Lage“ nicht leicht zu bewerkstelligen sei, so ein Stadtsprecher.

Die Bundeswehr ist in Sachsen mit insgesamt rund 90 Soldaten in neun Regionen vor Ort, teilt das Landeskommando Sachsen mit.

Test-Kapazitäten im Freistaat werden erweitert

Täglich werden in den Kreisen und Städte in Sachsen tausende Tests vorgenommen, um Personen auf das Coronavirus zu prüfen. Die privaten Labore stoßen jedoch in einigen Teilen des Freistaats in den vergangenen zwei Wochen auf ihre Grenzen

Dem Sozialministerium in Dresden zufolge sind derzeit vor allem im Bereich Dresden, Ostsachsen und Südwestsachsen die vorhanden Kapazitäten an einigen Tagen erschöpft. „Wobei in allen Bereichen noch ein Ausbau der Kapazitäten möglich ist“, teilt eine Sprecherin mit.

So werden nun beispielsweise für die Region Südwestsachsen die Tests von aktuell 4.400 auf 5.000 Proben erweitert. Im Raum Dresden und Ostsachsen von rund 3.000 Kapazitäten auf rund 12.000 und für den Bereich Leipzig von etwa 2.800 auf 4.100. 

Täglich werden in den Kreisen und Städte in Sachsen tausende Tests vorgenommen, um zu prüfen, ob Personen mit dem Coronavirus infiziert sind.
Täglich werden in den Kreisen und Städte in Sachsen tausende Tests vorgenommen, um zu prüfen, ob Personen mit dem Coronavirus infiziert sind. © Archiv/Luca Bruno/AP/dpa

„Die Erweiterungsmöglichkeiten liegen in der Zuständigkeit der privaten Labore“, sagt sie. Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Dresden ergänzt: „Eine Erweiterung der Testkapazitäten hängt maßgeblich von den sächlichen und personellen Ressourcen ab. Das sind limitierende Faktoren.“ 

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Im Raum Leipzig und Umgebung sind derzeit nach Ministeriumsangaben noch ausreichend Kapazitäten vorhanden. Hinzu kommen die Kapazitäten der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen von knapp 1.300 pro Tag.

Trotz des massiven Anstiegs der benötigten Testkapazitäten versichern jedoch die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte, die Proben seien weiter „qualitätsgesichert“. (mit dpa)

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