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Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Schärfere Corona-Regeln im Freistaat, dramatische Situation in Sachsens Krankenhäusern und Kassenärztliche Vereinigung für Schnelltests. Ein Überblick.

© dpa/Oliver Berg

Dresden. Sachsens Gesundheitsministerium meldete am Freitag 2.804 neu nachgewiesene Corona-Infektionen. Nach Ministeriumsangaben sind 846 Menschen an oder mit einer solchen Infektion gestorben, das sind 61 mehr als noch am Vortag. Inzwischen gelten geschätzt 32.640 Menschen als genesen.

1.978 Menschen befinden sich wegen einer Corona-Infektion derzeit in einem Krankenhaus, 362 davon auf einer Intensivstation. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner liegt im gesamten Freistaat am Mittwoch bei 244.

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Diese Corona-Regeln gelten ab Dienstag in Sachsen

Die bisher getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus reichen nicht aus: Ganz Sachsen hat sich zu einem Hotspot mit einer Inzidenz von über 200 Neuinfektion je 100.000 Einwohner im 7-Tages-Schnitt entwickelt. In einigen Landkreisen wird sogar die Grenze von 300 deutlich überschritten.

Schärfere Regeln in Hotspots, weniger Kontakte, Ausnahmen zu Weihnachten, Gastronomie und Kultureinrichtungen bleiben geschlossen. Ein Überblick der neuen Corona-Regeln für den Freistaat, die ab 1. Dezember gelten.

Alarmierende Corona-Zahlen aus Dresden

Die Landeshauptstadt Dresden hat am Freitag die 200er-Grenze der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner überschritten. So viele neue Infektionen hat die Stadt noch nie gemeldet. Außerdem sind sechs weitere Patienten verstorben. Alle aktuellen Zahlen zur Pandemie-Situation in Dresden gibt es hier.

Corona im Kreis Görlitz: 16 neue Todesfälle, 191 Patienten in Kliniken

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg binnen eines Tages im Landkreis Görlitz auf 127. Darüber informiert am Freitag das Gesundheitsamt des Landkreises. Innerhalb von 24 Stunden verstarben damit weitere 16 Menschen an oder mit dem neuartigen Virus - so viele wie noch nie an einem Tag im Kreis. Sebastian Beutler berichtet.

Symbolbild: Ein Patient liegt auf der Intensivstation eines Krankenhauses im Krankenbett und wird künstlich beatmet.
Symbolbild: Ein Patient liegt auf der Intensivstation eines Krankenhauses im Krankenbett und wird künstlich beatmet. © Claudio Furlan/LaPresse/ZUMA Pre

Sächsische Schweiz: „Ausgangsbeschränkungen kommen“

Landrat Michael Geisler über die Corona-Situation im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und darüber, ob man das Böllern verbieten sollte.

"Ich betrachte die Maßnahmen insgesamt als erforderlich. Mir ist vollkommen bewusst, dass man sich an mancher Stelle keine Freunde macht, aber es ist notwendig", so der Landrat im Interview mit Sächsische.de. Das ganze Gespräch gibt es hier.

Situation in Sachsens Krankenhäusern spitzt sich weiter zu

In Sachsens Kliniken spitzt sich die Lage nach Angaben der Krankenhausgesellschaft (KGS) wegen der weiterhin hohen Corona-Fallzahlen zu. "In einigen Krankenhäusern wird bereits nahe an der Belastungsgrenze gearbeitet. Es sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Corona erkrankt oder in Quarantäne, die verbleibenden arbeiten am Limit", sagte KGS-Geschäftsführer, Stephan Helm.

Neben der aufwendigen Behandlung von Corona-Patienten gehe es auch um die Aufrechterhaltung eines notwendigen Regelbetriebes. Helm appelliert an die Menschen, sich an die Corona-Regeln der sächsischen Landesregierung zu halten und Kontakte deutlich zu reduzieren. Noch seien die im Rahmen der ersten Coronawelle aufgebauten regionalen Koordinierungsstrukturen in der Lage, sowohl die Versorgung von Corona- als auch Nicht-Coronapatienten zu steuern und abzusichern.

"Sollte es aber nicht gelingen, den Zustrom in die begrenzten intensivmedizinischen Kapazitäten zu stabilisieren beziehungsweise zu reduzieren, werden sowohl Patienten und deren Familien, als auch medizinisches und pflegerisches Personal in den Krankenhäusern vor existenziellen Entscheidungen stehen", sagte der Geschäftsführer. Er forderte, das Krankenhauspersonal von jeglicher, gegenwärtig entbehrlicher Bürokratie zu entlasten sowie eine Unterstützung bei der Absicherung belasteter familiärer Situationen, beispielsweise durch die Aufrechterhaltung des Schul- und Kindergartenbetriebs.

Sachsens Kassenarzt-Chef will Schnelltests für alle

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, plädiert für obligatorische Corona-Schnelltests in Deutschland. Eine solche die ganze Bevölkerung erfassende Strategie zur Impfung bedeute eine "gewaltige Sicherheit", sagte er am Freitag dem Nachrichtenradio MDR aktuell.

Ein Sanitäter hält einen Testträger eines Corona-Schnelltest in der Hand. Nach dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen wäre der Schnelltest für alle eine Lösung.
Ein Sanitäter hält einen Testträger eines Corona-Schnelltest in der Hand. Nach dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen wäre der Schnelltest für alle eine Lösung. © dpa/Kay Nietfeld

So könnten alle Infizierten ermittelt und dann das Prozedere nach 14 Tagen wiederholt werden. "Damit besteht die Chance, das Virus mehr oder weniger auszuhungern." Für eine stärkere Ausweitung "bis zu mehr oder weniger verpflichtenden Tests" fehle derzeit die nötige Kapazität.

Laut Heckemann ist ein Schnelltest weniger eindeutig als ein PCR-Test, der im Labor ausgewertet werde. Das Ergebnis liege dabei aber erst nach zwei oder drei Tagen vor. Mehr zu Vor- und Nachteilen von Schnelltests lesen Sie hier: Corona-Schnelltests sind keine Wundermittel (SZ+)

Umfrage: Verzicht auf Verwandtenbesuche fällt schwer

Wegen Corona auf das Feiern des Weihnachtsfestes mit Verwandten zu verzichten, fällt vielen Menschen schwer. 53 Prozent der Teilnehmer an einer repräsentativen Umfrage des evangelischen Monatsmagazins "chrismon" gaben an, an den Feiertagen am wenigsten auf das Treffen mit den Verwandten verzichten zu können.

Am ehesten können die Menschen (54 Prozent) einen Weihnachtsurlaub ausfallen lassen. 18 Prozent gaben an, am ehesten den Besuch eines Gottesdienstes aus dem Festtagsprogramm streichen zu können. 13 Prozent können auf Geschenke verzichten. Am wenigsten verzichten können jeweils 13 Prozent auf gutes Essen und das Treffen von Freunden. Das Kantar Emnid-Institut hat 1.004 Menschen befragt.

Laut Meinungsforschern werden hingegen die wegen der Corona-Pandemie für Weihnachten vorgesehenen Kontaktbeschränkungen überwiegend akzeptiert. Drei Viertel der Deutschen (73 Prozent) wollen an den Weihnachtsfeiertagen Besuche und die Kontakte zu ihrer Familie einschränken.

Dagegen plant knapp ein Viertel (23 Prozent) der Bundesbürger derzeit keine Kontaktreduzierung über Weihnachten, wie aus einer am Freitag in Köln veröffentlichten ARD-Umfrage hervorgeht. Mehr dazu im Artikel Mehrheit akzeptiert Weihnachts-Regeln

Aus für den Canalettomarkt in Pirna

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jetzt ist sie gestorben. Am Freitag wurde die Absage des Pirnaer Weihnachtsmarktes aufgrund der neuen Corona-Schutzverordnung bekannt gegeben.

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"Nach langem Ringen um Alternativ-Varianten sehen die beauftragte Veranstaltungsagentur Plan de Sax GmbH und die Stadt Pirna keine Möglichkeit mehr, den diesjährigen Canalettomarkt durchzuführen", heißt es am Freitag. Den ganzen Beitrag gibt es hier.

Pirnas Canalettomarkt hat sich in diesem Jahr zerschlagen. Der Weihnachtsmarkt wurde jetzt aufgrund der aktuellen Corona-Schutzverordnung und der hohen Infektionszahlen im Landkreis abgesagt.
Pirnas Canalettomarkt hat sich in diesem Jahr zerschlagen. Der Weihnachtsmarkt wurde jetzt aufgrund der aktuellen Corona-Schutzverordnung und der hohen Infektionszahlen im Landkreis abgesagt. © Daniel Förster

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