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Sachsen startet mit Corona-Massentests

Bereitgestellt werden die Schnelltests vom Sozialministerium. Die Kreise entscheiden, wo sie eingesetzt werden. Zwei Großtests sind bereits bekannt.

Corona-Schnelltests sollen dem Freistaat Sachsen beim Überblick über die Corona-Infizierten helfen. Ab Freitag soll es erste Tests geben.
Corona-Schnelltests sollen dem Freistaat Sachsen beim Überblick über die Corona-Infizierten helfen. Ab Freitag soll es erste Tests geben. © dpa

Dresden. Sachsen setzt zur Eindämmung der Corona-Pandemie künftig verstärkt auf Schnelltests. Ende der Woche soll mit den Schnelltests begonnen werden. Das bestätigt das Sozialministerium auf Anfrage von Sächsische.de. Insgesamt seien bereits 20.000 Testkapazitäten zu gleichen Teilen an fünf Landkreise verteilt worden. Weitere sollen folgen.

Fest steht bereits, dass am Freitag unter anderem in der Gemeinde Räckelwitz bei Kamenz Einwohner freiwillig auf Covid-19 getestet werden. Wie das Landratsamt Bautzen mitteilt, gibt es in dem Ort aktuell 59 aktive Corona-Fälle, das sind fünf Prozent der etwa 1.100 Einwohner.

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In einer Sporthalle der Gemeinde wird nun eine "Teststation" durch drei Teams des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser-Dienstes eingerichtet. Zwischen 10 und 18 Uhr können sich die Anwohner kostenfrei und freiwillig testen lassen. Das Ergebnis soll nach Angaben des Landratsamtes gleich vor Ort mitgeteilt werden.

Auch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge soll kurz vor dem Wochenende eine solche Testaktion stattfinden. Wie das Landratsamt mitteilt, können sich alle der knapp 1.000 Einwohner der Gemeinde Rathmannsdorf in der Sächsischen Schweiz kostenfrei auf das Coronavirus testen lassen.

Wie funktioniert ein Corona-Schnelltest?

Das Ziel ist es, Erkenntnisse über die Durchdringung der Bevölkerung mit dem Virus zu erlangen. Die Teilnahme sei zwar freiwillig, eine „zahlreiche Beteiligung“ wäre aber wünschenswert, hieß es vom Landratsamt.

Bereitgestellt und finanziert werden die ersten Corona-Schnelltests für die Kreise vom Ministerium. Letztendlich entscheiden jedoch die Landkreise, wo die Tests am meisten benötigt werden. Organisiert werden die großangelegten Tests dem Sozialministerium zufolge dann etwa in Kitas, Schulen, Pflegeheimen oder in der gesamten Gemeinde.

Bei den sogenannten Schnelltests handelt es sich um Antigen-Tests. Sie suchen in Abstrich-Proben nicht aufwendig nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird das Ergebnis auf einem Teststreifen angezeigt.

"Ein Streifen heißt negativ, zwei bedeutet positiv", so Kai Kranich vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Sachsen. Bei einem positiven Test muss anschließend ein weiterer Test gemacht werden - ein sogenannter PCR-Test.

Weitere 180.000 Schnelltests stehen für Sachsen bereit

Die Tests sind dafür gedacht, unerkannte Corona-Infektionen in besonders betroffenen Regionen aufzudecken - und so Infektionsketten zu unterbrechen. Antigen-Tests reagieren weniger empfindlich als die üblichen PCR-Tests, liefern aber schneller ein Ergebnis.

Sie erkennen eine Infektion nicht so gut im Anfangsstadium und im späteren Verlauf. In der Phase, in der ein Patient besonders ansteckend ist, können die Schnelltests das Virus aber recht sicher erkennen. Wenn der Test positiv ausfällt, ist die Testperson mit ziemlicher Sicherheit infiziert. Ein negatives Ergebnis aber schließt eine Infektion nicht aus - besonders, wenn eine niedrige Viruslast vorliegt.

"Diese Schnelltests sind wichtig, um einen möglichst exakten Überblick zu bekommen. Wir wollen so die Dunkelziffer aufhellen, um möglichst alle Infizierten und die Ansteckungswege zu kennen. Nur so können wir die Infektionsketten wirksam unterbrechen und eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern", sagt Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zum Pilotprojekt in Sachsen.

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Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen in einer zweiten Stufe am 7. und 14. Dezember die restlichen 180.000 Schnelltests an die kreisfreien Stadt sowie an die Landkreise in Sachsen verteilt werden. Das Sozialministerium machte hierzu auf Anfrage noch keine Angaben. (mit dpa)

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