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Was ab Montag in Sachsen für Sportler und Fans gilt

Testpflicht, Gruppengrößen, kontaktfrei: Die Corona-Regeln für Sportler und Fans in Sachsen sind unübersichtlich. Was ab Montag möglich ist.

Von Timotheus Eimert
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In Sachsen dürfen Freibäder öffnen, wenn sie ein vom Gesundheitsamt genehmigtes Hygienekonzept vorlegen und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfassen. Schwimmen darf man aber nur mit negativem Corona-Test.
In Sachsen dürfen Freibäder öffnen, wenn sie ein vom Gesundheitsamt genehmigtes Hygienekonzept vorlegen und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfassen. Schwimmen darf man aber nur mit negativem Corona-Test. ©  Symbolbild: dpa

Dresden. Sachsens Sportler müssen derzeit einige Regeln beachten. Doch wie sehen die genau aus? Wer muss sich testen lassen, wie groß darf die Sportgruppe sein und ab wann darf man wieder ins Schwimmbad?

Durch die sinkenden Inzidenzen – am Mittwoch meldete das Robert-Koch-Institut für Sachsen einen Sieben-Tage-Wert von 11,9 – kommt der Amateursport wieder etwas in Bewegung. Auch steigende Impfzahlen sorgen für Öffnungsschritte. Was nun für Sachsens Sportler und Sportfans gilt.

Profis

Profisportler und Kaderathleten nahmen während des Lockdowns der vergangenen Monate eine Sonderrolle ein. Sie durften ihren Sport betreiben und damit ihrem Beruf nachgehen. So spielte nicht nur die Fußball-Bundesliga unabhängig von der Corona-Lage im jeweiligen Bundesland weiter.

Der Profisport war von den bisherigen Corona-Maßnahmen nur insofern betroffen, dass keine Zuschauer dabei sein durften. Doch ohne Einnahmen aus dem Ticketverkauf funktioniert das Geschäftsmodell Profisport kaum mehr. Abgesehen vom Fußball, der sich speziell in der ersten und zweiten Liga größtenteils auch durch TV-Gelder finanziert, standen und stehen alle Mannschaftssportarten vor ungewissen Zeiten, selbst Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden hatte finanzielle Einbußen, die durch Corona entstanden sind.

Zuschauer

Mittlerweile dürfen die Zuschauer zurück in die Arenen. So waren 7.500 Fans beim letzten Saisonspiel von Hansa Rostock in der 3. Fußball-Liga gegen Lübeck im Stadion dabei – und feierten anschließend den Aufstieg. In Leipzig verfolgten nach über einem Jahr erstmals wieder mehr als 1.000 Handball-Fans ein Bundesliga-Spiel. Auch die Fußball-EM wird mit Publikum gespielt.

Dresden erlebt am kommenden Wochenende das große Zuschauer-Comeback. Die Zweitliga-Handballer des HC Elbflorenz haben die Genehmigung erhalten, das Spitzenspiel am Sonntag gegen Tabellenführer HSV Hamburg vor maximal 956 Besuchern in der Ballsporarena auszutragen. Alle Fans müssen dabei einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorweisen – auch vollständig Geimpfte sowie Genesene.

Der Verein betont, dass diese Regelung auch dann gilt, wenn die Inzidenz in Dresden in den nächsten Tagen unter 35 bleibt. Laut Corona-Schutzverordnung entfällt diese Testpflicht, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an 14 Tagen in Folge unter 35 lag. Das könnte am Donnerstag der Fall sein. Doch der HC Elbflorenz werde bei seiner jetzigen Regelung bleiben.

Auch auf der Galopprennbahn in Dresden-Seidnitz sollen am Sonntag wieder Rennen vor Zuschauern stattfinden. „Derzeit gehen wir davon aus, dass die Testpflicht entfällt. Die Zuschauer müssen lediglich ihre Kontaktdaten angeben“, sagt Cathleen Bielefeld, Sprecherin des Dresdener Rennverein, auf Anfrage. Diese werden gleich beim Ticketkauf übers Internet abgefragt.

Beim Kauf der Tickets an der Tageskasse könne man sie aber auch erst am Eingang angeben. „Um lange Wartezeiten zu vermeiden, bitten wir darum, das Meldeformular über unsere Homepage herunterzuladen und ausgefüllt mitzubringen“, teilt der Rennverein mit. „Wir hoffen und würden uns freuen, wenn wir 2.000 Zuschauer begrüßen dürfen“, sagt Bielefeld.

Bereits am Samstag werden bei Dresdens Footballern wieder Zuschauer im Heinz-Steyer-Stadion zugelassen sein. Wie der Verein auf seiner Homepage mitteilt, wird es ausschließlich Sitzplatzkarten geben. Erforderlich ist der Nachweis eines tagesaktuellen, negativen Corona-Tests.

Geimpfte und Genesene benötigen bei entsprechendem Nachweis keinen Test mehr. Im Stadion gilt zudem Maskenpflicht, nur auf dem Sitzplatz dürfen Zuschauer ihre Maske absetzen. Die Monarchs erwarten 1.530 Fans. Das entspricht dem Zuschauerschnitt der vergangenen Jahre.

Breitensport

Im Breitensport kehrten bereits am vergangenen Wochenende mancherorts Zuschauer zurück an die Sportplätze. So wurde in Dresden das Achtelfinale des Fußball-Stadtpokals vor Publikum ausgetragen. Die Vereine mussten dafür ein Hygienekonzept beim Gesundheitsamt vorlegen und genehmigen lassen. So konnte das Spiel zwischen der SG Weißig und Blau-Weiß Zschachwitz vor 150 Zuschauern ausgetragen werden.

Laut Sachsens aktueller Corona-Schutzverordnung, die für Inzidenzwerte unter 100 gilt, dürfen Kontaktsportarten wie Fußball im Freien derzeit trainieren und spielen, wenn die Sportler einen tagesaktuellen Test vorweisen und die Gruppe nicht größer als 30 Personen ist. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen ohne Einschränkungen Sport unter freiem Himmel treiben. Eine Testpflicht gibt es nicht. Die Gruppe darf aber nicht mehr als 20 Personen umfassen. Kontaktsport in Hallen und geschlossenen Räumen ist dagegen nur bei einer Inzidenz unter 50 erlaubt.

In Sachsen unterschreiten seit Dienstag alle Kreise und kreisfreien Städte diesen Wert. Auch hier müssen sich die Sportlerinnen und Sportler vorher testen lassen. Die Gruppe darf dabei ebenfalls nicht mehr als 30 Personen umfassen. Liegt die Inzidenz 14 Tage in Folge unter 35, entfällt die Testpflicht.

Hallen- und Freibäder

Die Temperaturen laden inzwischen dazu ein, sich eine Abkühlung im Freibad zu holen. Nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung dürfen Freibäder öffnen, wenn sie ein vom Gesundheitsamt genehmigtes Hygienekonzept vorlegen und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfassen. Diese müssen außerdem einen tagesaktuellen Corona-Test, einen Impfnachweis oder einen Nachweis, dass sie genesen sind, vorzeigen.

In Dresden öffnen die Freibäder an diesem Freitag, andernorts bereits seit Anfang Juni wie zum Beispiel in Wachau, Bischofswerda, Großenhain und Großröhrsdorf. Hier haben die Freibäder seit dem Wochenende bzw. seit Anfang der Woche wieder geöffnet. In Coswig darf seit dem 1. Juni wieder im Badesee gebadet werden. Gleiches gilt für das Erlebnisbad Cunewalde. Hallenbäder sind mit Ausnahme von Rehabilitationseinrichtungen noch geschlossen.

Das ändert sich aber mit der neuen Corona-Schutzverordnung, die am kommenden Montag in Kraft tritt. Ab einer Inzidenz unter 50 dürfen dann Hallenbäder, Kurbäder, Spaßbäder, Wellnesscenter und Thermen wieder öffnen. Die Betreiber müssen ein Hygienekonzept beim Gesundheitsamt einreichen und die Kontaktdaten der Besucher erfassen. Zudem ist ein negativer Corona-Test vorzulegen.

Diese Testpflicht entfällt ab Inzidenz unter 35. Und dann dürfen auch Dampfbäder, Dampfsaunen und Saunen wieder öffnen. Hier müssen die Besucher allerdings einen Test vorlegen.

Fitnessstudios und Tanzschulen

Fitnessstudios dürfen laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung wieder öffnen. Für den kontaktfreien Sport im Innenbereich wird ein negativer Corona-Test benötigt. Die Testpflicht entfällt, wenn die Inzidenz an 14 Tagen in Folge unter 35 liegt. Die allgemeinen Kontaktbeschränkungen gelten allerdings weiterhin.

Auch Tanzschulen dürfen bei Inzidenz unter 100 öffnen. Teilnehmer und Tanzlehrer müssen dabei einen tagesaktuellen Corona-Test vorweisen können, vollständig geimpft oder genesen sein. Zudem müssen die Tanzschulen ein Hygienekonzept vorlegen und Kontakte erfassen. Unterschreitet die Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 35 an 14 Tagen in Folge, entfällt die Testpflicht.

Perspektive

Ab dem kommenden Montag, 14. Juni, sollen mit der neuen Corona-Schutzverordnung weitere Lockerungen in Kraft treten. Das teilte die Landesregierung am Dienstag mit. So entfällt bei einer Inzidenz unter 35 die Testpflicht für Sportlerinnen und Sportler sowie auch sämtliche Personenbegrenzungen. Minderjährige müssen bei einer Inzidenz unter 50 im Freibad keinen negativen Corona-Test mehr vorweisen.

Sportveranstaltungen mit Publikum dürfen dann bereits ab einer Inzidenz unter 100 stattfinden. Bisher galt eine Inzidenz von unter 50 als Richtwert. Die Veranstalter müssen aber ein Hygienekonzept beim Gesundheitsamt vorlegen und die Kontakte der Zuschauer erfassen. Wenn der Mindestabstand nicht eingehalten wird, bleibt die Testpflicht auch unter einer Inzidenz von 35 bestehen.