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GEW: Kein Grund für Sorglosigkeit an Schulen

Schulen sind keine Hotspots, so eine Studie der Uni Leipzig. Die Gewerkschaft hält die Ergebnisse aber nicht für aussagekräftig.

Schüler müssen in Sachsen eine Maske im Schulgebäude und auf dem Gelände tragen. Für ältere Schüler gilt die Maskenpflicht auch im Unterricht.
Schüler müssen in Sachsen eine Maske im Schulgebäude und auf dem Gelände tragen. Für ältere Schüler gilt die Maskenpflicht auch im Unterricht. © Moritz Frankenberg/dpa (Symbolbild)

Dresden. Die Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen hat für mehr Infektionsschutz in den Schulen plädiert. Die Ergebnisse der Studie des Universitätsklinikums Leipzig seien zwar erfreulich, aber kein Anlass zur Sorglosigkeit. „Auch wenn es der Kultusministerkonferenz und dem sächsischen Kultusministerium wünschenswert erscheint - der Verzicht auf Abstände und die Realisierung der Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes in den Bildungseinrichtungen lässt sich mit den in Sachsen gewonnenen Erkenntnissen nicht begründen“, sagt die GEW-Vorsitzende Uschi Kruse.

Die Mediziner des Leipziger Universitätsklinikums hatten im Auftrag der Staatsregierung an zehn Grundschulen und neun Gymnasien in Borna, Dresden, Leipzig, Werdau und Zwickau im Juni und September Schüler und Lehrer auf Antikörper gegen das Coronavirus untersucht. Danach wurden im September 0,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler sowie ein Prozent der Lehrerinnen und Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet. In der ersten Jahreshälfte waren es 0,5 Prozent bzw. 0,8 Prozent. Die Schlussfolgerung: Die Infektionslage an Schulen ist gering. Das hatte auch schon eine Untersuchung der Uniklinik Dresden ergeben.

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Schüler sind sich kaum begegnet

Die GEW-Vorsitzende widerspricht: In Sachsen habe es auch in der Gesamtbevölkerung im Mai/Juni sowie Anfang September kaum Infektionsfälle gegeben. Außerdem seien sich Lehrer und Schüler in der Zeit vor den Untersuchungen kaum begegnet. Im Frühjahr fand der Unterricht an Grundschulen nach den Schulschließungen in festen Gruppen und an Gymnasien unter strikter Einhaltung von Abstandsregeln statt. Vor der Untersuchung im September waren Sommerferien.

„Die Corona-Infektionen nehmen gegenwärtig nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch im schulischen Umfeld stark zu“, sagt Kruse. „Es wäre verantwortungslos, nur die Expertise zur Grundlage des Handelns zu machen, die den eigenen Zielen entspricht und die wissenschaftlichen Erkenntnisse außer Acht zu lassen, die darauf hinweisen, dass Kinder grundsätzlich genauso infektiös sind wie Jugendliche oder Erwachsene.“  Wenn Schulen und Kitas höchste Priorität haben, müssten Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Kinder und Angehörige besonders geschützt werden. „Die bisher ergriffenen Maßnahmen reichen dafür definitiv nicht aus. Es ist dringend erforderlich, nachzusteuern.“

Unterricht findet fast überall statt

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Nach Angaben des Kultusministeriums vom Dienstag wurden vom 2. bis zum 9. November an 170 von 1.374 öffentliche Schulen eine Coronainfektion nachgewiesen. Eine Schule musste vorübergehend geschlossen werden. In der ersten Novemberwoche wurden 75 Corona-Infektionen bei Lehrern sowie 130 bei Schülern registriert. Insgesamt befinden sich derzeit rund 1.100 Mädchen und Jungen in häuslicher Quarantäne - von insgesamt 413.000 Schülern an den öffentlichen Schulen. Für 99,7 Prozent der Schüler und damit für die meisten laufe der Unterricht unter Pandemiebedingungen weiter, so eine Sprecherin.  

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