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Corona: Impf-Probleme in Liberec

Das Anmeldesystem geht noch diesen Monat an den Start. Doch die Region erhält bis Februar nur 25.000 Dosen. Zu wenig, um schnell voran zu kommen.

Symbolbild
Symbolbild © Nicolas Armer/dpa

Nur 11.000 Dosen im Januar und 14.000 Dosen im Februar: Mehr Impfstoff wird der Region Liberec (Reichenberg) nicht zur Verfügung gestellt. Dies bestätigte am Montag Hauptmann Martin Půta nach der Sitzung des Krisenstabs. Bislang konnten erst einige Hunderte Menschen aus dem Gesundheitswesen geimpft werden. "Mitte Januar wird in Tschechien das zentrale Anmeldesystem für die Impfung gegen das Coronavirus in Betrieb genommen", sagt er. Dieses wird zunächst für die Bevölkerungsgruppen mit dem höchsten Corona-Risiko und Personen über 80 Jahre freigeschaltet. Das betrifft rund 50.000 Einwohner der Region. Ihre Immunisierung soll bis Ende März erfolgen.

Für die Durchführung sind die vier Krankenhäuser in Liberec, Jablonec nad Nisou, Česká Lípa und Jilemnice verantwortlich. Zusätzlich soll ein großes Impfzentrum in der Liberecer Eishockey-Arena entstehen. "Wir können leider nicht langfristig planen, wenn wir nicht wissen, ob wir genug Impfstoff haben werden", sagt Vladimír Richter, Bezirksherr für das Gesundheitswesen. Die Antigen-Tests werden inzwischen in zwölf Orten durchgeführt. Täglich werden in der Grenzregion rund 700 neue positive Fälle bestätigt. Nur am Sonntag ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Verhältnis zur gesamten Woche auf fast 300 gesunken. "Wir befinden uns in einer extremen Lage, in der schlimmsten Etappe dieser Pandemie", so Vladimír Valenta, Chef der bezirkshygienischen Station.

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Mit Covid-19 in einer Klinik behandelt werden 310 Personen. Da sind etwa 100 Fälle wenig als Anfang November. Die Region Liberec konnte sogar den Regionen Ústí nad Labem (Außig) und Karlovy Vary (Karlsbad) mit freien Kapazitäten aushelfen. Was aber fehlt, ist Personal. Schon jetzt helfen 33 Armee-Angehörige. Beantragt sind weitere 50.

Mehr Kompetenzen gefordert

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie im März vergangenen Jahres sind über 37.596 Corona-Fälle in der Region Liberec aufgetreten, das ist fast jeder zwölfte Bewohner der Region. Rund 30.000 Menschen gelten als genesen, 510 sind bisher im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Was die Impfstrategie betrifft, fordern viele Regierungen mehr Kompetenzen für die Regionen und bereiten ihre eigenen Strategien vor. Martin Půta (Bewegung der Bürgermeister für den Kreis Liberec), bezeichnete die zentrale Strategie als eigenartig und warf dem Ministerium vor, zu wenig Zeit für die Beurteilung zur Verfügung zu stellen. Seiner Meinung nach wäre es günstiger, zu dem ausprobierten israelischen Modell zu greifen, wo innerhalb von drei Wochen schon ein Fünftel der Bevölkerung geimpft werden konnte - ein Land, das bis Ende März durch sein will. "Für Experimente und Suche nach eigener Lösung ist nicht die passende Zeit", meint Půta.

Ab Februar kann sich dann jeder Interessierte in dem elektronischen System anmelden. Bis Ende Sommer sollen fünf Millionen Menschen geimpft werden. Für eine breite Öffentlichkeit wird der Stoff vermutlich erst ab Juli zur Verfügung stehen, so Gesundheitsminister Blatný. Die Impfung ist in Tschechien freiwillig. In einer Umfrage vor einem Monat haben rund 40 Prozent der Menschen geäußert, sie vornehmen zu lassen.

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