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Mehr Arbeitslose durch Corona in Dresden

Tausende Menschen mehr als 2020 sind in Dresden ohne Job. Einige wechseln sogar die Branche. Wen die Pandemie besonders hart trifft.

Die Zahl der Arbeitslosen in Dresden steigt.
Die Zahl der Arbeitslosen in Dresden steigt. © Carsten Rehder/dpa

Dresden. Lokale, Fitnessstudios, Clubs: Seit November - oder noch länger - ist in Dresden vieles geschlossen. Die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit oder haben sogar ihren Job verloren. So leidet der Arbeitsmarkt während der Pandemie. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur derzeitigen Situation.

Wie viele Arbeitslose gibt es aktuell in Dresden?

Die Zahl der Arbeitslosen in Dresden ist in der Pandemiezeit gestiegen. "Im März 2021 gab es 20.114 arbeitslose Männer und Frauen in Dresden", teilt Arbeitsagentur-Sprecherin Grit Löst mit. Zum Vergleich: Im März 2020 waren es 16.410 Arbeitslose.

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Wie viele Dresdner haben als Auswirkung von Corona ihren Job verloren?

"Diese Frage kann leider nicht eindeutig beantwortet werden, da auch reguläre Befristungen endeten und Menschen aus anderen Gründen als Corona ihr Arbeitsverhältnis beendeten oder beendet wurde", so Löst. Die Gründe für Arbeitslosigkeit könnten vielfältig sein.

Jedoch sei die übliche Frühjahrsbelebung gedämpft. Denn üblicherweise sinken die Arbeitslosenzahlen im April doppelt so stark, so die Arbeitsagentur. Viele Betriebe nutzen weiterhin das Kurzarbeitergeld, um Arbeitsplätze zu erhalten. Fakt ist: Die Corona-Pandemie ist für stärkere Erholungseffekte am Arbeitsmarkt noch zu präsent. Positiv bewertet die Arbeitsagentur, dass nun auch die arbeitende Bevölkerung beim Impfen dran ist.

Wie hat sich in Dresden die Zahl der Langzeitarbeitslosen verändert?

Im März 2021 waren 7.350 Menschen als Langzeitarbeitslose in der Arbeitsagentur Dresden registriert. Im März 2020 waren das lediglich 4.910. Innerhalb des "Corona-Jahres" hat sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen also um 2.440 erhöht.

Welche Branchen trifft die Pandemie besonders hart?

Legt man die Inanspruchnahme von Kurzarbeit zugrunde, sind das verarbeitende Gewerbe, Hotellerie und Gastronomie sowie der Handel am schwersten betroffen. "Das allein wäre jedoch zu kurz gedacht. Auch sämtliche von diesen Branchen abhängige oder verbundene Wirtschaftsbereiche werden beeinflusst", so Löst.

Auch gibt es Bereiche, in denen überwiegend Selbständige ohne Angestellte tätig sind wie Künstler oder Dienstleister in körpernahen Berufen, die keine Kurzarbeit in Anspruch nehmen können. Denn Kurzarbeit ist nur für Arbeitnehmer möglich, nicht für Selbständige, so Löst. Die Palette ist also ziemlich breit gefächert.

Wird oft die Branche gewechselt?

Viele Wirte und Hotelliers berichten, dass sie Mitarbeiter verlieren und diese sich in Richtung Lieferdienste oder Supermärkte umorientieren. Das bestätigt auch die Dresdner Arbeitsagentur. "Vorübergehend, um die Zeit zu überbrücken, in der man in der Gastronomie nicht tätig sein darf und kann, versuchen sicher manche, die berufliche Perspektive zu wechseln", so Löst.

Allerdings sei das sehr schwer, denn wenn man aus der Gastronomie komme und in einen branchenfremden Beruf wechseln möchte, sei man ungelernt, und für Helfer sehe der Arbeitsmarkt auch nicht besonders gut aus. Eine Alternative wäre der Wechsel in sogenannte systemrelevante Bereiche, wie etwa in die Pflege.

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