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Corona: Kein Anlass für mehr DVB-Fahrten in Dresden

Die Verkehrsbetriebe bekommen Rückendeckung von der Stadt Dresden. Es geht um Abstand und die Gefahr, sich in Bus und Bahn mit Corona anzustecken.

Dieses Foto entstand im Oktober. Auch wenn im Lockdown weniger Busse und Bahnen in Dresden fahren, sind sie nicht zu voll, sagt der Verkehrsbürgermeister.
Dieses Foto entstand im Oktober. Auch wenn im Lockdown weniger Busse und Bahnen in Dresden fahren, sind sie nicht zu voll, sagt der Verkehrsbürgermeister. © Archiv/Ronald Bonss

Dresden. In der Auseinandersetzung um ausreichenden Abstand in den Dresdner Bussen und Bahnen und die richtige Fahrgastzahl pro Fahrzeug bekommen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) jetzt Schützenhilfe von ihrem Auftraggeber, der Stadt.

In der aktuell gültigen Corona-Schutz-Verordnung des Freistaats heißt es, Fahrten mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sollten auf ein Minimum begrenzt werden. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach Mitte vergangener Woche von 25 bis höchstens 50 Prozent Auslastung.

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Aus Sicht der Verkehrsbetriebe ist eine solche Vorgabe überflüssig. Die 80 Prozent Bahnen und Busse, die derzeit im Vergleich zum Normalangebot noch fahren, seien zu 40 bis 50 Prozent ausgelastet, erklärten die Verantwortlichen. Es sei genügend Platz, um Abstand zu halten, außerdem sei das Tragen einer Mund-Nasen-Maske in den Fahrzeugen Pflicht. "Das entspricht nicht unserem Geschäftsmodell", sagte Vorstand Lars Seiffert. Der ÖPNV sei sicher, auch aus Sicht des Infektionsschutzes.

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Doch das trifft offenbar nicht auf alle Bahnen und Busse zu. "Nicht nur in der 4, auch die Linien 11 und 13 sind voll, ebenso die Buslinie 61", schreibt eine SZ-Leserin bei Facebook über den Berufsverkehr. "Wenn volle Bahnen die Ausnahme sein sollen, habe ich bisher meistens die Ausnahmen erwischt."

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Die Verkehrsbetriebe wollen weiter bei ihrer jetzigen Regelung bleiben: Kaum noch Schülerverkehr und weniger Linienfahrten. Weitere Einschränkungen müsse ohnehin die Stadt als Auftraggeber genehmigen, sagt Unternehmenssprecher Falk Lösch.

Von dort bekommt das Unternehmen Unterstützung für seinen Weg. "Die DVB tun seit Wochen alles, um das Infektionsrisiko in den Bussen und Bahnen so gering wie möglich zu halten", sagt Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (Grüne), der auch Chef im Aufsichtsrat der DVB AG ist. "Rund 83 Prozent der Fahrten sind zu maximal 25 Prozent ausgelastet, rund 17 Prozent zwischen 25 und 50 Prozent." Diese Zahlen stammen aus der ersten Januarwoche, sie wurden bei rund 5.400 Fahrten mittels automatischer Zählsysteme ermittelt.

"In Dresden liegen wir sogar deutlich unter der Zielgröße des Freistaats Sachsen", sagt Kühn. Außerdem würden bis 20 Uhr alle Bahnen und Busse grundsätzlich an allen Haltestellen stoppen und die Fahrer automatisch alle Türen öffnen. So sei ein größerer Luftaustausch gewährleistet und die Fahrgäste müssten die Drücker nicht betätigen. "Aktuell gibt es keinen Anlass, noch weitere Änderungen vorzunehmen" - so bestätigt der Verkehrsbürgermeister den DVB, die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben.

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