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Hilfe für Dresdens Gastronomen gefordert

Die Gewerkschaft NGG Dresden fordert für die rund 15.000 Beschäftigen in der Gastronomie eine Sofortzahlung als Überbrückung in der Corona-Krise.

Köchinnen, Kellner und Hotelangestellte haben seit dem Frühjahr mit massiven finanziellen Einbußen durch die Kurzarbeit zu kämpfen.
Köchinnen, Kellner und Hotelangestellte haben seit dem Frühjahr mit massiven finanziellen Einbußen durch die Kurzarbeit zu kämpfen. © Jens Büttner/dpa

Dresden. Für die Beschäftigten im Dresdner Hotel- und Gaststättengewerbe wird nun ein Corona-Schutzschirm gefordert. Denn der Lockdown für die Branche trifft nicht nur die rund 1.040 Unternehmen mit voller Wucht, sondern bringt auch die 14.700 Dresdner Arbeitnehmer in existentielle Nöte, warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

"Köchinnen, Kellner und Hotelangestellte haben seit dem Frühjahr mit massiven finanziellen Einbußen durch die Kurzarbeit zu kämpfen. Wegen der meist niedrigen Löhne im Gastgewerbe und des fehlenden Trinkgeldes sind nun auch die letzten Reserven aufgebraucht. Das Geld reicht kaum mehr für die Miete – von Weihnachtsgeschenken ganz zu schweigen", sagt Volkmar Heinrich, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz.

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Auszahlung an den Erhalt von Arbeitsplätzen knüpfen

Die NGG fordert deshalb die Bundesregierung auf, den Beschäftigten im Gastgewerbe eine Corona-Sofort-Nothilfe in Höhe von 1.000 Euro zu zahlen. "Die Politik greift den Firmen mit enormen Summen unter die Arme, um eine Pleitewelle zu verhindern. Jetzt darf sie die Beschäftigten nicht im Regen stehen lassen", so Heinrich. Nach Einschätzung der NGG würden sich die Kosten für eine Beschäftigten-Nothilfe im Dezember auf rund 600 Millionen Euro belaufen.

Außerdem müsse die Auszahlung der Unternehmenshilfen an den Erhalt von Arbeitsplätzen geknüpft werden, so die Forderung. "Es darf nicht sein, dass sich Wirte und Hoteliers jetzt 75 Prozent des Vorjahresumsatzes erstatten lassen und wenig später ihre Mitarbeiter vor die Tür setzen", so Heinrich. Zwar befänden sich die Unternehmen in einer Krise. Diese müsse aber gemeinsam mit den Beschäftigten ausgestanden werden – nicht zuletzt, um Fachkräfte zu halten, die nach der Pandemie dringend gebraucht würden.

"Klar ist auch, dass die Politik rasch einen Fahrplan vorlegen muss, wie es im neuen Jahr weitergeht", fordert Gewerkschafter Heinrich. Bis eine Covid-19-Impfung für die gesamte Bevölkerung bereitstehe, könnten noch Monate vergehen – eine Zeit, die Unternehmen und Beschäftigte im heimischen Gastgewerbe ohne weitere Hilfen nicht haben.

Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt die Gastronomie in Dresden 11.439 Menschen in 896 Betrieben. Weitere 3.234 Beschäftigte arbeiten in 140 Unternehmen des Beherbergungsgewerbes.

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