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Click & Meet in Dresden: "Gerade schwarze Null"

Seit 8. März dürfen Geschäfte den Einkauf mit Termin anbieten. In Dresden sind viele Kunden dankbar - die Händler machen aber nur einen Bruchteil des Umsatzes.

Laufschuhe sind gerade besonders gefragt bei Intersport Hübner im Elbepark. Filialleiter Tim Hustig erklärt die Vorzüge und Nachteile.
Laufschuhe sind gerade besonders gefragt bei Intersport Hübner im Elbepark. Filialleiter Tim Hustig erklärt die Vorzüge und Nachteile. © René Meinig

Dresden. Es musste sich erst herumsprechen, doch spätestens drei Tage nach der ersten Möglichkeit, direkt im Laden mit Termin einkaufen zu gehen, kamen die Kunden zu Intersport Hübner im Elbepark. "In der Woche ab 15. März kam dann auch immer mehr Laufkundschaft dazu", sagt Filialleiter Tim Hustig. Das ist möglich, wenn die Kundenanzahl anhand der Fläche nicht ausgeschöpft ist. Wer dann einkaufen will, muss am Eingang seine persönlichen Daten hinterlassen.

Inzwischen kommen rund 100 bis 150 Kunden pro Tag, schätzt Hustig, 20 Prozent davon über die Terminbuchung im Internet, der Rest spontan. Zum Vergleich: In Vor-Corona-Zeiten waren es wochentags 1.500 bis 2.000, samstags sogar bis zu 6.000.

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"Wir reden also von etwa zehn Prozent der Kundschaft, die das Click-&-Meet-Angebot nutzt", sagt Hustig. Dafür muss er jedoch zwei Mitarbeiterteams von jeweils zehn Mann beschäftigen. Die kümmern sich um den Einlass, Desinfektion und Kontaktnachverfolgung, natürlich um Beratung vor Ort, aber auch um den Versand der Online bestellten Ware.

"Die Kosten-Nutzen-Rechnung ist schwierig. Wenn wir Glück haben, kommt am Ende gerade mal eine schwarze Null raus", sagt der Filialleiter. Dabei musste Intersport noch eine zweite Lagerfläche anmieten, denn die Ware für den Ski-Alpin-Bereich ist fast komplett unverkauft geblieben, da alle Skigebiete geschlossen waren. "Wir haben die Ausrüstung in rund 300 Kisten gepackt und hoffen, dass die kommende Skisaison wieder gut läuft."

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Gekauft wird derzeit bei Intersport im Elbepark vor allem Ausrüstung für Sportarten, die man allein oder in Familie draußen machen kann. "Das sind konkret vier Dinge: Inline Skates, Fahrradbedarf, Laufschuhe und Wanderausstattung", sagt Hustig. Alles was Team- und Hallensport anbelangt, bliebe in den Regalen liegen.

Schwierig findet Hustig die Ungleichbehandlung der Händler unterschiedlicher Sortimente. "Bei der Thalia-Buchhandlung hat man den Eindruck, Corona findet gar nicht statt. Dort ist keine Kontaktnachverfolgung nötig, da Lesen ja Bildung bedeutet und die ist wichtig. Aber das haben die Politiker zu verantworten."

Gute Nachfrage bei Douglas und Ikea

Begeisterte Kunden empfangen die Mitarbeiter der beiden Douglas-Filialen auf der Prager Straße und in der Schillergalerie, wo Click & Meet ebenfalls angeboten wird. "Die Kundinnen sind vor allem davon begeistert, dass sie stationär kaufen und die Produkte sofort mitnehmen können", sagt eine Unternehmenssprecherin.

Der Click-&-Meet-Service werde in beiden Filialen gut angenommen und die Kunden kämen mit sehr zielgerichteten Wünschen und konkreten Vorstellungen. Pro Douglas-Filiale nutzten aktuell rund 130 Kunden am Tag dieses Angebot.

Ähnliche Erfahrungen haben auch die Mitarbeiter des Dresdner Ikea-Einrichtungshauses gemacht. Die Freude über die Wiedereröffnungen sei auf allen Seiten groß und die Kunden nutzten das Einkaufen mit vorheriger Terminvergabe sehr gut, schreibt Pressesprecherin Claudia Seibert auf SZ-Anfrage.

Die bisherigen Öffnungen seien sehr ruhig und besonnen verlaufen. "Unsere Kundinnen und Kunden sind sehr verständnisvoll, zeigen sich besonders diszipliniert und halten sich an die getroffenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen." Konkrete Zahlen zu Bestellungen und Umsatz wollte Ikea nicht nennen.

Mehr Laufkundschaft in Altmarktgalerie

Gut eingespielt hat sich das Einkaufen mit Termin bei Sportscheck in der Altmarktgalerie, schätzt Mitarbeiter Patrick ein. "Die Auslastung über den Tag ist natürlich unterschiedlich, nachmittags kommen in der Regel mehr Kunden." Am vergangenen Samstag sei man stundenweise an die Kapazitätsgrenze von 60 Personen gleichzeitig im Geschäft gestoßen. Zunehmend komme mehr Laufkundschaft. Auch Patrick schätzt, dass die Kundenanzahl nur bei rund 10 Prozent im Vergleich zu den Zeiten liege, in denen Corona noch keine Rolle gespielt hat.

"Was wir merken ist, dass die Leute sehr dankbar sind, in das Geschäft kommen zu können, dort zu schauen und zu probieren." Die Hitliste führten derzeit Laufschuhe an, gefolgt von Artikeln für den Radsport.

Der Centermanager der Altmarktgalerie ist froh, dass überhaupt geöffnet werden kann. "Es läuft alles sehr ruhig und gesittet ab. Dennoch ist das Bild recht uneinheitlich", sagt Jens Preißler. "Die Frequenzen liegen deutlich unter den normalen Werten. Die Umsätze sind natürlich hauptsächlich nicht gut", so seine Einschätzung. Die Besucher verhielten sich aber alle sehr diszipliniert.

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