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Warum schlechtes Wetter gut ist

Alle haben das vergangene Wochenende in Dresden genossen. Plötzlich war der Frühling da. Aber für Corona kam er zu früh. Unsere Lockdown-Kolumne.

Schlechtes Wetter bremst die Unternehmungslust. Unser Kolumnist Christoph Springer findet das gut.
Schlechtes Wetter bremst die Unternehmungslust. Unser Kolumnist Christoph Springer findet das gut. © dpa-Zentralbild

Dresden. Ich mag das schlechte Wetter - den Regen und dass es wieder etwas kälter geworden ist. Kälter als Mitte der Woche, unangenehmer vor allem als am vergangenen Wochenende. Das war zu viel des Guten. Zu warm, zu viel Sonne und viel zu viele Menschen draußen. Vor allem überall dort, wo man sich eben so trifft in Dresden bei gutem Wetter.

Ja, ich war auch draußen, aber nicht dort. Mein Hobby ist coronakonform. Da ist mehr gefordert, als eine Mund-Nasen-Maske. Ich trage dabei einen Vollhelm und genügend Abstand zum Vordermann ist eine Lebensversicherung. Hotspots sind höchstens Tankstellen, aber die Zapfsäulen sind stets so weit auseinander, dass ausreichender Abstand zum Mitfahrer vorgegeben ist. Wetter wie am vergangenen Wochenende ist mir dabei sehr lieb, Regenfahrten sind manchmal unumgänglich aber weniger schön.

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Trotzdem finde ich schlechtes Wetter gerade gut. Viel besser als gutes. Denn es bremst die Unternehmungslust. Das bedeutet: weniger Corona-Gefahr an den Dresdner Hotspots. An Eisdielen und auf dem Elberadweg, vor Bratwurstgrills und an den Fähranlegern, auf Bänken und anderen Sitzgelegenheiten. Das muss doch zu Ansteckungen führen, wenn sich Spaziergänger, Freizeitsportler und Radfahrer auf den Radwegen beiderseits der Elbe so dicht drängen, wie am vergangenen Wochenende. Oder vor dem Tresen einer Eisdiele.

Kein Abstand in der Warteschlange

Oder an der Fähre in Kleinschachwitz. Dort war es am vergangenen Wochenende so schlimm, dass mir eine SZ-Leserin geschrieben hat. Eine Warteschlange bis hoch zur Imbisshütte hatte sich gebildet, weil nur 20 Personen zusätzlich zu den Autos aufs Schiff durften. Die Personenfähre lag fest vertäut am Ufer, wegen des Hochwassers war sie zu einer Pause verdammt. Dicht gedrängt standen die Menschen, "während sie sich auf der Fähre verloren", schrieb die Leserin.

Richtig so, denn die Verkehrsbetriebe haben die Regel - nicht mehr als 20 Fußgänger auf der Autofähre - wegen Abstand und Infektionsschutz. Nur, dass die Wartenden keinen Abstand hielten, ist natürlich unmöglich. Und weil das so schwer ist, wünsche ich mir schlechtes Wetter, bis die Sieben-Tage-Inzidenz noch weiter gesunken ist. Denn dafür kam das Frühlingswetter zu früh.

An dieser Stelle schreiben Redakteure der Dresdner Stadtredaktionen aus ganz persönlicher Sicht über Gedanken, Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Alltag im Lockdown.

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