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Wie die Dresdner jetzt reisen

Corona und viele Regeln machen die Urlaubsplanung schwer. Dazu kommt, dass die Reisebüros nicht alles anbieten können, was vor der Pandemie üblich war.

Sundair fliegt derzeit besonders viele Touristenziele ab Dresden-Klotzsche an.
Sundair fliegt derzeit besonders viele Touristenziele ab Dresden-Klotzsche an. © PR/Mitteldeutsche Flughafen AG

Dresden. Mit oder ohne Test und wenn mit, dann mit welchem? Reichen vielleicht zwei Corona-Impfungen für eine unbeschwerte Reise? Was ist, wenn sich die Corona-Zahlen am Reiseziel oder zu Hause in der Zwischenzeit verändern? Urlaub zu buchen ist derzeit irgendwie immer ein Wagnis. Trotzdem beginnt jetzt die Ferienzeit in Sachsen. Also ist jetzt auch Urlaubs- und Reisezeit. Doch wohin reisen ohne Risiko und dennoch zu bezahlbaren Preisen? Ein Überblick:

So reisen die Dresdner

"Der Trend geht schon die ganze Zeit zum Heimaturlaub", sagt Thomas Oczadly vom TUI Reisecenter an der Wallstraße. Er ist Vorsitzender des Vereins "Dresdner Reisebüros" und spricht für 42 Reisebüro-Inhaber mit mehr als doppelt so vielen Filialen. Das sei seit Beginn der Pandemie so, die Leute hätten sich "darauf eingeschossen". Oczadly meint: "Sie sind nur froh, dass sie von zu Hause wegkommen."

Teppich Schmidt
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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Dabei sah es kurzzeitig besser aus für das Geschäft mit den Reisebuchungen. "Im Juni hatten wir die Hoffnung, dass es aufwärts geht mit Nicht-Heimaturlaub", berichtet er, denn "wir leben nicht von Urlaub in Deutschland im Großen und Ganzen". Doch daraus wurde nichts. "Das war mal ein Peak, aber als die Ankündigung kam, dass die Balearen wieder zum Risikogebiet werden, hat sich das in Luft aufgelöst."

Mit Ferienwohnungen in Deutschland lasse sich noch etwas Geschäft machen, bei Hotels im Inland würden die Kunden aber selbst buchen, ohne Hilfe eines Reisebüros. Bei Reisen nach Spanien rechnet er mit einem "Tohuwabohu", nachdem das Land wie die Niederlande nun wieder zum Hochrisikogebiet erklärt worden ist. Die Kunden hätten gebucht, "was im Rahmen der Möglichkeiten ging - Griechenland, Spanien, Türkei, Kroatien". Das Thema Fernreisen sei bei ihm derzeit "komplett auf null gesetzt". Das heißt, zum Beispiel Ziele in Afrika sind bei ihm seit einiger Zeit gar nicht mehr gefragt.

Und er hat noch einen Rat: Ständig auf die Preise schauen. Dass Reiseziele, die jetzt machbar sind, teuer werden, sei normal. Wie etwa die an der Ostsee. Das gilt auch fürs Ausland. "Seit einer Woche schießen die Preise für Bulgarien nach oben, seit Griechenland und Spanien als Hochrisikogebiete im Gespräch sind."

Wer jetzt bucht

"Nahezu 70 Prozent aller in diesem Jahr durchgeführten Reisen sind Deutschlandreisen", sagt Uwe Lorenz, Geschäftsführer von Eberhardt Travel. Für das liebste Sommerziel der Sachsen kann er nur wenig Hoffnung machen. Die Nachfrage nach Urlaubsreisen an die Ostsee "kann bis August nicht befriedigt werden". Das heißt, es ist ausgebucht.

Die Kunden, die jetzt buchen, seien "wirklich unerschrocken reiseinteressierte Menschen" meint Lorenz. Sie würden auch Gruppenreisen und Reiseziele akzeptieren, die Eberhardt Travel jetzt wirklich "realisieren" kann. Dabei gehe es ihnen im Moment, wie sonst nur ganz besonderen Reisenden: "Sie werden unterwegs in den Hotels und an den Besichtigungsorten wie Ehrengäste behandelt und umsorgt."

Im Trend seien Rundreisen mit dem eigenen Auto oder Mietwagen. Die Nachfrage "hat sich vervielfacht", sagt Lorenz. Doch es gibt bei Eberhardt Travel auch noch die Kunden, die richtig weit weg wollen. "Einmal-im-Leben-Fernreise", heißt das Angebot seiner Firma für solche Reisende. "Die Mehrzahl bleibt uns treu und bucht schon zum dritten Mal auf spätere Termine um."

Ein besonderes Problem ist für Lorenz und seine Kollegen, dass in Klotzsche noch immer viele Flugverbindungen aus der Zeit vor Corona gestrichen sind. Deshalb übernehmen mehrere Dresdner Reisebüros und der Reisebüro-Verein selbst das Risiko und organisieren Flüge zu Zielen, die die Dresdner interessieren könnten. Sizilien, Montenegro und Kroatien gehören dazu. Zu finden sind diese Angebote nur bei den Reisebüros selbst.

So ist es auf den Reisewegen

Der ADAC sagt: "Wegen des Trends zum Heimaturlaub sind auch die Zufahrten der Erholungsgebiete, vor allem im untergeordneten Straßennetz, sehr staugefährdet." Wer also auf der Autobahn gut durchgekommen ist, kann sich noch lange nicht entspannen. Richtig interessant wird es demnach erst auf den Bundes- oder Kreisstraßen nach der Abfahrt und kurz vor dem Ziel. Also genau dann, wenn nach einer langen Reise nur noch ein paar Dutzend Kilometer bevorstehen.

Außerdem warnt der ADAC vor Staus "auf den Fernstraßen zur Nord- und Ostsee", insbesondere etwa am Autobahndreieck Wittstock/Dosse in Richtung Ostsee. Und auch die A4 bei Dresden gehört laut dem Automobilclub zu den besonders gefährdeten Staustrecken. Das Geduldsspiel könnte also schon bei der Abfahrt beginnen.

Das sagen die Flughafen-Verantwortlichen: Ab Dresden starten zum Ferienbeginn 16 Urlaubsmaschinen. Sechs davon nach Palma de Mallorca, zwei nach Antalya und zwei nach Heraklion. Weitere Flieger starten nach Burgas, Kos und Rhodos. Besonders häufig fliegt Sundair Touristen in den Urlaub. Noch häufiger starten Lufthansa-Maschinen nach Frankfurt und München.

Wer jetzt fliegen will, sollte mehr Zeit für das Einchecken einplanen. Die Verantwortlichen raten, mindestens 2,5 Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein und den Online-Check-in zu nutzen. "Die Pandemie macht zusätzliche Formalitäten am Check-in notwendig, daher sind längere Wartezeiten als üblich einzuplanen." Fluggäste haben die Möglichkeit sich im Covid-19-Testzentrum im Flughafen kostenpflichtig testen zu lassen. Die Termine für Antigen-Schnell- und PCR-Tests können online direkt beim Anbieter vereinbart werden.

Weitere Informationen unter: www.mdf-ag.com/reisehinweise/

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