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Corona: Wie lief Dresdens erste Gastro-Woche?

Außengastronomie ist in Dresden seit einer guten Woche wieder erlaubt, doch das Wetter spielt bisher nicht so recht mit. Halten sich alle an die Regeln?

Die Gäste dürfen im Johannstädter Fährgarten nun wieder Platz nehmen. Die Corona-Regeln sind allerdings aufwendig umzusetzen, sagt der Betreiber.
Die Gäste dürfen im Johannstädter Fährgarten nun wieder Platz nehmen. Die Corona-Regeln sind allerdings aufwendig umzusetzen, sagt der Betreiber. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Jens Bauermeister ist ein alter Hase im Dresdner Biergarten-Geschäft - seit Mitte der 1990er-Jahre betreibt er den Fährgarten in der Johannstadt. Normalerweise öffnet Bauermeister seinen Biergarten im Frühjahr, wenn die ersten schöne Tage nahen. Im zweiten Corona-Lockdown war das in diesem Jahr nicht möglich, die Gastronomie ist von den Beschränkungen besonders hart betroffen. Inzwischen dürfen unter den alten Bäumen am Elberadweg wieder Gäste Platz nehmen.

Doch die Regelungen, mit denen die Dresdner Gastwirte zumindest ihre Außenbereiche wieder öffnen dürfen, sind streng. "Und vor allem umfangreich", betont Bauermeister. Ab zwei Hausständen an einem Tisch brauchen die Gäste einen negativen Test, vorher müssen sie reservieren. Die Tische müssen weit genug auseinander stehen.

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Zwar hätten sich seine Gäste auch vom mitunter nasskalten Wetter nicht von einem Biergarten-Besuch abhalten lassen. "Aber die Abläufe spielen sich nur zögerlich ein." Oft bilden sich lange Warteschlangen an den Theken, räumt Bauermeister ein. Denn dort wird kontrolliert, ob der Gast einen Tisch reserviert und, wenn nötig, einen Negativtest mitgebracht hat.

Den müssen sich Bauermeister und sein Team vorlegen lassen, wenn Menschen aus verschiedenen Haushalten an einem Tisch sitzen wollen. Dazu kommt die Kontrolle von Impfausweisen oder Bescheiden über eine Genesung sowie der ausgefüllten Zettel für die Kontaktnachverfolgung.

Fährgarten: "Kontrollen sind für uns sehr aufwendig"

"Das ist wahnsinnig aufwendig, die Gespräche am Tresen dauern mehrere Minuten, das zehrt an unseren Kräften und Nerven." Dabei wollen seine Mitarbeiter einfach gern für die Gäste da sein, sagt Bauermeister. Immerhin: Die meisten Besucher gehen relativ entspannt mit den Regelungen um. Auch, weil vieles schon vorher am Telefon geklärt wird, wenn die Gäste ihre Tische reservieren. "Da wird dann besprochen, dass die Oma schon geimpft ist und keinen Test braucht."

Tatsächlich sei das Ordnungsamt schon vor Ort gewesen, um zu kontrollieren, ob alle Vorgaben eingehalten werden. Das berichtet eine Fährgarten-Mitarbeiterin. "Es war zum Glück alles okay." Nun hofft Bauermeister, dass die Inzidenz in Dresden und damit auch etliche der Regelungen so schnell wie möglich weiter fallen. Schon in der kommenden Woche könnte es passieren, dass eine Tischreservierung und ein Negativtest in der Außengastronomie nicht mehr nötig sind.

Tom Knappe aus dem Louisengarten wurde förmlich überrannt in den ersten Tagen. "Die Menschen haben das schlechte Wetter ignoriert und sind trotzdem gekommen, dann eben mit dickem Pulli und Decke", so Knappe. Der Wirt bietet ein Reservierungssystem an, das gut funktioniere, sagt er. "Man hat aber gemerkt, dass die Leute total ausgehungert nach Ausgehen waren und ihre Tische, wenn sie sie einmal belegt hatten, nicht wieder hergegeben haben.", so Knappe mit einem Schmunzeln. Manche Gäste hätten ab 16 Uhr bis zum Abend an ihren Tischen gesessen. Kontrollen habe Knappe in seinem Biergarten in der Neustadt noch nicht erlebt.

Nicht alle Kunden und Wirte vorbildlich

Nicht ganz so gut angelaufen ist der Start in die Außengastro-Saison bei Daniel Fischer aus dem Restaurant Daniel. "Das Wetter hat nicht so ganz mitgespielt und der Zulauf war noch ein wenig mau", sagt er. Es seien vor allem viele Stammkunden und Freunde gekommen. "Aber so konnte sich das Team erstmal wieder einspielen nach der langen Pause", so der Koch. Jetzt hofft er auf schönes Wetter in der kommenden Woche und volle Reservierungsbücher. "Bei uns wird eh reserviert, da wir nicht so viele Tische haben. Wer spontan kommt, kann aber auch seine Daten handschriftlich da lassen."

Doch ganz so vorbildlich sind nicht alle Kunden und Wirte. Immer wieder ist zu hören, dass Tests oder Anzahl der Hausstände gar nicht kontrolliert werden. Darüber sprechen will offen natürlich nicht niemand. Das Ordnungsamt hält sich auf SZ-Anfrage sehr bedeckt, was den Rhythmus und die Anzahl der Kontrollen angeht. "Relevanten Hinweisen wird während der regulären Dienstzeiten nachgegangen und bei Erfordernis die notwendigen Maßnahmen veranlasst", so die Stadt. Und wie viele Verstöße wurden seit Öffnung der Außengastronomie schon festgestellt? "Der Bußgeldbehörde liegen bislang keine Anzeigen vor", heißt es.

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