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Corona: Dresdens neue Einkaufsregeln

Meistgelesen: Ab Montag wird weiter gelockert. Termine sind dann nicht mehr nötig, um einzukaufen. Ganz ohne Regeln funktioniert das Shoppen trotzdem nicht.

Die Prager Straße in Dresden dürfte sich ab Montag wieder füllen.
Die Prager Straße in Dresden dürfte sich ab Montag wieder füllen. © Sven Ellger

Dresden. Ob T-Shirt, Esstisch oder Fotokamera – wer Geschäfte besuchen will, muss ab Montag keinen Termin mehr vereinbaren. Das hat die Landesregierung beschlossen. Die Click-&-Meet-Ära ist vorbei, vermutlich für immer. Ganz ohne Regeln funktioniert das Einkaufen trotzdem nicht.

Was gilt also ab nächster Woche? Schaffen es alle Läden, so schnell wieder Kunden zu empfangen? Weiten die Einkaufzentren ihre Öffnungszeiten wieder aus? Und droht ein Chaos in den Testzentren? Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten rund ums Shoppen in Dresden.

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Was muss ich als Kunde ab Montag beachten?

Zunächst einmal dürfen alle Geschäfte wieder uneingeschränkt öffnen – vom Möbelmarkt bis zum Klamottenladen. Bedingung: Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, dürfen nur mit einem negativen Testergebnis betreten werden. Das sind zum Beispiel Möbel- und Technikmärkte, aber auch Klamotten- und Schuhläden. Ausnahmen gelten wahrscheinlich nur für vollständig Geimpfte sowie Genesene. Details wird die Coronaverordnung regeln, die am Donnerstagnachmittag noch nicht vorliegt.

Läden, die der Grundversorgung dienen, sind weiterhin von der Testpflicht ausgenommen. Dazu gehören unter anderem Supermärkte, Drogerien, Apotheken, Baumärkte, Gartenmärkte, Blumenläden und Buchhandlungen. Die Maskenpflicht gilt dagegen überall. Erlaubt sind FFP2- und OP-Masken.

Wie bereiten sich die Händler vor?

Im Elbepark ist die Freude unter den Händlern groß, so Centermanager Gordon Knabe. "Wir warten noch auf die finale Verordnung, ich gehe aber davon aus, dass ab 2. Juni alle Händler wieder normal öffnen", sagt er. Von 10 bis 19 Uhr sollen erstmal alle wieder ihre Türen öffnen. "Es wird bestimmt den ein oder anderen geben, der noch einen Moment länger braucht, um aus dem Coronaschlaf wieder zu erwachen. Die Kunden müssen sich aktuell noch vor dem Shoppen testen lassen - entweder in dem Testcenter direkt im Elbepark oder in einem der anderen Center in der Stadt. "Wir hoffen aber auf einen baldigen Wegfall der Testpflicht, denn das bedeutet immer noch eine zusätzliche Hürde für die Kunden", sagt Knabe.

Franziska Rüpprich, Inhaberin aus dem Modeladen Prüssing & Köll , steht "in den Startlöchern", wie sie sagt und will am Montag den ganz normalen Ladenbetrieb auf der Heinrichstraße im Barockviertel aufnehmen. "Die Kunden können es kaum erwarten, da ja auch die Hochzeitssaison läuft", sagt sie. Außerdem fiebere sie dem Start des Hotelbetriebes Mitte Juni entgegen, da auch von dort Kundschaft kommt. "Wir öffnen von 10 bis 18 Uhr unseren Laden, die Kunden brauchen einen Test."

Der Familien-Modeladen Ernstings Family öffnet laut seinem Sprecher erstmal nur verkürzt. "Unsere Filialen haben alle von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Kunden müssen - Stand heute - einen aktuellen negativen Test vorweisen", so Gunnar van Geldern. "Unsere regulären Öffnungszeiten bis 19 oder 20 Uhr werden wir erst wieder umsetzen können, wenn die behördlichen Vorgaben für unsere Kundschaft, an die wir uns selbstverständlich halten, wieder vereinfachen."

H&M-Sprecherin Jennifer Kaz antwortet ausweichend auf die Frage, wann die Dresdner Filialen des schwedischen Modelabels wieder normal öffnen. "Grundsätzlich ist es unser Ziel, natürlich immer unter Berücksichtigung der Gesundheit und Sicherheit aller, unsere H&M-Geschäfte so zu öffnen wie es die entsprechende Verordnung zulässt. Gegebenenfalls kommt es lokal zu angepassten Öffnungszeiten." Die Kunden sollten sich vor ihrem Einkauf über die entsprechenden Öffnungszeiten und die geltenden örtlichen Bestimmungen informieren, sagt sie auf SZ-Anfrage.

Welche Schnelltests werden in den Läden anerkannt?

Auf der sicheren Seite ist jeder, der sich in einem Testzentrum testen lässt, das vom Gesundheitsamt beauftragt wurde. Die Mitarbeiter dort stellen Bescheinigungen aus, die in den Geschäften anerkannt werden. Gültig sind sie für den aktuellen Tag.

Inzwischen hat das Gesundheitsamt mehr als 140 Einrichtungen in Dresden mit den kostenfreien Bürgertests beauftragt. Dort darf sich jeder Bürger so oft testen lassen, wie er möchte. Möglich wäre theoretisch auch, einen Selbsttest unter Aufsicht von Laden-Mitarbeitern durchzuführen. Ob das alle Geschäfte mitmachen, ist jedoch unklar und sollte vorab geklärt werden.

Gibt es denn genügend Testkapazitäten?

Über 140 Testzentren – das klingt viel. Mit den Lockerungen ab Montag dürfte die Nachfrage jedoch sprunghaft steigen. Das ist bereits passiert, als am vergangenen Mittwoch die Außengastronomie wieder öffnete, berichtet Sophie Koch von den Johannitern. Die Hilfsorganisation betreibt unter anderem das Testzentrum im Kulturpalast. Dort sind noch vorletzte Woche zwischen 700 und 800 Menschen jeden Tag getestet worden. Mittlerweile sind es im Schnitt wieder 1.000.

"Mit jedem Öffnungsschritt werden es mehr. Wir stellen uns auf einen Andrang ab nächster Woche ein." Luft nach oben gebe es im Kulturpalast zwar noch. Trotzdem könne es passieren, dass es zu Wartezeiten kommt. Im Kulti darf man auch ohne Termin vorbeikommen. Hinzu kommt, dass das Testzentrum dort innerhalb des Konzerthauses umzieht. Getestet wird ab Freitag im Untergeschoss. Man hoffe, dass sich die Abläufe über das Wochenende einspielen, so Koch. Grund für den Umzug ist, dass der Kulturpalast wieder bespielt werden darf. Den Platz brauchen daher die Philharmoniker.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Darüber hinaus haben die großen Einkaufszentren in der Stadt teils mehrere Testzentren eingerichtet. Damit wird es Kunden erleichtert, Test und Shopping nahtlos zu verbinden.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) betreibt im Haus der Presse und an der Klingerstraße in Übigau zwei Testzentren. Im Haus der Presse werden aktuell um die 340 Personen pro Tag getestet. Damit ist das Zentrum erst zu etwa 60 bis 70 Prozent ausgelastet. In Übigau, für viele liegt das auf dem Weg in den Elbepark, werden erst 30 Prozent der Kapazitäten ausgeschöpft.

Entstehen zusätzlich neue Testzentren?

Ja, das Gesundheitsamt beauftragt fortlaufend neue Testzentren. So wird ab sofort auch im Karstadt getestet. Auch der Drogeriemarkt DM an der Sternstraße in Mickten bietet nun Schnelltests an. Eine Übersicht über alle beauftragten Testzentren finden Sie hier. Die SZ-Karte wird regelmäßig aktualisiert.

Bleibt es denn nun bei diesen Regeln?

Wahrscheinlich nicht. Denn aktuell meldet das Gesundheitsamt so wenige Neuinfektionen, dass bald noch weiter gelockert werden könnte. So könnte die Testpflicht für Kunden wegfallen. Voraussetzung dafür ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz an 14 aufeinanderfolgenden Tagen unter 35 liegt. Am Donnerstag lag der Wert bei 37.

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