merken
PLUS Dresden

Dresdner Oktoberfest erneut verschoben

Die achte Auflage des Pichmännel-Festes sollte eigentlich im Frühjahr steigen. Nun soll im Herbst gefeiert werden. Was die anderen Feste in Dresden planen.

Pichmännel-Stimmung wird es frühestens im Herbst wieder zu erleben geben.
Pichmännel-Stimmung wird es frühestens im Herbst wieder zu erleben geben. © Christian Juppe (Archiv)

Dresden. Das Pichmännel-Oktoberfest muss erneut verschoben werden. Bis zum letzten Moment hätten die Macher die Hoffnung nicht aufgeben wollen, heißt es in einer Mitteilung der Feldschlößchen Vertriebsgesellschaft mbH. "Aufgrund der aktuellen Sächsischen Corona-Schutzverordnung (...) ist es uns leider nicht möglich, das Fest vom 8. bis 24. April wie lange geplant zu feiern."

Stattdessen soll die Sause nun vom 23. September bis 9. Oktober im Ostragehege steigen. Dieser Zeitraum war bereits im vergangenen Jahr als Ausweichoption ins Auge gefasst worden.

LandMAXX - Baumärkte und Baustoffzentren
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen

LandMAXX ist der freundliche, kreative und innovative Nahversorger für alle, die in Haus, Hof und Garten gern selbst anpacken.

Für das Pichmännel-Oktoberfest wurden bereits Tausende Tickets verkauft.
Für das Pichmännel-Oktoberfest wurden bereits Tausende Tickets verkauft. © PR

"In der aktuellen Situation ist es einfach nicht möglich, diese Veranstaltung mit bis zu 3.500 Gästen am Abend in ihrer bekannten und beliebten Art und Weise durchzuführen", sagt Marketingleiter Frank Haase. Beim Oktoberfest gehe es um "geselliges Beisammensein und unbeschwerte Ausgelassenheit".

Auch diesmal gilt: Bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. "Wir können es kaum erwarten, das achte Pichmännel-Oktoberfest in gewohnter Manier Fans zu feiern", heißt es.

Flottenparade abgesagt

Für Dampferfans gab es bereits Ende März eine traurige Nachricht: Wie die Sächsische Dampfschiffahrt auf Facebook mitteilt, muss die Flottenparade, die traditionell am 1. Mai hätte stattfinden sollen, auch in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Allerdings müssen sich die Freunde der Dampfschifffahrt nicht allzu lange gedulden, denn das Spektakel soll - nach derzeitiger Planung - am 5. Juni stattfinden. "Wir hoffen sehr, dass wir dann endlich wieder den Fahrbetrieb aufnehmen und mit euch gemeinsam in eine wundervolle Saison starten können!", schreibt das Unternehmen.

Zuletzt konnte die Sächsische Dampfschiffahrt jedoch positive Nachrichten verkünden: So hat das Unternehmen das dringend nötige Hilfsgeld für die Monate November und Dezember 2020 von der Sächsischen Aufbaubank erhalten. Es sei eine sechsstellige Summe, sagte Geschäftsführer Stefan Bloch auf SZ-Anfrage. Damit sieht er die Flotte finanziell gerüstet, auch wenn der Lockdown und damit auch die Zwangspause für die Schiffe noch ein paar Wochen dauern dürfte.

Schaubudensommer auf der Hauptstraße

Eine freudige Nachricht gab es vor Kurzem für Kunst- und Kulturfreunde: In diesem Jahr wird wieder ein Schaubudensommer stattfinden. Die Macher kündigten bei Facebook an, dass das Festival vom 3. bis 5. August im Freien auf der Hauptstraße zwischen Albertplatz und Goldenem Reiter stattfinden soll.

Auf Anfrage von Sächsische.de gab der Erfinder und künstlerische Leiter, Helmut Raeder, weitere Einblicke zum Konzept und zum geplanten Ablauf. "Wir werden für drei Tage auf der Hauptstraße ein Open-Air-Theaterfest zelebrieren", sagte Raeder.

Der Grund: "Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon ausgehen, dass wir uns im Sommer in kleinen Buden stapeln können", so Raeder. Deshalb habe man der Stadt Dresden ein Konzept vorgelegt, von dem alle "sehr angetan gewesen sind".

Das kulturelle Leben müsse weitergehen. Raeder hofft, dass mit dem neuen Veranstaltungsort auch mögliche Touristen auf den Schaubudensommer aufmerksam werden und die Künstler vor Ort finanziell unterstützen.

Denn der Schaubudensommer 2021 werde - anders als im Normalfall - auf Spendenbasis funktionieren. Tickets gibt es deshalb diesmal nicht, jeder Dresdner kann kostenlos zuschauen. "Wir bitten das Publikum, Geld mitzubringen, um die Hüte der Künstler kräftig mit Münzen und Scheinen zu befüllen."

Wer beim Schaubudensommer 2021 auftreten wird, ist noch nicht vollständig klar. Man stehe mit mehreren Künstlern in Kontakt, so Raeder. "Man kann allerdings davon ausgehen, dass bekannte Gesichter dabei sind, also Künstler aus den Buden ein Programm für die Straße haben", sagte Raeder.

Elbhangfest fällt aus

Angesichts der Pandemielage und der Verzögerungen bei den Impfungen sieht der Elbhangfest-Verein keine Möglichkeit mehr, sein traditionelles Fest zwischen Loschwitz und Pillnitz am letzten Juni-Wochenende zu veranstalten.

Ein Fest mit 20.000 oder mehr Besuchern, die teilweise von weit her anreisen, sei zu dieser Zeit wegen Corona leider noch nicht durchführbar, teilte der Verein mit. Die Gesundheit seiner Gäste wolle er auf keinen Fall gefährden. "Auch die zu erwartenden Hygieneauflagen sind bei einem Fest dieses Charakters mit Weindörfern, weiträumigem offenem Gelände und Kirchen als Konzerträumen beim besten Willen nicht erfüllbar", schrieben die Organisatoren.

Aufgrund der nötigen Vorlaufzeit für das Festprogramm und um Planungssicherheit für Künstler, Händler und alle Mitwirkenden am Hang zu schaffen, hat sich der Vorstand des Vereins entschieden, das Fest 2021 bereits jetzt abzusagen.

Aber Dresden für immer ohne Elbhangfest – das sei ein zu großer Verlust, so der Verein. In Zusammenarbeit mit der Sächsischen Zeitung und der Ostsächsischen Sparkasse startete er daher eine Spendenaktion, um die laufenden Fixkosten bis zum Fest 2022 decken zu können. Nur mit Hilfe vieler Fans können die Planungen für das traditionsreiche Dresdner Kultur- und Familienfest fortgesetzt und der Loschwitzer Weihnachtsmarkt gut vorbereitet werden.

Deshalb sammelt der Verein Spenden, um das zweite Corona-Jahr zu überstehen – damit es 2022 ein Elbhangfest geben kann. Am traditionellen Elbhangfest-Freitag, dem 25. Juni, soll außerdem eine Festschrift "30 Jahre Elbhangfest" erscheinen, die gekauft werden kann, um zur Erhaltung des Festes beizutragen.

Was sonst bereits abgesagt wurde

Auch bei den anderen Dresdner Festen sieht es in diesem Pandemiejahr schwierig aus. Zu den ersten, die in diesem Jahr mit einer Absage reagiert haben, gehörten die Verantwortlichen des Hutballs und der Hutball-Party. Geplant ist die 25. Auflage der beiden Veranstaltungen, ein Jubiläum. Doch sie musste erneut verschoben werden.

Eigentlich sollten die Party und der Ball am 19. und 20. März stattfinden. Nun gibt es zum dritten Mal einen neuen Termin, denn es ist fraglich, was dann erlaubt und was noch verboten sein wird. "Die weiterhin ungewisse Situation macht eine Durchführung im gewohnten Umfeld unmöglich", teilt Linda Glaser vom Veranstaltungsunternehmen Waterloo Produktion mit.

Nachgeholt werden sollen der Ball und die Party am Abend davor nach derzeitiger Planung am 19. und 20. November. Die Tickets behalten weiterhin ihre Gültigkeit.

"Es wird keine Bunte Republik Neustadt im Juni geben", sagte auch Koordinatorin Ulla Wacker auf SZ-Anfrage. "Die Zeit bis dahin wäre zu knapp und die Lage zu unsicher." Momentan sei man mit Einzelveranstaltern im Gespräch, im August eine kleinere Variante zu ermöglichen. Etwa ein Fest auf nur einem Straßenzug oder ein Konzert. Sie sei in Gesprächen mit den anderen Festveranstaltern, damit nicht alle auf das gleiche Wochenende ausweichen.

Es gibt keinen Gesamtveranstalter der BRN, sondern eine Organisationsgruppe, zu der auch Ulla Wacker gehört. Die Stadt schreibt: "Da die Entwicklung der Pandemie keine sichere Planung für die BRN in diesem Jahr zulässt, wurden vom Straßen- und Tiefbauamt auch keine Regelungen zur Beantragung straßenrechtlicher Sondernutzungserlaubnisse veröffentlicht."

"Unter den derzeitigen Bedingungen sind wir nicht in der Lage, das Stadtteilfest Sankt Pieschen 2021 zu planen und durchzuführen. Keiner kann uns sagen, wann der ganze Pandemiewahnsinn ein Ende hat", sagten auch die Veranstalter von St. Pieschen.

Im Normalfall benötige man ein Jahr Vorlauf für die Planung des Stadtteilfestes.
Das finanzielle Risiko sei für den kleinen Verein, der sich selbst wirtschaftlich tragen muss, bei einer erneuerten Absage kurz vor Termin nicht verkraftbar. Und selbst wenn eine Durchführung möglich wäre, müssten hygienische Vorgaben erfüllt werden, die sie nicht garantieren könnten. "So sehr wir den Pieschenern die Freude gemacht hätten, es geht leider nicht. Wir starten vom 3. bis 5. Juni 2022 einen neuen Versuch, in der Hoffnung, dass wieder so etwas wie Normalität eingekehrt ist", sagen die Veranstalter.

Auch das Dixieland-Festival fällt aus. Lange hatte Dixie-Chef Joachim Schlese gehofft, sein Festival könne in diesem Jahr Geburtstag feiern. Bereits im vergangenen Frühsommer musste er es coronabedingt absagen. Dabei hätte es eine ganz besondere Party werden sollen: 50 Jahre Dresdner Dixieland-Festival. Ein halbes Jahrhundert!

Doch nun hat der Veranstalter erneut die Notbremse gezogen und seine Partner informiert. Das geplante Datum, 16. bis 23. Mai 2021, ist nicht zu halten. Zu viele zu volle Konzerte gehören zum umfangreichen Veranstaltungskalender, und zu viele verschiedene Veranstaltungsorte sind involviert.

Selbst wenn diese zur rechten Zeit ihre Hygienekonzepte vorweisen können - in voller Auslastung wird im Mai kein Saal, kein Club, keine Kneipe Gäste empfangen dürfen. Schon jetzt ist das Festival zu rund 70 Prozent ausverkauft. Eingeladen waren 41 Bands und Solisten. Sie sollten auf mehr als 40 Bühnen auftreten.

Für viele davon gibt es jetzt schon keine Tickets mehr. "Wir müssten nach Hygieneverordnung wohl mehr als die Hälfte unserer Besucher nach Hause schicken", sagt Schlese. Auch eine Kontaktrückverfolgung hält er für unrealistisch. "Wie soll das gerade beim großen Dixielandumzug denn gehen?"

Diese Veranstaltungen werden weiter geplant

Optimistisch schauen die Filmnächte-am-Elbufer-Veranstalter in die Zukunft. "Wir planen mit einem Eröffnungstermin für die Filmnächte in Dresden am 24. Juni", sagte Sprecherin Daniela Möckel. Die Erfahrungen mit dem Hygienekonzept seien 2020 gut gewesen und daran wolle man festhalten und sei mitten in den Vorbereitungen.

"Zunächst planen wir 'nur' die Filme und zu Konzerten können wir erst später etwas sagen", so Möckel. Sie planen mit den klassischen 60 Tagen Filmnächten am Elbufer. Auf der Website finden sich die Hinweise auf ein Konzert von Rapper Alligatoah im Juni und Anna Mateur im Juli. Das Konzert von Alligatoah wurde allerdings inzwischen abgesagt.

Wegen des Hickhacks um die Corona-Regeln hat Frank Schröder die Planung für das Stadtfest im August aufgeschoben. Eigentlich wollte er vor Ostern, gemeinsam mit der Stadt als Auftraggeber, entscheiden, ob es stattfinden kann. "Wir können derzeit ja nicht mal die nächste Woche planen", sagte Schröder.

Deshalb wurde die Entscheidung auf nach Ostern vertagt. Schröder hoffe, der "Stadtgeburtstag" könne gefeiert werden. "Vielleicht auch in einem kleinerem Rahmen."

Ebenso planen die Veranstalter für die US-Car-Convention und die Harley-Days weiter. Beide Veranstaltungen sind für den Juli vorgesehen. Auch am Palaissommer im Juli und August wird eifrig weiter gewerkelt. Erste Künstler wurden bereits bekanntgegeben. Auch ein Termin steht schon fest: Vom 16. Juli bis 22. August sollen die Dresdner im Park des Palais' Musik, Kunst, Poesie, Filme und mehr genießen können. "Die Vorbereitungen laufen bereits jetzt auf Hochtouren", heißt es.

Und Hofewiese-Betreiber Holger Zastrow will eventuell Ende Juni mit einem "Hoffest" den fünften Geburtstag seines Biergartens in der Heide feiern - auch wenn dieser Pfingsten eröffnet wurde.

Weiterführende Artikel

Corona: Dresden sagt Frühjahrsmarkt ab

Corona: Dresden sagt Frühjahrsmarkt ab

Der Markt samt Maibaumfest auf dem Altmarkt fällt wie schon im vergangenen Jahr auch 2021 aus.

Für Freunde des Christmas Gardens gibt es ebenfalls gute Nachrichten: Das weihnachtliche Lichter-Spektakel im Schlosspark Pillnitz soll in 2021 wieder stattfinden. Der Vorverkauf soll bald beginnen.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden