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Corona: Entspannung in Radeberger Klinik

Nach der Schließung einer Station am Donnerstag soll sie ab Montag wieder öffnen. Allerdings nur zum Teil. Die Corona-Situation im Krankenhaus - und im Kreis.

In der Asklepios-ASB Klinik Radeberg musste eine Station geschlossen werden. Ab Montag soll sie wieder öffnen.
In der Asklepios-ASB Klinik Radeberg musste eine Station geschlossen werden. Ab Montag soll sie wieder öffnen. © Archiv: Thorsten Eckert

Radeberg. Die Situation hatte sich zuletzt zugespitzt: Mehrere Pfleger und Ärzte der Asklepios-ASB Klinik Radeberg mussten wegen einer Corona-Infektion krankgeschrieben werden oder auf Anordnung des Gesundheitsamtes in Quarantäne gehen. Am Donnerstag hatte das Krankenhaus deshalb eine Station schließen müssen. Die ordnungsgemäße Betreuung war aus Personalmangel nicht mehr möglich. Die Patienten wurden auf andere Stationen verlegt.

Jetzt zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. „Wir rechnen am Montag mit der Rückkehr mehrerer Kollegen. Bei ihnen endet entweder die Quarantäne, beziehungsweise sie sind ab diesem Tag wieder gesundgeschrieben“, sagt Regionalgeschäftsführer Patrick Hilbrenner. „Deshalb werden wir ab Montag die Station wieder öffnen können. Allerdings nicht vollständig. Ich rechne damit, dass wir zehn bis 15 Betten wieder belegen können.“ Genau könne er das nicht sagen, da unklar ist, ob weitere Mitarbeiter erkranken oder in Quarantäne müssen.

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Nach seinen Angaben liegt die Zahl der Corona-Patienten derzeit bei zwanzig. „Damit gehören wir gemessen an der Größe der Krankenhäuser zu den am stärksten belegten Einrichtungen. Das ist eine besondere Herausforderung für unsere Mitarbeiter, die sie sehr gut meistern.“ Trotz der angespannten Personalsituation werden alle Patienten behandelt, die ins Radeberger Krankenhaus kommen, versichert Hilbrenner. „Jeder wird bei uns versorgt.“

Er rät Erkrankten dringend, etwaige Untersuchungen aus Angst vor Corona nicht aufzuschieben. „Wer einen Ort sucht, an dem die Ansteckungsgefahr möglichst gering ist, dann sollte er zu uns kommen. Alle Mitarbeiter tragen die besonders sicheren FFP2-Masken, Desinfektionen finden in kurzen Intervallen statt, die Corona-Station ist strikt von den anderen Stationen getrennt, das dortige medizinische Personal arbeitet nur dort und ist auf keiner anderen Station eingesetzt.“

Alle Patienten bekommen bei der Aufnahme einen Schnelltest und werden danach regelmäßig weiteren Tests unterzogen. „So erkennen wir täglich mehrere Infizierte.“ Um das Personal zu entlasten, hatte das Krankenhaus bereits um Unterstützung durch die Bundeswehr gebeten. „Leider bekamen wir eine Absage. Wir werden jetzt erneut anfragen in der Hoffnung, diesmal Hilfe zu bekommen“, sagt der Geschäftsführer.

Angesichts der angespannten Lage im Landkreis Bautzen und in anderen Hotspots appelliert er an alle, die Corona-Regeln konsequent einzuhalten. „Bei der ersten Welle im Frühjahr sind wir gut durchgekommen. Jetzt schlagen sich die hohen Inzidenzzahlen natürlich auch in den Krankenhäusern nieder. Wir wissen, dass fünf Prozent der Personen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, stationäre Behandlung benötigen. Das ist eine verhältnismäßig hohe Zahl. Jeder sollte alles tun, um eine Infektion zu vermeiden.“ Alle, die die Krankheit noch immer herunterspielen, sollten sich die Lage in den Kliniken bewusst machen.

Meistgelesen zum Coronavirus:

Nach Angaben des Landratsamtes sind am Freitag kreisweit 245 Coronavirus-Neuinfektionen festgestellt worden. Zwei Patienten im Alter von 79 und 87 Jahren sind verstorben. 2.221 Personen im Landkreis sind aktuell infiziert. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 393 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Insgesamt werden in den Kliniken im Landkreis Bautzen derzeit nach Meldung der Krankenhäuser 189 Corona-Patienten behandelt. Davon liegen 25 Frauen und Männer laut der Klinikleitstelle Dresden/Ostsachsen auf einer Intensivstation.

Auch die Zahl der Personen, die sich in Quarantäne befinden, ist hoch. 4.427 Infizierte und Kontaktpersonen ersten Grades befinden sich in Isolation. Sechs zusätzliche Soldaten der Bundeswehr unterstützen seit Freitag im Format „Helfende Hände“ eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung in Panschwitz-Kuckau. Für Sonnabend ist zudem der Einsatz von Soldaten im Altenpflegeheim Sonnenhof in Bautzen vorgesehen.

Weitere Soldaten sind unter anderem für das Krankenhaus in Bautzen angefordert worden. Die Bundeswehr unterstützt die Pandemie-Bekämpfung im gesamten Landkreis mit fast 100 Soldaten. Vize-Landrat Udo Witschas bedankte sich für den unermüdlichen Einsatz der Soldaten.

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