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Corona: Es ist endlich Zeit für Realismus!

Reden wir Klartext: Ohne drastische Einschränkungen wird die Pandemie nicht beherrschbar sein. Ein Kommentar von SZ-Redakteur Ulli Schönbach.

Von Ulli Schönbach
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2G ist schön und gut - aber es es braucht Kontrollen, um die Beschränkungen durchzusetzen.
2G ist schön und gut - aber es es braucht Kontrollen, um die Beschränkungen durchzusetzen. © Jens Kalaene/dpa

Corona außer Kontrolle? Es sind drastische Warnungen, mit denen sich Mediziner, Wissenschaftler und nun auch Sachsens Ministerpräsident zu Wort melden. Denn die Hoffnung, dank Impfung besser durch den zweiten Corona-Winter zu kommen, hat sich als trügerisch erwiesen. Zwar bedeuten die Inzidenzen nicht dasselbe wie 2020. Allerdings stehen wir auch erst am Anfang der Entwicklung. Gerade in Sachsen, wo nur die Hälfte der Bevölkerung durch eine Impfung geschützt ist, werden in nächster Zeit viele Menschen schwer erkranken.

Trotzdem folgt der ersten Corona-Illusion nun die zweite: nämlich die Vorstellung, dass die Lage ohne drastische Einschränkungen im öffentlichen Leben beherrschbar bleibt. Nur unwillig folgen viele Menschen den neuen 2G-Regeln in Sachsen, und nicht wenige missachten sie offensiv. Auch deshalb, weil es kaum ernstzunehmende Kontrollen gibt. Stattdessen murren die Städte laut, weil sie ihre Weihnachtsmärkte absagen sollen.

Doch mit Kontrollen allein ist 2G ohnehin nicht durchzusetzen. Das Modell funktioniert nur, wenn sich viele freiwillig daran halten. Oder besser noch: sich impfen lassen. Um sich zu schützen. Weil ein Lockdown so vielleicht noch zu verhindern ist. Und im Interesse aller, die sich nicht impfen lassen können, die wegen einer Krankheit sehr vorsichtig sein müssen oder deren OPs abgesagt werden, weil Kliniken überlastet sind. Stark ist die Gesellschaft, die ihre Schwächsten schützt. Wir haben es in der Hand.

Mail an Ulli Schönbach.