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Corona-Fall: Wie weiter in Freitals Kita?

Eine Erzieherin ist positiv auf das Virus getestet worden. Die Stadt schafft es dennoch, eine komplette Schließung der Einrichtung mit 132 Kindern zu vermeiden.

Kita, Grundschule und Hort "Am Albertschacht" in Freital-Wurgwitz sind bei Eltern wie Kindern beliebt.
Kita, Grundschule und Hort "Am Albertschacht" in Freital-Wurgwitz sind bei Eltern wie Kindern beliebt. © Karl-Ludwig Oberthür

Diese Situation sollte um jeden Preis vermieden werden. Eine Erzieherin geht ihrer Arbeit nach, ohne zu ahnen, dass sie das Coronavirus bereits in sich trägt. Doch so gut und eingespielt inzwischen Hygieneregeln in den Kindergärten umgesetzt werden, es ist trotzdem passiert. In der Kita "Am Albertschacht" in Freital-Wurgwitz wurde am vergangenen Donnerstag der Fall einer Mitarbeiterin bekannt, die positiv auf das Coronavirus getestet worden ist.

Das Gute an der Situation, so misslich sie ist: Die Erzieherin hat sich nachweislich außerhalb der Kita angesteckt. Zudem hatte die Einrichtung am Freitag und am Montag ohnehin geschlossen, da das Kollegium eine Weiterbildung erhielt. Man hat sich "Am Albertschacht" dem Thema Kneipp zugewendet, das ein wichtiger Teil des Konzepts in diesem Hause ist. Mit ein Grund dafür, dass die Kita so beliebt ist.

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Für die Stadt als Träger bedeutete das einen wichtigen Zeitgewinn. Übers Wochenende und am Montag hat die Verwaltung gemeinsam mit dem Personal der Kita und anderer Einrichtungen fieberhaft an Lösungen gearbeitet, damit Eltern für ihre Kinder ab Dienstag eine Betreuung bekommen, wenn sie diese unbedingt benötigen. 

Eltern müssen mithelfen

Teil der Lösung ist die Hilfe der Eltern. "Eltern sollten deswegen den tatsächlichen Bedarf an Betreuungszeiten prüfen und mit der Einrichtung absprechen, um den Personaleinsatz genau planen und die knappen Kapazitäten effektiv einsetzen zu können", heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Und schon im Voraus: "Die Stadt Freital bedankt sich für das Verständnis und den hohen persönlichen Einsatz der Eltern."

Doch auch die Stadt und die Erzieher bleiben nicht untätig, auch wenn "ein Regelbetrieb angesichts der Personalsituation nicht möglich ist." Dazu muss man wissen: Insgesamt 42 Personen sind im Zusammenhang mit diesem Fall in eine 14-tägige Quarantäne geschickt worden. Darunter komplett die betroffene Kindergartengruppe mit jeweils einem Elternteil sowie etliche Erzieherinnen und Erzieher, die mit ihrer nun positiv getesteten Kollegin direkt zusammengearbeitet haben.

Diese Mitarbeiter fehlen nun erst einmal. Dennoch kann die Stadt eine Betreuung anbieten. Der Kindergarten "Am Albertschacht" hat normalerweise fünf Gruppen mit insgesamt 100 Kindern. Für die verbliebenen wird nun eine Betreuung von 7 bis 15.30 Uhr angeboten. Sonst ist die Einrichtung von 6 bis 17 Uhr geöffnet. 

Für die 32 Krippenkinder aus zwei Gruppen wird eine Betreuung nach persönlicher Absprache in der Kita "Am Goetheplatz" in Freital-Deuben angeboten. "Die Regelung gilt vorerst bis zum 18. September", teilt die Stadt mit. Die Elternbeiträge werden individuell je nach Nutzung der Notbetreuung nachträglich verrechnet.

Alle weiteren Erzieherinnen sind negativ getestet

Das Gesundheitsamt hat nun noch eine gute Nachricht mitgeteilt: Alle Erzieherinnen der Kita "Am Albertschacht" wurden am Freitag getestet. Die Ergebnisse liegen bereits vor und sind alle negativ. "Dennoch", so teilt das Landratsamt mit, "bleibt die Quarantäne zunächst unabhängig vom Testergebnis bestehen."

Die Kinder der betroffenen Gruppe, die sich zur Zeit in Quarantäne befinden, sollen alle am Dienstag getestet werden. Wann die Ergebnisse vorliegen, ist noch nicht bekannt. Für die Familien bedeutet das also auch weiterhin eine große Unsicherheit. Zur Betreuung ihrer Kinder kann sich ein Elternteil von der Arbeit freistellen lassen und zu Hause bleiben. Sie wurden mit unter Quarantäne gesetzt. Weitere Familienmitglieder allerdings nicht. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit dazu beantwortet zunächst niemand.

Im selben Gebäude wie die Kita "Am Albertschacht" befindet sich auch der Hort der Wurgwitzer Grundschule. Allerdings sind Hort- und Kitakinder im Haus komplett getrennt, auf verschiedenen Etagen und auch im Freigelände nicht gemeinsam unterwegs. Insofern - und auch das ist eine gute Nachricht - ist der Hort nicht betroffen.

Die Situation, dass es eine infizierte Erzieherin gibt, ist nun zwar eingetreten, doch bisher, so sieht es zumindest aus, haben Stadt und Gesundheitsamt die Lage im Griff. Für betroffene Eltern und Familien ist es dennoch weiter eine missliche Lage, die jeder persönlich bewältigen muss.  

Bei Fragen und Unsicherheiten bezüglich der Corona-Situation können sich Eltern an das zuständige Gesundheitsamt des Landkreises unter Tel. 03501 515-4615 wenden.

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