merken
PLUS Sebnitz

Sächsische Schweiz: Die Gastronomie öffnet

Im Freien sitzen, ein Bierchen genießen und sich mit leckerem Essen verwöhnen lassen. Das geht wieder. Einige Einschränkungen gibt es aber noch.

Letzte Handgriffe vor dem Re-Start: Kräuterbauden-Chef Heiko Hesse in Hinterhermsdorf.
Letzte Handgriffe vor dem Re-Start: Kräuterbauden-Chef Heiko Hesse in Hinterhermsdorf. © Steffen Unger

Schnell noch ein paar Stühle streichen, bevor die Gäste wieder auf der Terrasse in der Kräuterbaude Am Wald zwischen Saupsdorf und Hinterhermsdorf Platz nehmen. Die Tische stehen schon parat. In der Küche ist fast alles vorbereitet, die Gläser sind frisch poliert, das ist Besteck sortiert. Nach 212 unfreiwilligen Schließtagen ist man froh, wieder loslegen zu dürfen.

Fröhliches Gemurmel dringt aus dem Garten der Kräuterbaude. Auf dem Parkplatz davor stehen mehrere Fahrzeuge. Die stammen noch nicht von Gästen. Die dürfen erst ab dem 2. Juni kommen. Es sind die Fahrzeuge des Personals. "Wir haben unsere Leute eiligst zusammengerufen, um jetzt alles schnell für die Wiedereröffnung der Außengastronomie vorzubereiten", sagt Heiko Hesse, der Kräuterbauden-Wirt.

StadtApotheken Dresden
Die StadtApotheken Dresden sind für Sie da
Die StadtApotheken Dresden sind für Sie da

Die StadtApotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

Zum Glück sei das Personal, meist tschechische Arbeitskräfte, dem Haus treu geblieben, habe durchgehalten, trotz Kurzarbeit. Von anderen Gaststätten habe er bereits gehört, dass es schwierig werde, auch aufgrund mangelnden Personals, schnell wieder mit der Außengastronomie zu starten und hoffentlich auch bald wieder im Innenbereich.

Die Stimmung jedenfalls ist prächtig. Alle sind froh, in der Kräuterbaude wieder Gäste auch an den Tischen bewirten zu dürfen. Einen Imbiss gab es hier bereits. Aber es ist eben doch etwas anderes, wenn die Gäste wieder gemütlich am Tisch sitzen und in aller Ruhe Essen und Trinken genießen dürfen.

Strenge Corona-Regeln

Seiner Frau Janet Hoffmann steht die Freude ins Gesicht geschrieben. Als Kräuterexpertin ist gerade der Frühling die Jahreszeit für sie. Doch bevor sie wieder mit Kräuterwanderungen startet, muss erstmal alles für die Wiedereröffnung vorbereitet werden. Sie leitet die Teamsitzung und erklärt das Hygienekonzept, worauf Personal und Gäste achten müssen. Einige Unterlagen sind ebenfalls noch auszufüllen. Der Papierkram hat in Corona-Zeiten zugenommen. Das kann Heiko Hesse nur bestätigen. Doch es gab auch Unterstützung, von der Dehoga, dem Hotel- und Gaststättenverband, zum Beispiel. "Da muss man ganz einfach mal ein Lob aussprechen. Die haben sich richtig gut um uns Gastwirte gekümmert, zum Beispiel auch Online-Seminare zu verschiedenen Themen angeboten", sagt Heiko Hesse.

Beihilfen, wie andere Gastronomen, hat auch er bekommen. Er will nicht klagen. Doch nun müsste auch endlich wieder einmal Umsatz in die Kasse. Die Öffnung der Außengastronomie ist deshalb ein wichtiger Schritt für ihn, auch wenn er noch nicht so viele Gäste bewirten darf, wie er könnte. Denn nicht nur zwischen den Tischen muss der Abstand ausreichend sein, sondern inzwischen auch 1, 50 Meter zwischen den Stühlen eingehalten werden.

Und dann hat er noch ganz anderer Sorgen. Denn, ob tatsächlich die Gäste in Scharen kommen werden, da ist er sich nicht so sicher. Immerhin sind in dem klassischen Wandergebiet auch einige Wege wegen Borkenkäferbefall und daraus folgender Baumsturzgefahr gesperrt. "Aber es doch nicht so, dass hier niemand mehr wandern kann. Das ist ja völliger Quatsch. Wir können unseren Gästen genügend Tipps geben, wo sie wandern können", sagt der Wirt, selbst Nationalparkführer und Wegewart in Hinterhermsdorf.

Tischreservierungen unbedingt empfohlen

Abhängig von Tagesausflüglern und Wanderern sind die Gaststätten in der Sächsischen Schweiz generell. Wer da im Moment keine Außengastronomie anbieten kann, weil schlichtweg der Platz fehlt, kann noch nicht aufatmen. Deshalb hat zum Beispiel die Kirchklause in Sebnitz noch geschlossen, wie auf der Facebook-Seite verkündet wird. Erst wenn die Inzidenz länger unter 50 fällt, dann dürfen die Innenbereiche wieder öffnen.

Außerdem gelten weiterhin bestimmte Regeln, wie die Dehoga erklärt. Sitzen Personen aus mehr als einem Hausstand am Tisch, ist neben der Kontakterfassung auch die Vorlage eines tagesaktuellen Negativ-Tests erforderlich. Oder die Personen sind nachweislich vollständig geimpft oder innerhalb des letzten halben Jahres genesen. Außerdem müssen die Gastwirte die Kontakte erfassen, also einfach reinmarschieren und hinsetzen, das geht nicht. Vor allem in einer Wandergegend könnte das problematisch werden. Sicherlich werden die Gäste, wenn die Plätze reichen, nicht weggeschickt. In den meisten Gaststätten kann man die Daten auch spontan handschriftlich hinterlassen.

Doch um sich und dem Wirt Ärger zu ersparen, wird eine Tischreservierung unbedingt empfohlen. Der Vorteil ist zudem, dass der bürokratische Kram zwischen Gast und Wirt schon vorher geklärt werden kann. Nicht immer stößt das auf Verständnis. Heiko Hesse weiß von unschönen Szenen zu berichten, auch aus den letzten Tagen, als er noch mit einem Imbissangebot aufwarten musste. Verstehen kann er solche aggressiven Gäste nicht. "Wir haben doch die Regeln nicht gemacht. Wir sind nur froh, endlich wieder durchstarten zu können, wenn auch noch etwas ausgebremst", sagt er.

Noch nicht alle Gaststätten am Start

Aufbruchstimmung herrscht jetzt in vielen Gaststätten und Restaurants. Einige haben die unfreiwillige Pause genutzt, um alles auf Vordermann zu bringen. Elisabeth König vom Lichtenhainer Wasserfall hat zum Beispiel den vorderen Gastraum neu gestalten lassen. Und einige andere sind noch mitten im Umbau, wie die Götzingerhöhe in Neustadt. Generell ist einzuschätzen, dass ganz viele Gaststätten in ihre Außenbereiche einladen, dazu gehört auch der Gasthof Hillig in Bad Gottleuba, der ab 3. Juni zunächst Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 20 Uhr öffnet.

Das Canaletto-Café am Pirnaer Markt freut sich ebenfalls auf die ersten Frühstücksreservierungen. Am Mittwoch geht es los. Für ein reibungsloses Geschehen wird um Reservierung gebeten. Die Kontaktdaten können per QR-Code über die Corona-Warn-App oder Corona-anmelden.de übermittelt werden, natürlich ist das auch handschriftlich möglich.

Am 4. Juni geht es in der Forellenschänke in Sebnitz los. Pächter Daniel Franz hatte das Lokal noch gar nicht richtig übernommen, da wurde er von Corona ausgebremst. Vorerst öffnet er freitags von 15 bis 21 Uhr und sonnabends und sonntags von 11 bis 21 Uhr.

Das Forsthaus im Kirnitzschtal kündigt seinen Re-Start für den 11. Juni an. Ab diesem Tag will auch das Bio- und Nationalpark-Refugium in Schmilka wieder seine Gäste begrüßen. Wer in den kommenden Tagen also einen Besuch in der Außengastronomie plant, sollte zuvor auf den Internetseiten der Gaststätten oder in den sozialen Netzwerken nachschauen, ob tatsächlich schon geöffnet ist oder noch nicht.

Mehr Nachrichten aus der Sächsischen Schweiz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Sebnitz