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Großes Interesse an Corona-Massentest in Radeberg

Das Landratsamt hat die Test-Zeiten verlängert. Mehrere Fälle der britischen Corona-Variante wurden jetzt bestätigt.

Nach dem Auftreten der britischen Corona-Variante findet in Radeberg ein Massentest statt. Die Nachfrage ist groß.
Nach dem Auftreten der britischen Corona-Variante findet in Radeberg ein Massentest statt. Die Nachfrage ist groß. © dpa/Robert Michael

Radeberg. Über das Wochenende hat sich die Zahl der Verdachtsfälle sprunghaft erhöht. Während am Freitag noch von ein bis zwei Infektionen in der Kita in Ullersdorf die Rede war, teilte das Landratsamt am Sonntag mit, dass mindestens in zehn Fällen der Verdacht einer Virusmutation besteht.

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Verdachtsfälle von Virusmutationen im Landkreis Bautzen auf 54. Inzwischen wurden die ersten sieben Verdachtsfälle per Genomsequenzierung überprüft. Der Verdacht bestätigte sich. Vier Fälle betreffen die britische Virusmutation, teilt das Landratsamt mit.

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Der Radeberger Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) bezeichnet die Lage als ernst. „Es scheint in Radeberg eine Häufung zu geben. Ich habe deshalb darauf gedrängt, frühzeitig eine Massentestung anzusetzen. Mit dem Landratsamt haben wir uns auf den Dienstag verständigt.“

Einwohner von Radeberg, Großröhrsdorf, Lichtenberg, Ottendorf-Okrilla, Wachau und Arnsdorf können sich auf das Virus testen lassen. Sie sollten sich telefonisch oder über die Internetseite des Landratsamtes anmelden. Angewendet werden Schnelltests, bei denen nach 15 Minuten das Ergebnis vorliegt. Sie sind für alle Interessenten kostenfrei. Sollte eine Überprüfung positiv ausfallen, wird der aufwendigere PCR-Test angeordnet und die betreffende Person muss in Quarantäne.

Testzeit jetzt bis 19 Uhr

Das Interesse ist offenbar groß. SZ-Leser berichten am Montagvormittag von langen Wartezeiten am Telefon. Auf der Buchungsseite des Landratsamtes wurden am Nachmittag nur noch Termine nach 18 Uhr angeboten. „Aufgrund der hohen Resonanz auf das Schnelltest-Angebot hat das Gesundheitsamt am 2. März weitere Termine zur Buchung freigegeben. Die Testzeit wurde bis 19 Uhr verlängert.“

Das Landratsamt sieht sich gut vorbereitet. „Wir haben eine Kapazität von 400 bis 500 Tests. Sie werden von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes des Landkreises vorgenommen“, sagte Mandy Noack. Nach ihren Angaben ist bisher nur ein Testtermin vorgesehen. „Sollte es aber in einer Einrichtung oder einer Kommune zu einer Häufung kommen, dann könnten dort zusätzliche Tests stattfinden. Das wird aber von Fall zu Fall entschieden.“

Weshalb es zu der Häufung gerade in Ullersdorf und Umgebung gekommen ist, darüber kann der Radeberger OB nur Vermutungen anstellen. „Es sind ja zahlreiche Fälle auch in Dresden aufgetreten und zahlreiche Einwohner von Ullersdorf arbeiten in der Landeshauptstadt. Es wäre möglich, dass es da eine Verbindung gibt“, sagt er. „Wie hoch die Zahlen genau liegen, wissen wir morgen nach den Tests in der Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums. Ich hoffe auf eine hohe Beteiligung.“

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Trotz der hohen Zahlen in der Kita in Ullersdorf geht Reingard Piel, Geschäftsführerin von „Der Kinderschutzbund, Ortsverband Radebeul“ von einer baldigen Wiedereröffnung der Kita aus. Der Kinderschutzbund betreibt die Einrichtung. „Nach jetzigem Stand rechne ich mit einer Öffnung am Montag, den 8. März. Vorausgesetzt, es gibt keine überraschenden Entwicklungen.“

Im Hort, der ebenfalls zur Einrichtung gehört, werden die Mädchen und Jungen wie bisher betreut. Das Haupthaus der Kita war Ende vergangener Woche geschlossen worden. Etwa einhundert Kinder müssen derzeit zu Hause betreut werden.

Die Asklepios ASB-Klinik Radeberg sieht sich ebenfalls auf einen möglichen Anstieg der Corona-Infektionen gut vorbereitet. „Noch am Sonntag, nachdem die Häufung der Fälle der britischen Variante in Radeberg bekannt wurden, haben der Chefarzt der Inneren Abteilung, Dr. Joseph Albin Nees, und ich miteinander telefoniert. Nach unserer Einschätzung sind derzeit keine zusätzlichen Maßnahmen notwendig“, sagt Patrick Hilbrenner, Regionalgeschäftsführer der Asklepios-Kliniken.

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Die derzeit geltenden Standards werden fortgeführt. Dazu zählen ein Schnelltest für alle Neuaufnahmen, hohe Hygienestandards und Maskenpflicht. Mittlerweile haben nach seinen Angaben auch alle Mitarbeiter auf Wunsch die erste Dosis der Schutzimpfung erhalten, viele bereits auch die Zweite. „Sie sind also weitestgehend vor einer Ansteckung geschützt.“

Auf der Corona-Station liegen derzeit sechs Patienten. „Sollte es zu einem Anstieg kommen, haben wir noch Kapazitäten. Wir werden die Situation genau beobachten, wenn es notwendig ist, werden wir reagieren.“

Der Massentest in Radeberg ist der zweite im Landkreis. Anfang Dezember waren alle Einwohner der Gemeinde Räckelwitz nördlich von Bautzen aufgerufen, sich testen zu lassen. Die Gemeinde gehörte damals zu den Orten mit den höchsten Infektionszahlen im Kreis. An dem Tag hatten sich 321 Einwohner testen lassen, das waren 28,36 Prozent aller Räckelwitzer. Bei sieben Personen hatte der Schnelltest ein positives Ergebnis angezeigt.

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