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"Corona hat alles geprägt"

Rico Pfeiffer ist seit rund 100 Tagen Bürgermeister von Ottendorf-Okrilla. Wie funktioniert das in Coronazeiten? Und was macht ein Pandemiebeauftragter?

Der einstige Leiter des Ottendorfer Bauhofes sitzt jetzt auf dem Bürgermeisterstuhl. Seit rund 100 Tagen ist Rico Pfeiffer im Amt.
Der einstige Leiter des Ottendorfer Bauhofes sitzt jetzt auf dem Bürgermeisterstuhl. Seit rund 100 Tagen ist Rico Pfeiffer im Amt. © Sven Ellger

Ottendorf-Okrilla. Wegen Corona wurde in Ottendorf die Bürgermeisterwahl im vergangenen Frühjahr abgesagt. Bei der Neuauflage im Herbst wurde Rico Pfeiffer, bis dato Bauhofleiter der Gemeinde, mit großer Mehrheit zum neuen Bürgermeister von Ottendorf-Okrilla gewählt. Seit rund 100 Tagen ist er nun im Amt, und gleich vom ersten Tag an ging es für den gebürtigen Ottendorfer „richtig los“, wie er sagt.

Damit meint der 47-jährige Bürgermeister die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Denn Anfang November ging es ja landesweit wieder in einen Lockdown, hagelte es Erlasse und Verordnungen für die Kommunen und Städte. Keine einfache Zeit, um sich in das neue Amt einzuarbeiten.

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Corona: Die Pandemie schränkt die Verwaltungsarbeit ein

Pfeiffer beschreibt, dass die Corona-Krise ihm und seinen Verwaltungsmitarbeitern bisher viel abverlangt habe. Täglich müsse man sich mit diesem Thema auseinandersetzen. „Meine Tagesarbeit war und ist von Covid-19 geprägt“, erklärt Pfeiffer. Er, der sich so gerne als Macher sieht und die seit langem in der Gemeinde schwelenden Probleme, etwa die Verkehrsführung durch den Ort, endlich lösen möchte, fühlt sich in seiner Position durch die Pandemie ausgebremst: „Unsere Arbeit wird durch diese Krise sehr stark eingeschränkt.“

Man habe jetzt in der Verwaltung einen Pandemiebeauftragten, der sich mit all den Gesetzen und Verordnungen, den täglichen Infektionszahlen im Kreis beschäftige und dessen Empfehlungen und Hinweise in die Arbeit der Gemeindeverwaltung einfließen.

Projekte: Geh- und Radweg nach Medingen soll kommen

Auf die Frage, ob er in den vergangenen 100 Tagen schon das ein oder andere geplante Projekt, etwa den Radwegeausbau, das Sporthallenkonzept, die Personalsituation in Kitas und Veränderungen in der Verwaltung in Angriff genommen habe, erklärt er, dass im Moment eigentlich eine Menge „nur übers Telefon abläuft“. Wegen Corona, logisch.

Dennoch habe er schon beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), mit Vertretern des Landkreises, dem Landratsamt Termine gehabt, um „ auf unsere infrastrukturellen Probleme hinzuweisen“, so Pfeiffer weiter. War es ihm da auch darum gegangen, „Ottendorf wieder stärker in den Fokus der überregionalen Verantwortungsträger zu rücken“.

Und ja, die Planung, Umsetzung und Realisierung bestimmter Vorhaben komme derzeit schleppend voran. Aber er habe beim Lasuv darauf gedrungen, dass die so dringend benötigte Rad- und Gehwegverbindung zwischen Ottendorf und Medingen auf jeden Fall bald zu einer Lösung führe. Pfeiffer: „Ich bin zuversichtlich, dass wir da bald Fortschritte sehen werden.“

Rathaus: Öffentlichkeitsarbeit muss besser werden

Pfeiffer beschreibt, dass er im November und Dezember zahlreiche Mitarbeitergespräche geführt habe. Seit seinem Amtsantritt hätten „Transparenz und Kommunikation“ in der Gemeinde, in der Verwaltung zugenommen. „Jeder Mitarbeiter wird demnächst auch eine Stellenbeschreibung bekommen“, so Pfeiffer.

Ziel sei es, Motivation und Engagement bei den Gemeindemitarbeitern weiter zu fördern. Dazu gebe es derzeit auch eine Bewertung „Organisation Rathaus“. Pfeiffer: „Wir wollen sehen, wo es hakt, wo wir es besser machen können.“ Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit gebe es einigen Nachholbedarf, so Pfeiffer weiter.

Das Wichtigste zum Coronavirus in der Region:

Die Digitalisierung der Gemeinde werde natürlich in Zeiten von Homeoffice ein ganz großes Thema sein. Apropos Homeoffice: Pfeiffer erzählt davon, dass er über diese Arbeitsform so manchen Mitarbeiter ganz anders wahrgenommen habe. Halt menschlicher. Was das Miteinander im Job oft gefördert habe.

Insgesamt ist er mit seiner bisherigen Arbeit in seinem neuen Job zufrieden. „Wir haben unter den derzeitigen Umständen alle unser Bestes gegeben“, sagt er und bezieht so auch seine Mitarbeiter mit ein. Ottendorfs Bürgermeister sehnt sich aber nach der Zeit, wenn er nicht mehr nur vom Schreibtisch aus entscheiden muss, sondern wieder in den direkten, persönlichen Kontakt mit seinen Ottendorfern kommt.

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