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Corona: Was passiert im Herbst mit dem dritten G?

Ministerpräsident Kretschmer spricht sich für mehr Freiheiten für Genesene und Geimpfte aus, sollten die Infektionen steigen. Ein Wort fehlt: Getestete.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht in den Impfungen das beste Mittel gegen einen erneuten Lockdown.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht in den Impfungen das beste Mittel gegen einen erneuten Lockdown. © dpa/Robert Michael

Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich für mehr Freiheiten für Geimpfte ausgesprochen. Beim Treffen der der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde Sachsen die Haltung vertreten, "dass bei zunehmenden Infektionen und zunehmender Belegung der Krankenhäuser große Sport- und Kulturveranstaltungen nur von geimpften und genesenen Menschen besucht werden können", sagte Kretschmer am Freitag.

Damit würde das dritte G, das für getestet, aus der zuletzt immer wieder als Bedingung für den Besuch von Veranstaltungen gesetzten 3-G-Regel herausfallen. Auch das Bundesgesundheitsministerium hat sich in einem Bericht dafür ausgesprochen, die Corona-Regeln für Ungeimpfte zu verschärfen. Für sie könnten im Herbst abhängig von der Impfquote, der Inzidenz und der Rate schwerer Klinikfälle ab bestimmten Grenzwerten erneut weitergehende Einschränkungen notwendig werden, hieß es darin unter anderem. Dazu zählten Kontaktbeschränkungen und die Begrenzung der Teilnahme oder gar ein Ausschluss bei Veranstaltungen und in der Gastronomie - also auch mit negativem Test.

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Noch in der vergangenen Woche sagte allerdings Sachsens für Tourismus und Kultur zuständige Ministerin Barbara Klepsch im Interview bei Sächsische.de: "Für den Herbst und Winter setze ich [...] weiterhin auf unsere bewährten Hygienekonzepte und auf die 3-G-Regel: getestet, geimpft oder genesen."

In Sachsen sind die Infektionszahlen gegenwärtig verhältnismäßig niedrig. Die Inzidenz ist mit einem Wert von 6,7 die zweitniedrigste in Deutschland. Doch weil Corona eine starke jahreszeitliche Abhängigkeit hat, bereitet sich der Freistaat schon jetzt auf den Herbst und Winter vor.

Sachsen bereitet Booster-Impfung vor

Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass derzeit für mögliche Auffrischungsimpfungen eine Bestandsaufnahme und eine Abfrage in den Pflegeeinrichtungen laufe. Dafür werden die Pflegeheime unter anderem gefragt, wie viele Bewohner vollständig geimpft sind, welche Hausärzte zuständig sind und das Impfen übernehmen könnten.

Bis Ende September sind die Impfzentren noch in Betrieb sowie 30 mobile Impfteams im Einsatz. "Wir arbeiten derzeit an einem Konzept für die Zeit ab Oktober", so das Ministerium. Die mobilen Teams sollen dann weiter eine Rolle spielen. Weitere Details seien noch in der Abstimmung.

Die Gesundheitsministerkonferenz hatte am Montag beschlossen, dass Älteren, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Pflegebedürftigen ab September Auffrischimpfungen - sogenannte Booster - gegen das Coronavirus erhalten sollen. Studienergebnisse wiesen auf einen verminderten oder schnell nachlassenden Schutz nach einer Impfung bei diesen Personengruppen hin. Die Auffrischung sollte in der Regel sechs Monate nach Abschluss der ersten beiden Impfungen erfolgen.

Auffrischung auch für medizinisches Personal?

Inwiefern Krankenhäuser bereits mit der Booster-Impfung von Mitarbeitern begonnen haben, darüber hat das Gesundheitsministerium keinen Überblick. "Wir sind vorbereitet und stehen in den Startlöchern", erklärte eine Sprecherin des Universitätsklinikums Leipzig.

Sobald es offizielle Impfempfehlungen für Auffrischungsimpfungen gebe, könnten diese umgesetzt werden, hieß es. Oberste Priorität hätten dabei die Beschäftigten in Risikobereichen. Am Klinikum Chemnitz werden derzeit nur Erst- und Zweitimpfungen für die Mitarbeiter angeboten. Booster seien derzeit nicht geplant und eher über Hausärzte denkbar, hieß es.

Kretschmer: Impfungen bestes Mittel gegen Lockdown

Um das weitere Vorgehen möglichst bundeseinheitlich abzustimmen, wollen sich am nächsten Dienstag (10.8.) Bund und Länder bei der Ministerpräsidentenkonferenz zusammenfinden.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer stellt schon vorher klar: "Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben." Impfungen seien das beste Mittel um einen Lockdown zu vermeiden. "Wir haben jetzt genug Impfstoff, aber noch keine ausreichende Impfquote erreicht, um ein erneutes Aufflammen der Pandemie zu verhindern."

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