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Herbstferien und Corona: Das müssen Sie jetzt wissen

Risikogebiete, Beherbergungsverbot, Quarantäne: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Urlaub in den Herbstferien.

Autos fahren über eine Staatsstraße im Erzgebirge. Obwohl der Kreis Corona-Risikogebiet ist, kann hier Urlaub gemacht werden.
Autos fahren über eine Staatsstraße im Erzgebirge. Obwohl der Kreis Corona-Risikogebiet ist, kann hier Urlaub gemacht werden. ©  dpa/Jan Woitas

Dresden. Am Montag haben in Sachsen die Herbstferien begonnen. Die steigenden Corona-Infektionszahlen sorgen bei vielen für Verunsicherung und Verwirrung. Die Regelungen in den Bundesländern sind unterschiedlich.

Darf man überhaupt verreisen?

Ja, es ist nicht verboten, in den Urlaub zu fahren. Allerdings appellieren sowohl Bundes- als auch Landesregierung dringend, nicht erforderliche Reisen zu unterlassen – vor allem wenn man aus einem Risikogebiet kommt oder in eines fahren will. Von Reisen ins Ausland wird angesichts der Lage ganz abgeraten.

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Schauen, beraten lassen, mit dem Bauherren sprechen. Am 25. Oktober findet eine Baustellenbesichtigung in Döbeln statt.

Was sind Risikogebiete?

Internationale Risikogebiete werden vom Robert Koch-Institut in Berlin aufgrund der Analyse des Auswärtigen Amtes, des Bundesgesundheits- und Bundesinnenministeriums benannt. Ausschlaggebend ist eine Überschreitung des Grenzwertes von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Dazu kommt eine Einschätzung zu den jeweils getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Derzeit sind fast alle EU-Staaten komplett oder teilweise als Risikogebiete eingestuft – nur Griechenland, Lettland und Zypern nicht. Auch Norwegen ist kein Risikogebiet. Neu sind seit Sonnabend erstmals auch Regionen in Italien und Polen. Für alle Risikogebiete gibt es eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Betroffen sind beliebte Urlaubsziele wie Wien, Dublin und Lissabon sowie die Normandie und die Bretagne.

Und innerhalb Deutschlands?

In Deutschlands zählen Landkreise und Großstädte mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche als „Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko“. Die Liste wird täglich auf der Corona-Seiten der Gesundheitsministerien der Länder veröffentlicht – auf Basis der Zahlen des Robert Koch-Instituts. Die können aber wegen der Meldewege den Zahlen der Gesundheitsämter vor Ort hinterherhinken.

Am Montag zählten das Land Berlin, das Land Bremen, die Landkreise Bitburg-Prüm, Vechta, Regen, Sankt-Wendel, Rottal-Inn Grafschaft Bentheim, Mühldorf a. Inn, Berchtesgadener Land, Weiden in der Oberpfalz, Eichsfeld, Neunkirchen, Fürstenfeldbruck, Ludwigsburg, Groß-Gerau, Main-Taunus-Kreis, Emsland, Olpe und Schwäbisch Hall sowie die Städte Aachen, Delmenhorst, Kassel, Herne, Offenbach, Solingen, Wuppertal, Esslingen, Cloppenburg, Hamm, Leverkusen, Recklinghausen, Stuttgart, Köln, Frankfurt/Main, Schweinfurt, Mainz, Gelsenkirchen, Unna, Duisburg, Mettmann, Schweinfurt, Mühlheim an der Ruhr, Hagen, Düsseldorf, München, Rosenheim, Bochum, Essen, Baden-Baden, Heilbronn und Dortmund dazu.

In Sachsen ist der Erzgebirgskreis ein Risikogebiet. Auch in Görlitz stieg die Inzidenz über den 50er-Grenzwert, auch wenn das RKI diesen Kreis aufgrund von Meldeverzögerungen noch nicht als Risikogebiet führt. Am Montag hat auch die Stadt Chemnitz hat den kritischen Grenzwert für die Einstufung als Corona-Risikogebiet überschritten, teilte die Stadtverwaltung mit.

Kann ich in Hotels und Pensionen übernachten?

Das kommt darauf an, wohin die Reise geht. In Sachsen-Anhalt, Hamburg und Schleswig-Holstein dürfen Beherbergungsbetriebe keine Gäste aus einem Corona-Hotspot aufnehmen, außer diese verfügen über einen negativen Corona-Test, der nicht älter ist als 48 Stunden. 

Mecklenburg-Vorpommern gab am Sonnabend seinen harten Kurs beim Beherbergungsverbot auf. Wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche darauf, dass für Urlaub von Mittwoch an ein aktueller negativer Corona-Test ausreicht. Die bisher zusätzlich geforderte Quarantäne von mindestens fünf Tagen und ein folgender zweiter Test entfallen. 

Sachsen hatte das Beherbergungsverbot in der vergangenen Woche gekippt, genau wie Bayern. In Baden-Württemberg, Niedersachsen und Brandenburg haben Gerichte die Regelung außer Kraft gesetzt.

Der Besuch von Verwandten und Freunden aus Risikogebieten ist erlaubt. Wer in einem Risikogebiet wohnt, kann weiterhin privat bei Freunden, Bekannten oder Familien übernachten. 

Brauche ich nach dem Urlaub einen Corona-Test?

Rückkehrer aus Risikogebieten im Ausland sind zu einem Corona-Test verpflichtet. Innerhalb von zehn Tagen ist der kostenlos. Grenzpendler, die sich länger als 48 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen sich ebenfalls testen lassen. Bis ein negatives Ergebnis vorliegt, besteht die Pflicht zur häuslichen Quarantäne. Die Testzentren an den Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle bleiben bis 31. Oktober geöffnet.

Muss ich bei der Rückkehr in Quarantäne?

Nur, wenn man Urlaub in einem ausländischen Risikogebiet gemacht hat. Jeder, der aus so einem Gebiet im Ausland kommt, muss sich unmittelbar beim örtlichen Gesundheitsamt melden und in häuslicher Quarantäne gehen sowie einen Corona-Test machen. Man kann auch bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen, der höchstens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden ist. Sachsen, die in innerdeutschen Risikoregionen Urlaub gemacht haben, müssen bei der Rückkehr nicht in Quarantäne. Sie müssen sich auch nicht auf das Coronavirus testen lassen.

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Alles zum Coronavirus lesen Sie in unserem News-Blog.

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