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Strömen jetzt die Touristen ins Zittauer Gebirge?

Sieben Monate mussten Hoteliers und Ferienvermieter schließen. Es gab viel Unmut und Proteste. Nun geht es wieder los - aber nicht alle machen sofort auf.

Katrin Jungmichel von der Jonsdorfer Gondelfahrt freut sich, in den kommenden Tagen endlich wieder Hotelgäste begrüßen zu dürfen. Die Außengastronomie läuft bereits wieder.
Katrin Jungmichel von der Jonsdorfer Gondelfahrt freut sich, in den kommenden Tagen endlich wieder Hotelgäste begrüßen zu dürfen. Die Außengastronomie läuft bereits wieder. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

So gut besucht wie Kiosk und Eisgarten bei der Jonsdorfer Gondelfahrt soll es bald auch im ganzen Zittauer Gebirge wieder sein - und im Hotel selbstverständlich auch. Gondelfahrt-Geschäftsführerin Katrin Jungmichel ist da auch durchaus optimistisch: "Ja, es gehen merklich mehr Hotelbuchungen seit den Lockerungen ein, die Touristen kommen wieder", sagt sie. Ab 15. Juni wird ihr Hotel auch wieder Gäste empfangen - dann ist nach der langen Zwangspause alles wieder so, wie es sein soll. Ein bisschen Anlauf braucht es eben. Im Juni und Juli sei momentan noch Luft für spontane Buchungen, im August und September ist das Haus fast ausgebucht: "Viele Gäste hatten ihren Urlaub verschoben als der Lockdown kam, andere hatten schon langfristig reserviert", schildert Frau Jungmichel. Und noch eine Beobachtung hat sie gemacht: "Der Trend geht mehr zum Haupturlaub bei uns im Gebirge."

Das hat auch Familie Siebert beobachtet, die das Hotel am Berg Oybin betreibt. Conrad und Steffi Siebert sind nach der Durststrecke froh und erleichtert, dass sie wieder starten können - sie waren auch beim Oybiner Wirte-Protest gegen die Corona-Maßnahmen dabei. Jetzt laufen die Buchungen wieder stärker ein - und das nicht nur für die üblichen drei, vier Tage, sondern gern auch für eine Woche oder länger. Ab 17. Juni öffnen sie ihre Türen wieder. "Es müssen aber noch die Renovierungsarbeiten beendet werden, die wir begonnen hatten", sagt Conrad Siebert.

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Der Hotelier hatte sich selbst - mangels Möglichkeiten in der Gastronomie - als Reservist bei der Bundeswehr zum Corona-Einsatz gemeldet. Noch leistet er Amtshilfe in Dresden, dass es in der Hotellerie endlich wieder weitergeht, freut ihn sehr. "Wenn man sieben Monate das Haus runterfahren musste, braucht es eben auch ein paar Tage, bis alles wieder läuft", sagt er. Mit seiner Frau hofft er nun auf einen ähnlich guten Sommer wie im vergangenen Jahr. "Wir hören von vielen Gästen, dass sie aus Unsicherheit lieber noch in Deutschland Urlaub machen wollen und bei uns buchen", sagt er. Das könnte dem Zittauer Gebirge im besten Fall auf Dauer helfen.

Tourist-Info für Naturpark wieder geöffnet

Einige hundert Meter weiter oben - bei Burg und Kloster Oybin - schaut man ebenfalls mit Spannung auf die Hotel- und Pensionsbelegung. Ines Stephan, Leiterin des Fremdenverkehrsbetriebs in Oybin, bestätigt auf Nachfrage, dass inzwischen wieder mehr Touristen unterwegs sind. "Es läuft langsam an, Tagestouristen sehen wir schon seit einer Weile wieder bei uns", sagt sie.

Auch Sylvia Guhlig und ihr Team vom Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge teilen diese Einschätzung. Seit Beginn dieser Woche hat die Tourist-Info ihre Türen wieder ganz real geöffnet - die Mitarbeiter sind nicht mehr nur hinter den Kulissen an Telefon und Mail aktiv. "Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Campingplätze sind ja seit vergangener Woche schon wieder geöffnet, die Hotels dürfen seit diesem Mittwoch wieder Touristen empfangen", erklärt sie die Lage. Ratsam sei es, gerade bei den Ferienwohnungen und -häusern vorzubuchen, denn die Nachfrage sei hier sehr hoch.

Gleiches trifft auch für den Trixi-Ferienpark in Großschönau zu. Chefin Annette Scheibe ist froh und dankbar, dass wieder Gäste kommen können. Bei den Ferienhäusern läuft das Urlaubsleben bereits, das Hotel ist seit diesem Mittwoch offen und im Hallenbad kann ab Montag wieder geschwommen werden. "In den Sachsenferien sind wir ausgebucht, aber im Juni und den ersten drei Juli-Wochen sind noch kurzfristige Buchungen möglich", sagt sie.

Trixi-Park: "Wir schauen nicht zurück"

Dass viele Gäste auch spontan etwas buchen, macht ihr Mut - denn hinter Trixi liegen sehr schwere Wochen: Einen Millionen-Verlust hat man wegen der Corona-Einschränkungen geschrieben, vom Ersparten gelebt. "Bis Dezember haben wir Hilfen bekommen, ab Januar sind wir durch das Raster gefallen", bilanziert Frau Scheibe. Auch Gespräche und Krisensitzungen haben daran nichts geändert. "Wir schauen jetzt nach vorn und stehen in den Startlöchern - genau wie die Gäste", betont sie. Da sie in diesem Jahr nach rund 20 Jahren Abschied von Trixi nehmen wird, würde sie das gern mit einem positiven Gefühl tun. Die Chancen stehen dafür gut.

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Optimistisch gibt sich auch Katharina Hüttel von der Rübezahlbaude in Waltersdorf. Noch sei alles verhalten - aber die Lockerungen sind ja noch sehr neu, sagt sie. Die Wochenenden seien jedenfalls schon jetzt für den Sommer nahezu ausgebucht - unter der Woche gebe es noch Möglichkeiten. Immerhin etwas, das so ist wie in normalen Zeiten.

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