merken
PLUS Dresden

Corona-Impf-Offensive für Dresden gefordert

Ab Montag können alle geimpft werden - theoretisch. In Dresden müssen dafür mehr Kapazitäten geschaffen werden. Wie der Impfstoff zu den Bürgern kommen soll.

Damit es schneller geht, sollen die Dresdner nicht nur im Impfzentrum und in Arztpraxen geimpft werden.
Damit es schneller geht, sollen die Dresdner nicht nur im Impfzentrum und in Arztpraxen geimpft werden. © Wolfgang Kumm/dpa

Dresden. Noch geht es zu langsam mit dem Impfen gegen das Coronavirus, auch in Dresden. Am Montag wird die Priorisierung aufgehoben. Das heißt, alle Dresdner können sich impfen lassen. Theoretisch - denn noch fehlt es an ausreichend Impfstoffen und Terminen.

Eigentlich ist das Impfen gegen Corona Sache des Landes, dessen ist sich auch Dresdens Linke-Fraktionschef André Schollbach bewusst. "Aber Dresden kann als Landeshauptstadt ihren Beitrag leisten, dass es vorangeht." Deshalb hat er zusammen mit der Dresdner Bundestagsabgeordneten Katja Kipping einen Plan entwickelt.

Anzeige
Story à la Romeo & Julia – inklusive Welthit
Story à la Romeo & Julia – inklusive Welthit

Die Dresdner Staatsoperette präsentiert mit "Die Fantasticks" das erste große Musical nach dem Lockdown.

"Die Menge des verfügbaren Impfstoffes wird sich erhöhen", sagt Schollbach. Darauf müsse sich Dresden vorbereiten. "Um eine vierte Welle, die Ausbreitung von Mutationen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu vermeiden - das ist von gesamtgesellschaftlichem Interesse."

Linke-Fraktionschef André Schollbach meint, man könne mit einer neuen Strategie auch Impf-Skeptiker überzeugen.
Linke-Fraktionschef André Schollbach meint, man könne mit einer neuen Strategie auch Impf-Skeptiker überzeugen. © Rene Meinig (Archiv)

Viele Dresdner würden sich impfen lassen wollen, scheitern aber bisher an verfügbaren Terminen und auch an der Hürde des Impfzentrums in der Messe, ist sich die Linke sicher. "Wir müssen Impfgerechtigkeit herstellen, gerade weil neben dem Wegfall der Testpflicht weitere Privilegien für Durchgeimpfte diskutiert werden", so Schollbach.

Es gelte nun, Kapazitäten zu schaffen, die leicht zugänglich sind. Deshalb wird Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) aufgefordert, zu prüfen, wie Dresden zügig eine höhere Impfquote erreichen kann. Dafür denkt die Linke an dezentrale Impfmöglichkeiten beispielsweise in den Rathäusern, Verwaltungsstellen, sozialen Einrichtungen, Jugendhäusern, Schulen und Betrieben in den Stadtteilen. "Wir wollen den Impfstoff zu den Dresdnern bringen", sagt Schollbach. Dazu könnten auch mobile Impfbusse eingesetzt werden, ebenso wird eine Informationskampagne der Stadt etwa durch Streetworker gefordert.

Die Dresdner Bundestagsabgeordnete Katja Kipping (Die Linke) fordert eine Impf-Offensive für Dresden.
Die Dresdner Bundestagsabgeordnete Katja Kipping (Die Linke) fordert eine Impf-Offensive für Dresden. © dpa-Zentralbild

Kipping ist Mitglied im Unterausschuss Corona im Bundestag. "Die Pandemie trifft Ärmere ganz besonders", sagt sie. Das belegen Studien. Eine Untersuchung der Krankenkasse AOK besagt, dass Menschen, die Sozialleistungen beziehen, ein um 84 Prozent höheres Risiko haben, bei einer Infektion mit Corona einen schweren Verlauf zu haben und in eine Klinik behandelt werden zu müssen. Einer Barmer-Studie zufolge sind Leiharbeiter dreimal mehr gefährdet, an Corona zu erkranken und das Robert-Koch-Institut hat herausgefunden, dass in sozial benachteiligten Stadtteilen das Risiko, an Corona zu sterben, 50 bis 70 Prozent höher ist als anderswo.

"Armut und unsere Arbeitsverhältnisse führen zu Dauerstress", sagt Kipping. "Das schwächt das Immunsystem." Zudem sei es für Ärmere schwieriger, sich zu schützen. "Deshalb sollte mit dem Aufheben der Priorisierung allen der Zugang ermöglicht werden, dafür benötigen Benachteiligte Unterstützung."

Mit dem Antrag wolle die Linke genau dort ansetzen und allen Dresdner möglichst schnell die Möglichkeit geben, sich impfen zu lassen. Mit Angeboten vor Ort könne man vielleicht auch einige überzeugen, die noch unsicher sind, ob sie sich impfen lassen, meint Schollbach.

Weiterführende Artikel

Bundesweit weniger als 500 neue Corona-Fälle

Bundesweit weniger als 500 neue Corona-Fälle

Delta-Variante stört sommerliche Euphorie, Sachsen-Inzidenz bei 5,2, Distanzunterricht so effektiv wie die Sommerferien - der Newsblog.

Impftermin in Sachsen: Alle wichtigen Infos

Impftermin in Sachsen: Alle wichtigen Infos

Termine für eine Corona-Schutzimpfung sind begehrt. Hier finden Sie alle wichtigen Infos zu Anmeldung, Hotline, Dokumenten und Orten in Sachsen.

Das müssen Sie jetzt zum Impfen wissen

Das müssen Sie jetzt zum Impfen wissen

Ab dem 7. Juni kann sich jeder für einen Impftermin anmelden. So soll es mit Sachsens Impfkampagne weitergehen.

Gemischte Corona-Impfungen schützen gut

Gemischte Corona-Impfungen schützen gut

Wer erst das Mittel von Astrazeneca und dann das von Biontech geimpft bekommt, muss sich keine Sorgen machen. Nicht nur die Verträglichkeit der Mischung ist gut.

Die Stadt habe bereits mobile Impfteams eingesetzt, beispielsweise in Asyl- und Obdachlosenunterkünften, sagt Rathaussprecher Kai Schulz. Man könne die Vorschläge der Linken durchaus prüfen.

"Wir sind auch bereits dran, in Unternehmen mit mobilen Teams zu impfen. Am Sonntag beginnt das bei Robotron", so Schulz

Mehr zum Thema Dresden