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Corona: Impfen in Sachsen bald ohne Termine möglich

Endlich gibt es genügend Impfstoff in Sachsen, Termine sind nicht mehr zwingend nötig. Allerdings ebbt das Interesse der Bevölkerung ab.

Spritzen mit den Impfstoffen von Astrazeneca, Biontech und Moderna liegen vorbereitet in Schalen: In Sachsens Impfzentren bekommt man die Spritze bald ohne Termin.
Spritzen mit den Impfstoffen von Astrazeneca, Biontech und Moderna liegen vorbereitet in Schalen: In Sachsens Impfzentren bekommt man die Spritze bald ohne Termin. © dpa/Robert Michael

Dresden. Die Impfzentren bieten spätestens ab nächster Woche allen Sachsen Impfungen ohne festen Termin an. Ab diesen Freitag könne jeder Impfwillige spontan eines der 13 Impfzentren aufsuchen und sich dort eine Dosis geben lassen, kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag an.

Zunächst werde nach diesem unbürokratischem Verfahren nur der Impfstoff von Astrazeneca verimpft, ab nächster Woche gebe es auch Biontech und Moderna für spontan impfbereite Sachsen. Wer ohne Termin komme, müsse allerdings Wartezeiten einkalkulieren, warnte DRK-Chef Rüdiger Unger.

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Das neue flexible Angebot ist möglich, weil Sachsen inzwischen sehr viel mehr Impfstoff erhält als in den ersten sechs Monaten des Jahres. Die Mengen hätten sich praktisch verdoppelt. Einerseits hat das Land lange auf diesen Moment gewartet. Andererseits ebbt seit etwa drei Wochen die Nachfrage der Bevölkerung nach Impfterminen ab. Freie Termine waren im Frühjahr binnen Stunden vergeben. Am Dienstag standen in den Impfzentren noch 17.000 freie Termine zur Verfügung. Sie betrachte die Entwicklung mit Sorge, sagte Köpping. „Wie hart uns die vierte Welle im Herbst trifft, haben wir selbst in der Hand.“

Sie forderte die Bevölkerung auf, die Angebote in Impfzentren und Arztpraxen sowie bei Betriebsärzten anzunehmen und auch die wichtige Zweitimpfung nicht ausfallen zu lassen. Mit einer Erstimpfungsquote von 47,8 Prozent liegt Sachsen im bundesweiten Vergleich weit hinten. Bei den Zweitimpfungen ist der Freistaat mit 34,8 Prozent inzwischen ebenfalls unter den Bundesdurchschnitt gerutscht.

Um mehr Menschen zu motivieren, organisiert das DRK Impfaktionen mit Großvermietern wie beispielsweise in Chemnitz. Der Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue stellt demnächst sein Stadion für eine große Impfaktion zur Verfügung, Spieler beteiligen sich mit einer Autogrammstunde.

Köpping sagte, sie könne sich solche Events auch in anderen Stadien vorstellen und sie auch offen für Aktionen in Supermärkten. Weitere Ideen für niedrigschwellige Angebote seien willkommen und würden geprüft. Eine Prämie für Impfwillige auszuloben wie es in Griechenland für junge Menschen geplant ist, schließe sie nicht aus. „Aber so weit sind wir noch nicht.“

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Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Klaus Heckemann sagte, die derzeitige Impfbereitschaft spreche nicht dafür, dass bis zum Herbst eine Herdenimmunität von 80 bis 85 Prozent erreicht werden könne. Womöglich müsse es erst zu einer vierten Corona-Ausbruchswelle kommen, damit die Bevölkerung die Notwendigkeit des Impfens wieder erkenne.

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