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Mehr Tempo beim Impfen gegen Corona in Sachsen!

Die Minister sollten sich weniger um die Impfbereitschaft in der Bevölkerung sorgen, als um die Probleme bei der Terminvergabe. Ein Kommentar.

SZ-Redakteurin Karin Schlottmann über die Kritik an der Organisation der Impfterminvergabe in Sachsen.
SZ-Redakteurin Karin Schlottmann über die Kritik an der Organisation der Impfterminvergabe in Sachsen. © dpa

Das Impfen ist der Schlüssel aus der Pandemie. Mit diesem Satz wirbt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der Bevölkerung für eine möglichst hohe Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen. Er hat Recht. Und genau deshalb sollten Bund und Länder keine Kosten und keine Mühe scheuen, so schnell wie möglich alle Impfwilligen zu versorgen.

Am mangelnden Interesse der Menschen liegt es jedenfalls nicht, dass die Zahl der Impfungen bisher beklagenswert niedrig ist. Viele ältere Menschen in Sachsen warten sehnsüchtig darauf, endlich einen Termin zu bekommen. Sorgen sollten sich Spahn und seine sächsische Kollegin Petra Köpping derzeit also weniger um die Impfbereitschaft als um die Probleme bei der Terminvergabe und um die mangelhafte Versorgung mit Impfstoffen. Warum, so fragen sich viele, impfen Länder wie Israel, Großbritannien, Dänemark und Italien schneller als die Bundesrepublik? Und was machen andere Bundesländer besser als das Schlusslicht Sachsen?

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Der Lockdown kostet Milliarden und hat viele Menschen um die wirtschaftliche Existenz gebracht. Seine von der Politik beschriebene Wirkung bleibt unzureichend. Die 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen ist in Sachsen in naher Zukunft nicht erreichbar. Wenn also das Impfen der Schlüssel aus der Pandemie ist, kann die Aufforderung von Gesundheitsministerin Köpping an die Bürger, geduldiger zu sein, nicht die einzige Antwort bleiben. Es war die sächsische Landesregierung, die im Dezember mit Verweis auf die Überlastung der Krankenhäuser mahnte und warnte und am Ende härtere Regeln verhängte. Diese Entschlossenheit lässt sie beim Impfen leider vermissen.

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E-Mail an Karin Schlottmann

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