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Reger Andrang beim Sonntagsimpfen in Schmochtitz

Im Bildungsgut Schmochtitz ließen sich am ersten Advent mehr als 200 Menschen gegen Corona impfen. Für Ärzte und Helfer gab es ein Geschenk vom Regierungschef.

Von Tilo Berger
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Auch Dr. Uta Volkmar bekam von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (2. v. l.) einen Herrnhuter Stern als Dank für ihren Einsatz als sonntägliche Impfärztin.
Auch Dr. Uta Volkmar bekam von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (2. v. l.) einen Herrnhuter Stern als Dank für ihren Einsatz als sonntägliche Impfärztin. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Von der Besinnlichkeit eines Adventssonntags ist im Bildungsgut Schmochtitz nichts zu spüren. Das Sankt Benno ist einer von sechs kirchlichen Orten in Sachsen, wo Ärzte und das Deutsche Rote Kreuz an diesem Sonntag Impfen gegen Corona anbieten. Und die Menschen lassen sich nicht lange bitten - es herrscht reges Begängnis.

Sebastian Kieslich, der Leiter des Bildungsgutes, freut sich über viele anerkennende Worte der Besucher: "Die Leute sind froh, dass es mal ein Impfangebot im ländlichen Raum gibt." Die Impftermine, die vorab online reserviert werden konnten, waren binnen einer Stunde weg.

Impf-Einsatz statt Adventskaffee

Auf dem Parkplatz vor dem Bildungs- und Tagungshaus des Bistums Dresden-Meißen parkt ein Auto neben dem anderen, wie sonst nur bei größeren Veranstaltungen im Hause. Kurz vor 14 Uhr kommt ein Fahrzeug mit Dresdener Kennzeichen hinzu. Aus ihm steigen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und seine Kinder. Sie kommen nicht mit leeren Händen: Sie bringen Herrnhuter Sterne mit, eine kleine Aufmerksamkeit für alle Ärzte und Helfer, die den Sonntag statt gemütlich zu Hause mit Impfen in Schmochtitz verbringen.

Eine von ihnen ist Uta Volkmar. Die Doktorin betreibt in Panschwitz-Kuckau eine Praxis für Nuklearmedizin, für diesen Sonntag meldete sie sich freiwillig als Impfärztin. "Auch, um mal die Hausärzte zu entlasten", sagt sie. Seit um 11 Uhr die ersten Spritzen verabreicht wurden, gab sie schon alles von der ersten bis zur dritten Impfung. "Viele sind wirklich dankbar, dass wir das machen", berichtet sie. Aber sie hätte auch schon Zweifel am Sinn der Impfungen gehört. Zweifel, die sie sich anhört, aber nicht teilt.

"Wir fühlen uns so sicherer"

Michael Kretschmer kommt mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch. Beide haben gerade ihre dritte Impfung erhalten, die Auffrischung. "Im Frühjahr, nachdem wir in Löbau im Impfzentrum waren, haben wir gedacht, nun haben wir ein Jahr Ruhe", sagt die Frau. "Aber nun muss es eben die dritte sein, wir fühlen uns so sicherer."

Michael Kretschmer wiederholt, was er in diesen Tagen und Wochen ganz oft sagt: "Jede Impfung hilft, dass wir diese Pandemie hinter uns lassen können." Dem Ehepaar wünscht er noch einen schönen Adventssonntag. "Ach wissen Sie", antwortet der Mann, "wir fahren noch nicht gleich nach Hause. Wir haben nicht gewusst, wie schön dieser Park hier ist, da gehen wir gleich noch bisschen spazieren."

Kretschmer: Aktionen von Impfgegnern sind schäbig

Mike Berger leitet das mobile Impfteam des Deutschen Roten Kreuzes, das an diesem Sonntag in Schmochtitz im Einsatz ist. Eine junge Frau kommt auf ihn zu: "Sie sind doch der Chef? Kann ich auch ohne Termin geimpft werden?" Kann sie, aber sie muss etwas warten. "Das ist nicht schlimm", sagt Jacqueline Günther. "Ich wollte mich ja eigentlich gar nicht impfen lassen, aber inzwischen denke ich, es ist besser so. Wir wollen ja alle mal ins normale Leben zurückkehren, ohne Maske und so."

"Ich bin allen sehr, sehr dankbar, die an diesem Sonntag und darüber hinaus beim Impfen helfen", sagt Michael Kretschmer zum Abschied. "Um so schäbiger finde ich kriminelle Aktionen von Impfgegnern, die in Sachsen sogar die Zufahrt zu einem Krankenhaus blockiert haben.“