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Deutschland & Welt

Corona-Impfstoff: Auslieferung beginnt

Die ersten Impfdosen sind zur Auslieferung freigegeben, die Transporter stehen in Belgien bereit. Bis Sonntag muss trotzdem noch einiges passieren.

Der Impfstoff von Pfizer-BioNTech gegen Covid-19 wird im belgischen Puurs produziert. Die Auslieferung des Corona-Impfstoffs an die EU-Staaten beginnt. Die Transporter seien bereit, den Pfizer-Standort zu verlassen, teilte ein Unternehmenssprecher mit.
Der Impfstoff von Pfizer-BioNTech gegen Covid-19 wird im belgischen Puurs produziert. Die Auslieferung des Corona-Impfstoffs an die EU-Staaten beginnt. Die Transporter seien bereit, den Pfizer-Standort zu verlassen, teilte ein Unternehmenssprecher mit. © Jonas Roosens/BELGA/dpa

Berlin/Frankfort/Puurs. Die Vorbereitungen für die ersten Corona-Impfungen in Deutschland sind in vollem Gange. Das für die Prüfung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut gab am Mittwoch bekannt, dass bereits am Dienstag die ersten Chargen des Vakzins der Hersteller Biontech und Pfizer mit 4,1 Millionen Dosen freigegeben worden seien. Damit war offiziell auch der Weg für eine Auslieferung frei. Vom Pfizer-Produktionswerk im belgischen Puurs aus sollten am Mittwoch die ersten Transporter mit der wertvollen Fracht starten, hatte Biontech am Dienstag angekündigt.

Genauere Angaben zum Auslieferprozess machte Pfizer am Mittwoch aber nicht. Aus Sicherheitsgründen äußere man sich zu diesem Zeitpunkt "nicht zu den Details der einzelnen Lieferungen", teilte ein Sprecher mit. Die Transporter seien bereit, den Standort in Puurs zu verlassen. Die "Bild am Sonntag" hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit den Worten zitiert: "Die Bundespolizei wird bei der Sicherung der Transporte massiv unterstützen." Alle hätten das Ziel, dass der Impfstoff ohne Verzögerungen oder Zwischenfälle bei den Impfzentren ankomme. Am Mittwochmorgen berichtete "Bild", dass Lastwagen auf dem Pfizer-Gelände in Puurs rückwärts an die Rampe führen und die Kühlauflieger mit Corona-Impfstoff beladen.

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Erste Impfdosen am Samstag erwartet

Die ersten 151.125 Impfdosen werden nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, die zurzeit den Vorsitz der Länder-Gesundheitsministerkonferenz innehat, am Samstag, einen Tag vor dem geplanten Impfbeginn in Deutschland erwartet. Von einem zentralen Depot aus wird dann verteilt: Jedes Bundesland soll zunächst 9.750 Dosen bekommen, ausgenommen Bremen, dessen erste Lieferung 4.875 Dosen umfasst. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) könnten bis Jahresende 1,3 Millionen Dosen an die Bundesländer ausgeliefert werden. Im Januar würden dann jede Woche mindestens weitere 670.000 hinzukommen.

Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein "Impfangebot" machen zu können - sofern die Impfstoffe, die sich in der Endphase der Studien befinden, auch eine Zulassung erhalten. Das sagte er am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Er rechne bis Ende März mit elf bis zwölf Millionen Impfdosen.

Die ersten Corona-Impfungen sind am Sonntag direkt nach Weihnachten geplant. Schwerpunkt sollen zunächst Pflegeheime sein. Die Details regeln die Bundesländer. So werden etwa mobile Impfteams zu den Pflegebedürftigen in den Einrichtungen geschickt. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) setzt darauf, dass eine Immunisierung in den Altenheimen gegen das Coronavirus bis Ende Februar weitestgehend abgeschlossen sein wird. "Dann wäre an der Covid-Front sehr, sehr viel gewonnen", sagte er am Mittwoch in Düsseldorf.

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In Berlin übten am selben Tag rund 300 Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten in einem Testlauf den Betrieb des künftigen Berliner Impfzentrums in einer Veranstaltungshalle im Bezirk Treptow. Etwa 120 von ihnen schlüpften als Darsteller in die Rollen alter Menschen, die zum Beispiel schlecht sehen, hören oder laufen können. Die anderen kümmerten sich um Anmeldung, Begleitung und Dokumentation. (dpa)

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