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Online-Petition für Stöcker scheitert

Der Plattform-Betreiber stoppte die Abstimmung wegen falscher Tatsachenbehauptungen. Bis dahin hatten 5.600 Menschen Stöcker unterstützt.

Winfried Stöcker bei Stern TV
Winfried Stöcker bei Stern TV © Screenshot Stern TV

Rückschlag für den Lübecker Mediziner Winfried Stöcker und seine Anhänger, seinen Impfstoff doch noch ins Spiel zu bringen.

Wegen falscher Tatsachenbehauptungen ist eine Online-Petition gestoppt worden, mit der die Behörden in der EU und Deutschland aufgefordert werden sollten, das beschleunigte Zulassungsverfahren für den Impfstoff des Lübecker Mediziners Winfried Stöcker anzustoßen. Notwendig wären 50.000 Menschen gewesen, die die Petition unterstützen. Ins Internet war sie von Michel Menge aus Gelnhausen gestellt worden, der als Gutachter für Bäder und Saunen sein Geld verdient.

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17.333 Personen hatten die Petition unterstützt bis zu dem Zeitpunkt, als sie gesperrt wurde. Mit 4.574 kamen die meisten Unterstützer aus dem Landkreis Görlitz, nimmt man noch 1.088 Personen aus Görlitz hinzu, die extra registriert wurden, sind es rund 5.600 - und damit ein Drittel aller Befürworter.

Stöcker stammt ursprünglich aus Rennersdorf (heute ein Ortsteil von Herrnhut) in der Oberlausitz. Nach der Wende eröffnete seine Firma Euroimmun einen Standort in Rennersdorf. Mittlerweile produziert Euroimmun, das Stöcker vor einigen Jahren an ein amerikanisches Unternehmen verkaufte, auch in Bernstadt. Stöcker gehört zudem das Görlitzer Kaufhaus, das er zusammen mit dem City-Center als großes Einkaufszentrum in der Görlitzer Innenstadt wiederbeleben will.

Wie der Betreiber der Plattform "openPetition" erklärt, habe der Petitionstext suggeriert, dass Winfried Stöcker von staatlicher Seite kriminalisiert und er mit boshafter Absicht seitens staatlicher Stellen behindert werde. "Das ist eine falsche Tatsachenbehauptung", schreibt der Betreiber. Zudem habe Herr Stöcker zu keinem Zeitpunkt die klaren Vorgaben für Impfstoffe und das Testen an menschlichen Probanden eingehalten. Deswegen befinde er sich in einem Ermittlungsverfahren. "Das ist kein ,Kriminalisieren', sondern geltendes Recht umsetzen", heißt es weiter. Zudem gebe es keine Belege dafür, dass der Impfstoff von Winfried Stöcker günstig in der Produktion ist, keine Nebenwirkungen hat und eine hohe Wirksamkeit aufweist - "da schlichtweg aussagekräftige Studien fehlen".

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