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Wie läufts mit dem Impfen in Heimen?

Der Impfstoff ist knapp. Dabei wollen die meisten Bewohner die Schutzimpfung haben. Beim Pflegepersonal ist die Bereitschaft nicht so groß.

In 16 Pflegeheimen im Kreis wurde schon geimpft.
In 16 Pflegeheimen im Kreis wurde schon geimpft. © Matthias Weber

Kommende Woche sollen die ersten Corona-Schutzimpfungen in den Pflegeheimen des ASB Löbau starten. Er betreibt drei Einrichtungen in der Stadt sowie in Obercunnersdorf, Leutersdorf, Cunewalde und Friedersdorf. Für die Löbauer Einrichtungen konnte bereits eine Hausarztpraxis gewonnen werden, die die Impfungen durchführt. Rainer Scholze, ASB-Geschäftsführer, hofft sehr, dass alles wie geplant klappt. Denn für Verunsicherung bei den Trägern von Pflegeeinrichtungen sorgte der vom Impfstoffhersteller Pfizer/Biontech angekündigte Lieferengpass. Kommt da die Impfung in den sieben Einrichtungen auch an? Zu Wochenbeginn teilte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping dann mit, dass die reguläre Impfdosenlieferung für die nächste Woche für Sachsen steht. 34.000 Impfdosen sind das nach Ministeriumsangabe. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: „Damit können die vereinbarten Termine in den Impfzentren und den Pflegeheimen abgesichert werden.“ Es geht also offenbar vorwärts.

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Die Bewohner der ASB-Pflegeheime warten schon auf ihre Impfungen. Zwar hat Rainer Scholze noch nicht von allen die Rückmeldungen. Aktuell jedoch kristallisiere sich heraus, dass nur die wenigsten Senioren oder ihre Angehörigen die Impfung ablehnen. Anders ist das beim Pflegepersonal, wie der ASB-Geschäftsführer feststellt und damit keinesfalls zufrieden ist. Die Impfbereitschaft unter den Pflegemitarbeitern sei im Moment gering. „Geschätzte 30 Prozent stimmen der Impfung zu“, sagt er und betont, dass es zwar keine Impflicht gibt. „Aber eine moralische Pflicht sehe ich schon“, sagt Scholze. Eine durchimmunisierte Belegschaft sei auch gut für die Heimbewohner und für die Mitarbeiter selbst. Der ASB-Geschäftsführer stellt klar, dass er ein Befürworter der Impfung ist. Und sich impfen lassen möchte – trotz bereits überstandener Corona-Erkrankung.

Der Kreis mit den meisten Pflegeheimen

Das wird auch möglich sein, heißt es vonseiten des DRK Löbau. Mit dem Roten Kreuz werden die Impftermine abgestimmt. DRK-Geschäftsführerin Silke Seeliger sagt: „Wer Corona-positiv war, kann nach drei Monaten geimpft werden.“ Eine feste Regelung dazu gebe es jedoch nicht. Silke Seeliger bestätigt, dass das DRK die Termine für die Impfungen in den Altenpflegeeinrichtungen koordiniert. Das Rote Kreuz betreut das Impfzentrum auf dem Löbauer Messegelände.

„Wir sind bundesweit der Kreis mit den meisten Pflegeheimen“, so Silke Seeliger. Insgesamt 106 Altenheime gibt es in der Region. In 16 Heimen kreisweit wurde seit dem 28. Dezember geimpft. Dazu zählten Einrichtungen in Kottmar, Herrnhut, Weißwasser, Ebersbach und Görlitz. Elf weitere sind in den nächsten Tagen dran. Impfdosen kämen auch aktuell für das Impfzentrum an. „Die Menge ist geringer, etwa 30 Prozent weniger bekamen wir geliefert“, sagt Silke Seeliger. Das soll sich jedoch ändern, wenn die Produktion hoch gefahren wird. Auch Silke Seeliger schätzt nach ihren bisherigen Erfahrungen ein, dass sich „etwa 30 bis 40 Prozent des Pflegepersonals für eine Impfung entschieden haben.“

Bei der Awo Oberlausitz, die fünf Pflegeheime in Jonsdorf, Zittau, Großschönau, Olbersdorf und eins in Görlitz betreibt, stehen – bis auf Görlitz, wo geimpft wurde - noch keine Impftermine für die Heime fest. Die Vorbereitungen sind allerdings schon gemacht, wie Carsten Seitz, Fachbereichsleiter der Altenpflegehilfe, sagt. Dazu gehören auch die Einverständniserklärungen der Bewohner, ihrer Angehörigen und der Mitarbeiter. Dabei zeigt sich ein ähnliches Bild, wie beim ASB: „Etwa ein Drittel des Pflegepersonals hat seine Impfbereitschaft signalisiert“, sagt Carsten Seitz.

Impfung muss nach drei Wochen wiederholt werden

Bei den Senioren sei die Quote bedeutend höher. Eigentlich soll die Impfung die Bewohner schützen. Noch könne aber niemand genau sagen, ob trotz Impfung das Virus übertragen werden kann. „Hinterfragen ist deshalb verständlich“, schätzt Carsten Seitz ein. Der jeweilige Hausarzt sei bei Fragen zur Impfung da eine gute Adresse.

Bisher wurden sachsenweit – Stand Montag - in 120 der insgesamt 654 vollstationären Alten- und Pflegeheimen die Impfungen absolviert. Rund 11.000 Pflegeheimbewohner haben eine Impfung erhalten. Seit Impfstart am 27. Dezember letzten Jahres wurden rund 50.000 Coronaschutzimpfungen in Sachsen durchgeführt. Trotz des Lieferengpasses sei nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums gesichert, dass auch alle Zweitimpftermine eingehalten werden können. Die Impfung muss nach drei Wochen wiederholt werden.

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