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DRK muss Löbauer Impfzentrum schützen

Drohungen, Beschimpfungen und sogar Waffen in Löbaus Messehalle: Zum Schutz vor aggressiven Besuchern gibt es jetzt Kontrollen wie am Airport.

Silke Seeliger vom DRK-Kreisverband Löbau leitet das Impfzentrum des Kreises in der Löbauer Messehalle.
Silke Seeliger vom DRK-Kreisverband Löbau leitet das Impfzentrum des Kreises in der Löbauer Messehalle. © Matthias Weber/photoweber.de

Man kennt es von Flughäfen oder auch vom Zugang bei Gerichten: Taschenkontrollen, den Einsatz von Metalldetektoren, um verborgene gefährliche Gegenstände aufzuspüren. Das geschieht, weil solche Orte besonders gefährdet sind. Aber in einem Impfzentrum? Als Betreiber des Impfzentrums des Kreises in der Löbauer Messehalle hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Einlasskontrollen jetzt massiv verschärft. Und gleich einige Zwischenfälle zeigen, dass diese Maßnahme offenbar bitter nötig war.

Der bisher bedrohlichste Vorfall hatte sich am Montag, 22. März, ereignet. Vom Sicherheitspersonal nach gefährlichen Gegenständen befragt, hatte ein 62-Jähriger - wahrheitswidrig - geantwortet: "Ja, einen Revolver." Das Personal fand bei dem Mann keine Schusswaffe. Er erhielt Hausverbot, kam aber später noch mal wieder und wollte das Gelände nicht mehr verlassen - da musste die Polizei anrücken. In zwei anderen Fällen hatten Besucher des Impfzentrums Messer dabei.

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Verbale Aggression an der Tagesordnung

Und all das waren keine Einzelfälle. Deshalb hatte das DRK bereits vor gut einer Woche entschieden, Mitarbeiter und Besucher des Impfzentrums besser schützen zu wollen. "Wir haben schon zum Teil Leute da drin, die ein gewisses Maß an Aggressivität an den Tag legen", beschreibt die Löbauer DRK-Chefin Silke Seliger die Situation mit diplomatischen Worten. Die Probleme gehen dabei in aller Regel nicht von Personen aus, die einen Impftermin haben, sondern von deren Begleitpersonen - oder gar von Menschen, die auf dem Gelände gar nichts zu suchen haben.

Silke Seeliger beschreibt den Fall eines Mannes, der seinen Vater ins Impfzentrum begleitet hatte. "Der hat dann zu einem Mitarbeiter gesagt: ,Wenn dem was passiert, mache ich Euch persönlich fertig'", schildert Seeliger. Die DRK-Chefin beklagt besonders im Zusammenhang mit Corona ein zunehmendes Maß an verbaler Aggression. Und ihr Personal im Impfzentrum muss es aushalten. "Dass es Probleme gibt, weil Leute sich partout weigern, eine Maske zu tragen, gehört da noch zu den Standard-Problemen. Ich weiß auch nicht, was sich manche Leute dabei denken", sagt Seeliger. "Und dann gibt's da noch Leute, die kommen einfach ohne Termin hierher und verlangen geimpft zu werden", erzählt Seeliger - und auch die verhielten sich mitunter aggressiv.

Taschenkontrollen und Metalldetektoren

Aggression gibt es mitunter auch, wenn sich Menschen unkorrekt behandelt fühlen. "Jemand hat in einer Mail von mir verlangt, dass ich ihm Namen und Adresse eines unserer Impfärzte nenne", erzählt Seeliger. Was hinter dieser Forderung steckt: Der Mann war ebenfalls als Begleitperson im Impfzentrum - und konnte mit einem Attest begründen, keine Maske tragen zu müssen. Soweit in Ordnung. "Aber der Impfarzt hat ihn deswegen gebeten, nicht mit in die Kabine zu kommen, weil es dort eng ist", erklärt Silke Seeliger - und deswegen will der Mann jetzt das große Beschwerde-Programm gegen den Arzt einleiten.

"Wir haben das Problem, dass wir nicht jedem ansehen können, ob er irgendwelche gefährlichen Gegenstände mitbringt", sagt Silke Seeliger. Deshalb habe man auf die Erfahrungen reagiert und grundsätzlich Taschenkontrollen am Eingang zum Impfzentrum eingeführt. Und mehr noch: "Das Sicherheitspersonal benutzt am Eingang jetzt auch Metalldetektoren, mit denen die Besucher abgetastet werden", sagt Seeliger. Das sind Geräte, die optisch einer Polizeikelle ähneln und mit einem Ton auf Metallgegenstände reagieren. "Wir haben da schon Einhandmesser eingezogen. Keine Ahnung, warum jemand so etwas überhaupt dabei hat", sagt Seeliger. Die Besucher würden solche Gegenstände natürlich bei Verlassen des Impfzentrums wieder zurückerhalten.

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