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Sachsen will Regeln in Corona-Hotspots verschärfen

Die Infektionszahlen steigen trotz Einschränkungen weiter. In einigen Landkreisen könnten bald Ausgangsbeschränkungen gelten.

Michael Kretschmer (CDU, r), Ministerpräsident von Sachsen, und Michael Harig (CDU), Landrat Bautzen, haben am Samstag miteinander gesprochen.
Michael Kretschmer (CDU, r), Ministerpräsident von Sachsen, und Michael Harig (CDU), Landrat Bautzen, haben am Samstag miteinander gesprochen. © dpa

Dresden. Angesichts stark gestiegener Infektionszahlen sind in den besonders betroffenen Landkreisen in Sachsen schärfere Corona-Maßnahmen vorgesehen. So könnten Krankenhäuser und Pflegeheime ihre Besuchsregeln weiter einschränken und ein Betretungsverbot für Eltern in Kindergärten und Schulen könnte erlassen werden, teilte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach einer Videokonferenz mit den Landräten und Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Samstag mit. "Das Infektionsgeschehen im Landkreis Bautzen und im Erzgebirgskreis ist so breit und hoch, dass nur die konsequente Kontaktunterbrechung hilft", erläuterte Kretschmer.

Es liegt nun an den Landräten, ein einheitliches Vorgehen abzusprechen und rasch umzusetzen. Der Landkreis Bautzen hatte nach eigenen Angaben am Samstag einen Inzidenzwert von 314 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen und zählt zu den am stärksten betroffenen Kreisen in Deutschland, am Vortag lag der Wert noch bei knapp 350. Im Erzgebirgskreis lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen am Freitag bei knapp 250, im Landkreis Görlitz bei fast 300.

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Im Gespräch ist auch die Erweiterung der Maskenpflicht auf Großparkplätze. Gesundheitsministerin Petra Köpping betonte, dass die Maßnahmen auch besonders dem Schutz der älteren Bevölkerung dienen sollten. "Für den Personenkreis ab 75 Jahre und für Menschen mit erheblichen Vorerkrankungen soll es in Kürze eine FFP-2-Maske über unsere Apotheken geben", erläuterte die SPD-Politikerin. Zudem werde über bestimmte Einkaufszeiten für Senioren nachgedacht.

Vorbild Berchtesgadener Land

Kretschmer betonte, dass am kommenden Wochenende über weitere Einschränkungen entschieden werden solle. "Wenn die Fallzahlen weiter steigen, müssen wir dem Beispiel des Berchtesgadener Landes folgen." Dort gilt eine Ausgangsbeschränkung.

"Es war ein gutes Gespräch, der Holzhammer bleibt zunächst aus", sagte der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU). Man habe über einzelne Regelungen gesprochen, die von den Landkreisen in den stärker betroffenen Regionen in eigener Verantwortung umgesetzt werden sollten. "Die kommende Woche wird entscheidend", betonte Harig. Weil die Situation in den Kliniken im Landkreis Bautzen immer prekärer ist und zudem viele Pflegeheime betroffen sind, hatte der Landrat Hilfe bei der Bundeswehr beantragt.

Der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel (CDU), ist insbesondere wegen der Entwicklung in den Krankenhäusern besorgt. "Hier verzeichneten wir in den letzten 10 Tagen sowohl bei den aufzunehmenden Corona-Patienten wie auch den davon schweren Fällen eine Zunahme um jeweils etwa 50 Prozent." Er appellierte an die Bevölkerung, persönliche Kontakte konsequent auf ein Minimum zurückzufahren.

Beratungen am Montag

Im Frühjahr und Sommer war Sachsen bundesweit mit umfangreichen Lockerungen der Corona-Beschränkungen vorangegangen. Weshalb die Zahlen in Sachsen nun so stiegen, könne man nicht genau sagen, erläuterte Gesundheitsministerin Köpping. So könnten etwa Treffen mit Familie und Freunden eine Rolle spielen.

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Für Montagnachmittag sind Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geplant. Bei ihrer Schalte Ende Oktober hatten sie sich auf den Teil-Lockdown verständigt. Unter anderem sind seither Museen, Theater, Opern, Konzerthäuser, Schwimmbäder, Kosmetik- und Tattoostudios geschlossen. Restaurants dürfen Speisen nur außer Haus anbieten. (dpa)

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