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Fetischparty in Berlin aufgelöst

Am Wochenende ist die Bundespolizei auf Corona-Mission. Eine Party in Berlin-Mitte sorgte am Samstag für einen Großeinsatz.

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Die Berliner Polizei am Wochenende auf Corona-Streife.
Die Berliner Polizei am Wochenende auf Corona-Streife. © dpa/Paul Zenken

Berlin. Hunderte Polizisten haben am Samstag in Berlin die Einhaltung der Corona-Regeln kontrolliert. Rund 1000 Polizisten sollten im Tagesverlauf im Einsatz sein - die Hälfte von der Bundespolizei. Am Abend lösten die Einsatzkräfte eine Fetischparty mit rund 600 Gästen auf. Der Großteil der Berliner hielt sich aber einer ersten Zwischenbilanz zufolge an die Regeln. Auch für den Sonntag waren Kontrollen geplant.

Etwa 80 bis 90 Prozent der Berlinerinnen und Berliner sowie Gäste hätten ihren Mund-Nasen-Schutz getragen und sich an die geforderten Sicherheitsabstände gehalten, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Berliner Polizei und der Bundespolizei. Gegen Abend sei aber erkennbar gewesen, dass die Akzeptanz zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sichtbar abnehme.

Ordnungswidrigkeiten bei Unbelehrbaren

Tagsüber wurde vor allem auf Wochenmärkten, Einkaufsstraßen und in Grünanlagen die Einhaltung der Infektionsschutzverordnung kontrolliert. Leute ohne Maske kamen den Angaben zufolge den Aufforderungen der Beamten fast ausnahmslos nach und bedeckten Mund und Nase. 

Insgesamt 23 Ordnungswidrigkeitsverfahren mussten bei Unbelehrbaren eingeleitet werden, die sich nicht schützen wollten beziehungsweise keinen Mund-Nasen-Schutz bei sich hatten. Fünf Strafermittlungsverfahren leiteten die Einsatzkräfte unter anderem wegen Beleidigung und Widerstands sowie Urkundenfälschung ein.

Am Abend standen Gaststätten, Bars sowie Grün- und Erholungsanlagen vor allem in Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Neukölln im Mittelpunkt.

Verfahren gegen Veranstalterin

Eine Fetischparty mit Hunderten Gästen in einer angesagten Location in Berlin-Mitte fand am Samstagabend ein jähes Ende. Beamte der Berliner Polizei und der Bundespolizei lösten die Veranstaltung in der Alten Münze auf. "Es waren einfach zu viele für zu wenig Platz", hieß es bei der Polizei am späteren Abend. 

Die Veranstalterin erwartet demnach ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Infektionsschutzverordnung. Der Mindestabstand habe wegen der Vielzahl der Personen nicht eingehalten werden können.

Die Polizeikontrollen zielen unter anderem auf illegale Partys und die Gastronomie ab, für die größtenteils eine nächtliche Sperrstunde gilt. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatten sich auf den gemeinsamen Einsatz verständigt.

Neukölln ist Hotspot

Bundesweit hatten sich zuletzt immer mehr Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland rund 14 700 neue Corona-Infektionen. Das sind so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie in Deutschland.

Die Berliner Landesregierung hatte die Vorgaben verschärft. Seit dem Wochenende muss zum Beispiel auf Wochenmärkten und auf zehn Einkaufsstraßen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Zudem gelten noch strengere Obergrenzen für private Zusammenkünfte. Besonders viele Infektionen waren zuletzt im Stadtteil Berlin-Neukölln festgestellt worden. (dpa)

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